| Landesflagge | Landeswappen |
|---|---|
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| Basisdaten | |
| Hauptstadt: | Dresden |
| Fläche: | 18.415,51 km² (10.) |
| Einwohner: | 4.249.774 (6.) (31. Dezember 2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 231 Einwohner je km² (8.) |
| BIP: | 88,7 Mrd. € (2006) |
| Schulden je Einwohner: | 2.825 € (Ende 2005) |
| Schulden insgesamt: | 11,8 Mrd. € (2004) |
| ISO 3166-2: | DE-SN |
| Offizielle Website: | www.sachsen.de |
| Politik | |
| Ministerpräsident: | Georg Milbradt (CDU) (seit 18. April 2002) |
| regierende Parteien: | CDU und SPD |
Sitzverteilung im Landtag seit Oktober 2004 (124 Sitze): |
CDU 55 Die Linke 31 SPD 13 NPD 8 FDP 7 Bündnis 90/Die Grünen 6 fraktionslos 4 |
| letzte Wahl: | 19. September 2004 |
| nächste Wahl: | Herbst 2009 |
| Parlamentarische Vertretung | |
| Stimmen im Bundesrat: | 4 |
| Karte | |
Der Freistaat Sachsen (obersorbisch: Swobodny stat Sakska, niedersorbisch: Zwězkowy kraj Sakska), ist ein Bundesland (offiziell: Land) der Bundesrepublik Deutschland. Es grenzt im Norden an Brandenburg, im Nordwesten an Sachsen-Anhalt, im Westen an den Freistaat Thüringen und im Südwesten an den Freistaat Bayern. Außerdem hat es eine gemeinsame Grenze im Süden mit Tschechien und im Osten mit Polen. Die Landeshauptstadt ist Dresden.
Inhaltsverzeichnis |
siehe dazu auch: Naturräume in Sachsen
Die größten Städte sind Leipzig und Dresden gefolgt von Chemnitz. Wegen Bevölkerungsrückgangs verlor die viertgrößte Stadt Zwickau Ende 2003 den Großstadtstatus. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist die Einwohnerzahl im Bundesland Sachsen durch Abwanderung und Sterbeüberschuss aufgrund geringer Geburtenrate um 600.000 Einwohner zurückgegangen.
Die geografische Gliederung als das östlichste deutsche Land kann mit einer Vielzahl von Ansätzen erfolgen. Nach topografischen Gesichtspunkten eignet sich vor allem eine Einteilung in Flachland, Hügelland und Mittelgebirge.
Zum Flachland gehören vor allem die Leipziger Tieflandsbucht südlich von Leipzig sowie die nördliche Oberlausitz. Beide sind durch jüngere Ablagerungen aus dem eiszeitlichen Paläozän und den Flussniederungen gekennzeichnet, sowie insbesondere durch deren tertiäre Braunkohlevorkommen im Untergrund. Das Hügelland weiter südlich mit seinen weitflächigen Lößablagerungen (Lößhügelland) und der damit verbundenen hohen Bodenqualität geht auf die Endmoränenbildung zurück. Die sächsischen Mittelgebirge gliedern sich von West nach Ost durch eher unscharfe Grenzen. Im Südwesten Sachsens erstreckt sich das eigentlich bis nach Bayern reichende Vogtland mit dem Erzgebirgsbecken als Nordgrenze und dem Elstergebirge im Südosten. Nach Osten folgt die Pultscholle des Erzgebirges, welches meist in West- und Osterzgebirge (geteilt durch das Flöhatal), seltener auch zusätzlich in das Mittelerzgebirge untergliedert wird. Die Höhenlagen nehmen dabei von West nach Ost langsam ab, weshalb auch die mit 1215 Metern höchste Erhebung Sachsens, der Fichtelberg, zum West- bzw. Mittelerzgebirge gehört. Südlich der Landesgrenze fällt das Erzgebirge steil zum Egertalgraben ab. Den nördlichen Bereich des Erzgebirges entlang der Kammlagen nimmt der Naturpark Erzgebirge/Vogtland ein. Östlich des Erzgebirges durchbricht die Elbe die Mittelgebirgskette und formte durch tiefe Einschürfungen das Elbsandsteingebirge. Am nordöstlichen Rand des Elbtals bildet die Lausitzer Verwerfung die scharfe Grenze zum Lausitzer Bergland, welches schließlich im äußersten Südosten Sachsens in das weit nach Tschechien reichende Lausitzer Gebirge übergeht. Neben diesen Landschaftseinheiten gibt es zahlreiche weitere Unterscheidungen und Nuancen, welche in der Liste der Landschaften in Sachsen verzeichnet sind.
