Samson

Dieser Artikel befasst sich mit der biblischen Person des Samson; für weitere Bedeutungen, siehe Samson (Begriffsklärung).

Samson oder Shimshon (שמשון „von der Sonne“ (weil er leuchtend und mächtig war), oder „Diener Gottes“, hebr. Šimšon, Šimšôn) war der drittletzte Richter im Alten Israel vor der Königszeit. Sein Leben wird im Alten Testament im Buch der Richter in den Kapiteln 13–16 geschildert. Seine besonderen Merkmale waren seine außergewöhnliche Stärke, seine angeblich Kraft spendenden Haare und seine außergewöhnlich zerstörerischen Wutausbrüche.

Inhaltsverzeichnis

Schreibweisen

Deutsche Bibelübersetzungen übersetzen zumeist Simson. Englischsprachige und andere ausländische Bibelübersetzungen verwenden dagegen meistens „Samson“. Sie richten sich damit nach der Aussprachetradition der griechischen Überlieferung, der Septuaginta.

Geschichte

Samson, so wird überliefert, lebte zu der Zeit, als die Israeliten durch die Philister unterdrückt wurden. Ein Engel weissagte der Frau des Israeliten Manoach vom Stamm Dan in Zora, die unfruchtbar war, die Geburt eines Sohnes. In Übereinstimmung mit den Geboten der Nasiräer enthielt sie sich des Weines und anderer starker Getränke; die Haare ihres verheißenen Kindes sollten niemals geschoren werden. Samson wurde gemäß den Bestimmungen des Nasiräertums erzogen.

Als er zum Jüngling herangewachsen war, verließ er die heimatlichen Berge und besuchte die Städte der Philister. Dort verliebte sich Samson in eine philistinische Frau von Timna. Er überwand die Einwände seiner Eltern und heiratete die Frau. Beim siebentägigen Hochzeitsfest wurde unter anderem ein Rätselwettstreit um einen wertvollen Preis in Form eines Mantels veranstaltet. Samsons Rätsel beschrieb den Ausgang eines allein von ihm erlebten Löwenkampfes. Die anwesenden Philister vermochten das Rätsel nicht zu lösen und bedrängten daher Samsons neue Frau, sie solle die Antwort herausfinden. Nach ihrem dringlichen und tränenreichen Nachforschen verriet er ihr das Geheimnis, das sie sofort den dreißig jungen Männern offenbarte. Da sich Samson nicht in der Lage sah, die von ihm versprochenen Mäntel einzulösen, verließ er den Ort und ermordete in Raserei dreißig Bewohner Askalons und raubte ihre Mäntel.

Delila schert Simson die Haare (Kupferstich)
Delila schert Simson die Haare (Kupferstich)

Nach Timna zurückgekehrt fand Samson seine Frau von ihrem Vater, einem Brauch gemäß, mit dem Brautführer verheiratet. Ihr Vater verbot ihm sie zu sehen und schlug Samson stattdessen vor, er möge ihre Schwester heiraten. Samson geriet dadurch in Zorn und trieb eine Horde in Panik versetzter Füchse, deren Schweife in Brand gesteckt waren, durch die Felder der Philister und brannte diese so nieder. Als die Philister erkannten, dass die Ursache dieser Zerstörung in der Wegnahme von Samsons Frau durch deren Vater lag, brannten sie dessen Haus samt Bewohnern nieder. Samson zog sich in der Folge in den Schutz der Felskluft von Etam zurück.

Eine Philisterarmee brach auf und verlangte von 3.000 Männern Judas die Herausgabe Samsons. Mit seiner Zustimmung banden sie ihn mit zwei neuen Stricken. Als sie ihn den Philistern übergeben wollten, zerriss er das Seil. Mit einem Eselskinnbacken soll er sodann 1000 Philister erschlagen haben.

Die Blendung Samsons (Gemälde von Rembrandt, Städel, Frankfurt a.M.)
Die Blendung Samsons (Gemälde von Rembrandt, Städel, Frankfurt a.M.)

Das Buch der Richter beschreibt in Kapitel 16 das schicksalhafte Ende des Samson. Er begab sich nach Gaza und verliebte sich in Delila am Bach von Sorek. Die Philister drängten Delila, das Geheimnis der Stärke Samsons herauszufinden. Schließlich erfuhr sie, dass diese in seinem Haar gründete, und sie verriet ihn. Samson wurde darauf hin durch die Philister gefangengenommen, seine Haare wurden abgeschoren, er wurde geblendet und zur Zwangsarbeit verdammt.