Eine weitere Gliederung Sachsens kann nach hydrologischen Gesichtspunkten erfolgen. Der wichtigste, größte und einzig schiffbare Fluss ist die Elbe. Sie durchzieht den Freistaat von Südosten nach Nordwesten. Wichtige Quellflüsse sind die Mulde, die Weißeritz, die Zschopau, die Weiße Elster und die Spree, deren allgemeine Fließrichtung Norden ist und die ebenfalls zum Fluss-System der Elbe gehören. Im Osten wird der Freistaat von der Lausitzer Neiße begrenzt, die in die Oder mündet.
Siehe auch: Hauptartikel Geschichte Sachsens
Der erste „Freistaat Sachsen“ entstand 1918 nach Abdankung des Königs und Auflösung des Königreichs Sachsen. 1945 entstand das „Land Sachsen“ als Teil der sowjetisch besetzten Zone im vorangegangenen Deutschen Reich aus dem Gebiet des vormaligen Freistaates und aus Teilen der preußischen Provinz Schlesien westlich der Neiße. Im Jahr 1952 wurde u.a. das Land Sachsen aufgelöst und in drei kleinere Bezirke der DDR aufgeteilt: Leipzig, Dresden und Chemnitz (später umbenannt in Karl-Marx-Stadt). Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde im Herbst 1990 der „Freistaat Sachsen” als Bundesland errichtet.
Das Wappen geht auf das ehemalige Königreich Sachsen zurück - insbesondere auf die anhaltinische Linie des Geschlechts der Askanier. Auch deren Wappenschild war neunmal von Schwarz und Gold geteilt. Obwohl der Schild bereits im 12. Jahrhundert auftauchte, wurde der grüne Rautenkranz erst um 1260 aufgelegt. Er steht für den Verzicht des askanischen Hauses Sachsen-Wittenberg auf sein Stammland in Niedersachsen-Lauenburg und verdankt seine Form dem gotischen Baustil. Als die männliche Linie der Askanier ausstarb, übernahmen die 'Markgrafen zu Meißen' die Kurwürde und das Wappen.
Wie auch in anderen Ländern gibt es für Sachsen ein Wappenzeichen. Da dies oft als zu modern empfunden wurde, hat das Land im Jahr 2005 ein weiteres Wappenzeichen eingeführt. Die Wappenzeichen dürfen im Gegensatz zu dem Wappen von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden.
Die heutigen Landesfarben wurden von König Friedrich August 1815 mittels Verordnung eingeführt. Die sächsische Truppen sollten zur besseren Unterscheidbarkeit ihre bis dahin weißen Kokarden mit einem zusätzlichen breiten grünen Band umwinden. Eine der ersten literarischen Erwähnungen der Farben findet sich in einem Lied von Carl Hinkel .
Die Verfassung des Freistaates Sachsen beschreibt die Staatssymbole in Artikel 2. Als Besonderheit ist dabei Absatz 4 zu nennen, der weitere gleichberechtigte Staatssymbole wie folgt zulässt:
„(4) Im Siedlungsgebiet der Sorben können neben den Landesfarben und dem Landeswappen Farben und Wappen der Sorben, im schlesischen Teil des Landes die Farben und das Wappen Niederschlesiens, gleichberechtigt geführt werden.“
Die Landesflagge ist weiß-grün; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.
Der überwiegende Teil der sächsischen Bevölkerung ist konfessionslos. Dies ist zum Teil auf die strikte Trennung von Staat und Kirche in der früheren DDR zurückzuführen. In den meisten Gemeinden ist die evangelische Religionsgemeinschaft in der Überzahl (die Refomation konnte sich in Sachsen durchsetzen) und betreibt die Ortskirche. Auch die katholische Religionsgemeinschaft ist in den meisten größeren Orten vertreten. Es gibt darüber hinaus zahlreiche Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften, sowie eine jüdische und muslimische Minderheit.
| Mitglieder | Bevölkerungsanteil | |
|---|---|---|
| römisch-katholisch | 157.707 | 3,78 % |
| evangelisch | 926.518 | 21,6 % |
| andere Konfessionen und Konfessionslose |
3.212.059 | 74,8 % |
Die CDU ist in Sachsen seit der Wende die mit Abstand stärkste Partei und stellt seitdem den Ministerpräsidenten. Seit dem 18. April 2002 ist Georg Milbradt Ministerpräsident von Sachsen, seit dem 10. November 2004 steht er einer CDU/SPD-Koalition vor. Sein Stellvertreter ist der SPD-Landesvorsitzende Thomas Jurk. Im Folgenden sein Kabinett:
Der Sächsische Landtag besteht in der 4. Wahlperiode (2004 - 2009) aus 124 Abgeordneten (normal 120). Diese teilen sich wie folgt auf: CDU 55 Sitze, Die Linke 31 Sitze, SPD 13 Sitze, NPD 8 Sitze, FDP 7 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 6 Sitze, Fraktionslose 4 Sitze. Landtagspräsident ist Erich Iltgen, es gibt drei Vizepräsidenten: Regina Schulz, Andrea Dombois, Gunther Hatzsch. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion ist Fritz Hähle, der Fraktion der Linken Peter Porsch, der SPD-Fraktion Cornelius Weiss, der NPD-Fraktion Holger Apfel, der FDP-Fraktion Holger Zastrow und die Fraktionsvorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Antje Hermenau.
Im Januar 2005 kam es im Landtag von Sachsen zum Skandal, als das Parlament aus Anlass des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus abhalten wollte und die Abgeordneten der NPD daraufhin aus Protest demonstrativ den Sitzungssaal verließen.
Anschließend wurden in einer aktuellen Debatte, die von der NPD-Fraktion beantragt wurde, die Abgeordneten der demokratischen Parteien von den NPD-Rednern Holger Apfel und Jürgen Gansel massiv attackiert. Gansel prägte hier den Begriff Bomben-Holocaust, der sich auf die anglo-amerikanischen Bombenangriffe auf im Jahre 1945 auf die Stadt Dresden bezog.
Im Mai 2004 wurde durch Ermittler der Europäischen Union der sogenannte QMF-Skandal aufgedeckt.
Siehe auch:
Der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen befindet sich in Leipzig, das sächsische Oberlandesgericht in Dresden. Der Sitz des Sächsischen Oberverwaltungsgerichtes ist Bautzen.
Sachsen ist in die drei Regierungsbezirke Dresden (1), Chemnitz (2) und Leipzig (3) untergliedert.
Die Regierungsbezirke enthalten insgesamt 22 Landkreise und sieben kreisfreie Städte (Stand: 1. Januar 2006).
Die 22 sächsischen Landkreise im Einzelnen:
Die sieben kreisfreien Städte Sachsens im Einzelnen:
Hauptartikel: Kreisreform Sachsen 2008
Im Rahmen der Verwaltungsreform der Landesbehörden wird auch eine erneute Kreisreform erfolgen, welche vorsieht, die 22 Landkreise auf zehn und die sieben kreisfreien Städte auf drei zu reduzieren. Bei dieser Reform, die zum 1. Juli 2008 wirksam werden soll, könnte es zu nachfolgender Kreiszusammenlegung kommen (nach den Plänen des Sächsischen Staatsministeriums des Innern vom 27. Juni 2006):
(LK = Landkreis, KS = kreisfreie Stadt, KV = Sitz der Kreisverwaltung / des Landratsamtes)
Landkreise:
kreisfreie Städte:
Einwohnerzahlen und Ausdehnung der geplanten Kreise
| Neuer Landkreis | Alte Landkreise | Einwohnerzahl am 31. Dezember 2006 | Einwohnerzahl Prognose 2020 |
Fläche in km² |
|---|---|---|---|---|
| Bautzen | Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda | 338.056 | 282.800 | 2.391 |
| Erzgebirgskreis | Stollberg, Annaberg, Aue-Schwarzenberg, Mittlerer Erzgebirgskreis | 387.918 | 326.500 | 1.828 |
| Leipzig | Leipziger Land, Muldentalkreis | 277.113 | 233.500 | 1.646 |
| Meißen | Riesa-Großenhain, Meißen | 261.695 | 219.400 | 1.452 |
| Mittelsachsen | Freiberg, Mittweida, Döbeln | 344.457 | 297.500 | 2.111 |
| Görlitz | Niederschlesischer Oberlausitzkreis, Löbau-Zittau, Görlitz | 292.843 | 241.400 | 2.106 |
| Nordsachsen | Delitzsch, Torgau-Oschatz | 216.904 | 184.100 | 2.020 |
| Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | Weißeritzkreis, Sächsische Schweiz | 259.725 | 217.200 | 1.654 |
| Vogtlandkreis | Vogtlandkreis, Plauen | 256.998 | 224.100 | 1.412 |
| Zwickau | Chemnitzer Land, Zwickauer Land, Zwickau | 356.992 | 299.000 | 949 |
Sachsen besteht aus insgesamt 505 politisch selbständigen Städten und Gemeinden (Stand: 1. Januar 2007). Diese verteilen sich wie folgt: 7 kreisfreie Städte, 35 Große Kreisstädte und 463 sonstige kreisangehörige Gemeinden (darunter 178 Städte). Die kreisangehörigen Gemeinden haben sich teilweise zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zu Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen: 239 Gemeinden sind in 96 Verwaltungsgemeinschaften und 34 Gemeinden in 10 Verwaltungsverbänden eingebunden.
| Stadt | Kreis | Einwohnerzahl am 31. Dezember 2000 |
Einwohnerzahl am 31. Dezember 2006 (*) |
Veränderung in Prozent |
|---|---|---|---|---|
| Leipzig | kreisfrei | 493.208 | 506.260 | +2,6 |
| Dresden | kreisfrei | 477.807 | 504.635 | +5,6 |
| Chemnitz | kreisfrei | 259.246 | 245.739 | −5,2 |
| Zwickau | kreisfrei | 103.008 | 96.878 | −6,0 |
| Plauen | kreisfrei | 71.543 | 68.317 | −4,5 |
| Görlitz | kreisfrei | 61.599 | 57.201 | −7,1 |
| Freiberg | Freiberg | 45.428 | 42.772 | −5,8 |
| Bautzen / Budyšin | Bautzen | 43.353 | 41.766 | −3,7 |
| Hoyerswerda / Wojerecy | kreisfrei | 50.203 | 41.515 | −17,3 |
| Pirna | Sächsische Schweiz | 42.108 | 39.748 | −5,6 |
| Freital | Weißeritzkreis | 40.129 | 39.059 | −2,7 |
| Riesa | Riesa-Großenhain | 39.367 | 36.145 | −8,2 |
| Radebeul | Meißen | 32.246 | 33.205 | +3,0 |
| Meißen | Meißen | 29.398 | 28.091 | −4,4 |
| Delitzsch¹ | Delitzsch | 26.331 | 27.448 | +4,2 |
| Limbach-Oberfrohna | Chemnitzer Land | 27.552 | 26.591 | −3,5 |
| Glauchau | Chemnitzer Land | 27.285 | 25.744 | −5,6 |
| Zittau | Löbau-Zittau | 27.454 | 24.892 | −9,3 |
| Werdau | Zwickauer Land | 26.077 | 23.976 | −8,1 |
| Markkleeberg | Leipziger Land | 23.157 | 23.975 | +3,5 |
| Annaberg-Buchholz | Annaberg | 24.495 | 22.817 | −6,9 |
| Coswig | Meißen | 24.035 | 22.167 | −7,8 |
| Borna² | Leipziger Land | 20.010 | 22.128 | +10,6 |
| Crimmitschau | Zwickauer Land | 23.305 | 21.996 | −5,6 |
| Reichenbach im Vogtland | Vogtlandkreis | 23.469 | 21.566 | −8,1 |
| Weißwasser/O.L. / Běła Woda | Niederschlesischer Oberlausitzkreis |
26.107 | 20.823 | −20,2 |
| Döbeln | Döbeln | 23.128 | 20.919 | −9,6 |
| Auerbach/Vogtl.³ | Vogtlandkreis | 20.042 | 20.881 | +4,2 |
¹ Eingemeindung von Döbernitz am 1. März 2004
² Eingemeindung von Wyhratal am 1. Januar 2004
³ Eingemeindung von Rebesgrün am 1. Januar 2003
(*) vorläufige Werte
Siehe auch: Liste der Städte und Gemeinden in Sachsen
Die sächsische Wirtschaft hat nach der Wiedervereinigung der Territorien der ehemaligen DDR mit der Bundesrepublik Deutschland einen starken Strukturwandel erlebt. Die in der Industrie stark rückständigen Betriebe wurden meist geschlossen. Braunkohlewerke wurden stillgelegt und die ehemaligen Tagebaurestlöcher befinden sich zurzeit in der Rekultivierung.
Heute steht Sachsen vor Thüringen auf einem Spitzenplatz der mitteldeutschen Wirtschaft, wenngleich das Problem der hohen Arbeitslosigkeit nicht gelöst ist. Über 400.000 Menschen in Sachsen beziehen Arbeitslosengeld II. [1].
Sachsen hat mit Wachstumsraten einzelner Industriebereiche zwischen acht und zehn Prozent die höchsten in Deutschland und kann in Teilen bei wichtigen Wohlstandsindikatoren zu den westlichen Bundesländern bereits aufschließen. So liegt das verfügbare Einkommen der Altersgruppe von 20–35 über dem Bundesdurchschnitt, jedoch wird das Gesamtergebnis von den niedrigen Einkommen der Gruppen ab 40 kompensiert. Insgesamt ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Sachsen einen Index von 79,6 (EU-25:100) (2003).[2]
Vor allem die Ballungsräume Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau sind Antrieb der sächsischen Wirtschaft. Das Ballungsgebiet Dresden ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der wirtschaftlich stärkste Raum Sachsens. Dresden spielt dabei durch die Ansiedlung von AMD und Infineon sowie vieler Zulieferbetriebe eine wichtige Rolle in der Mikrotechnologie. Diese drei Räume bilden die Ecken der Metropolregion Sachsendreieck.
Außerdem gibt es in der südlichen Lausitz, dem Vogtland und dem Erzgebirge auch verdichtete ländliche Räume, die dünnbesiedelten Gebieten in Nordsachsen (z. B. Niederschlesischer Oberlausitzkreis) gegenüberstehen.
Die wichtigsten Autobahnstrecken in Sachsen entstanden schon in den 1930er Jahren, welche in den letzten Jahren auf den modernsten Stand gebracht wurden. Wichtige Straßenbauprojekte sind die Verbindungen der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig, die A 17 zwischen Dresden und Prag und die A 38 als Südumfahrung Leipzigs (ab Dreieck Halle-Süd bis Anschluss an die A 14 fertig gestellt).
Sachsen hat einmal das dichteste Eisenbahnnetz Europas besessen. Zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war kaum ein Ort in Sachsen mehr als 15 km von einem Bahnhof oder Haltepunkt entfernt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Schmalspurbahnen im Tiefland um Mügeln und im Erzgebirge. Noch heute sind in Sachsen sieben Schmalspurbahnen hauptsächlich für touristische Zwecke unterwegs. Eine große Zahl von Strecken wurde allerdings stillgelegt.
Gegenwärtig werden die Strecken Leipzig–Dresden (über Riesa), Dresden–Chemnitz und Leipzig/Halle–Erfurt für den Schnellverkehr ausgebaut. Als weiteres Großprojekt gilt der Bau eines City-Tunnels in Leipzig. Dieser soll den bislang größten Kopfbahnhof Europas entlasten.
Sachsen ist, trotz des dichten Eisenbahnnetzes und der größten Bevölkerungszahl, das Land mit den wenigsten Fernbahnhöfen der Neuen Bundesländer (Sechs Bahnhöfe im Vergleich zu sieben in Thüringen, acht in Brandenburg, neun in Sachsen-Anhalt und 10+3 in Mecklenburg-Vorpommern ). Vier dieser Bahnhöfe liegen in oder bei Dresden und Leipzig; der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau gehört, einer fahrplananalytischen Studien zu Folge, zu den Großstadtregionen mit den schlechsten Bahnanbindungen in Deutschland. [3]
siehe auch Liste der Bahnhöfe in Sachsen
Im Freistaat Sachsen werden hauptsächlich ostmitteldeutsche Dialekte gesprochen. Es handelt sich um das Meißnische und das Osterländische, die zur Thüringisch-Obersächsischen Dialektgruppe gehören, sowie das Lausitzische. Die ersten beiden sowie die Dialekte des angrenzenden Thüringens und Sachsen-Anhalts werden umgangssprachlich auch als „Sächsisch“ bezeichnet. Kennzeichen all dieser Dialekte ist die Lenisierung der stimmlosen Konsonanten, die außerhalb des mitteldeutschen Sprachgebiets als fremdartig und manchmal auch als komisch empfunden wird. So wird das Wort „Koffer“ anscheinend als „Goffer“ ausgesprochen. Allerdings bildete die Sprache am kursächsischen Hof in Meißen für Martin Luther die Grundlage des Neuhochdeutschen.
In der Lausitz werden auch mehrere Dialekte des Obersorbischen sowie Übergangsdialekte zwischen dem Ober- und Niedersorbischen gesprochen. Beide sorbischen Sprachen zählen zur westslawischen Sprachgruppe, in Sachsen sprechen schätzungsweise noch 15.000 bis 20.000 Sorben ihre Sprache. Diese Sprache ist demnach in ihrer Existenz gefährdet. Des Weiteren existieren in den Mittelgebirgen Südsachsens das Vogtländisch und das Erzgebirgisch als eigenständige Dialekte mit Verwandtschaft zum Ostfränkischen und Nordbairischen.
Insbesondere das Erzgebirge, das Vogtland (sächsischer Teil), die Sächsische Schweiz und das Zittauer Gebirge sind als sächsische Landschaften vom Tourismus geprägt, als Städte sind v. a. Dresden und Leipzig zu nennen. Neben Erholungs- und Sportmöglichkeiten begründet sich die Tourismuswirtschaft in Sachsen in der Architektur und den kulturellen Möglichkeiten in Städten wie Dresden, Leipzig, Meissen (Porzellan) oder Görlitz, aber auch in der Bergbautradition (Silberstraße zwischen Zwickau und Dresden) und in regionalen Produkten wie der Erzgebirgischen Volkskunst oder dem Lausitzer Osterschmuck. Die Anzahl der Übernachtungen im Freistaat belief sich 2005 auf 15,4 Millionen.
Siehe auch: Liste der Kur- und Erholungsorte in Sachsen
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