Als einmal 3000 Philister sich in ihrer großen Halle versammelten, ließen sie Samson holen, um sich an dem hilflosen Gefangenen zu belustigen. Samson, dem inzwischen das Haar nachgewachsen war, umfasste die Mittelsäulen, sprach: „Ich will sterben mit den Philistern“ und stürzte sie um. Auf diese Weise, rechnet der Bericht, habe Samson mehr Menschen in seinem Tod als zuvor zu Lebzeiten getötet.

Dieses wird in der Bibel wie folgt beschrieben:

27 Das Haus aber war voller Männer und Frauen. Es waren auch alle Fürsten der Philister da und auf dem Dach waren etwa dreitausend Männer und Frauen, die zusahen, wie Simson seine Späße trieb. 28 Simson aber rief den Herrn an und sprach: Herr Herr, denke an mich und gib mir Kraft, Gott, noch dies eine Mal, damit ich mich für meine beiden Augen einmal räche an den Philistern. 29 Und er umfasste die zwei Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, die eine mit seiner rechten und die andere mit seiner linken Hand, und stemmte sich gegen sie. 30 und sprach: Ich will sterben mit den Philistern! Und er neigte sich mit aller Kraft. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, sodass es mehr Tote waren, die er durch seinen Tod tötete, als die er zu seinen Lebzeiten getötet hatte.

Der Samson in der heutigen Zeit

Im inneralpinen Raum gibt es zwölf dieser Samsonfiguren, zehn im Salzburger Lungau und zwei Vertreter davon in der Steiermark.

Wie ja in der Geschichte nachzulesen ist, hat der Samson mit einem Eselunterkieferknochen bei Lehi tausend Philister erschlagen; aus diesem Grund trägt jeder Lungauer Samson einen solchen Kieferknochen bei sich. Viele Mythen, Legenden und Vermutungen ranken sich nunmehr um die Riesenfigur. Doch seit wann ist der Samson nur wirklich historisch nachweisbar? Hier helfen uns die Jahresabrechnungen der Corporis-Christi-Bruderschaft von Tamsweg aus der Zeit von 1720 bis 1769, in denen auch die Entlohnung an „Essen und Trunk“ für den Träger angeführt ist.

Die verschiedenen Blumen - Margeriten, stengelloser Enzian, Bergnelkwurz, Bergastern, Frauenmantel, Pfingstrosen, Vergißmeinnicht, Mohnblüten und a.m. - werden zu Kränzen gebunden und in unterschiedlichen Farbmustern auf die Holzstangen gewickelt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene kommen bei verschiedenen Bauernhöfen zusammen, um beim Blumen pflücken und Kränze binden mitzuhelfen. Für eine einzige Prangstange sind bis zu 60.000 frische Blüten und etwa 300 Arbeitsstunden erforderlich. Am Abend des Vortages werden die fertigen Prangstangen unter Begleitung der Musikkapelle in die Kirche gebracht und dann am Festtag in die Prozession eingegliedert.

Wirkung

Samson gilt als zwiespältige Gestalt, die in der jüdischen und christlichen Theologie von verschiedenen Autoren sehr unterschiedlich beurteilt worden ist. Manche heben eher seine großen Taten, manche eher seine Sünden hervor. Die Psychologie sieht in ihm Aspekte des Narzissmus, ja sogar des Wahnsinns und unterstellt auch teilweise einen Mutterkomplex.

Der Kampf Samsons mit dem Löwen ist in der frühchristlichen und mittelalterlichen Kunst ein beliebtes Bild für Christus, der den Tod in der Gestalt des Löwen besiegt, und zugleich eine Allegorie des Starkmutes. Die ehemalige Universität Helmstedt zeigt in ihrem Wappen diesen Kampf.

Hinweise auf ältere Vorbilder existieren, z.B. zeigen „(…) Rollsiegelbilder(n) des 3. Jts. einen Helden mit Löwenhaut, Bogen und Keule, der Ungeheuer überwindet, Löwen, Drachen, Raubvogel; man identifiziert ihn entweder als Ninurta oder Ningirsu, Sohn des Sturmgottes Enlil (Lit.: Burkert, S. 319 ff.) Parallelen zu Ödipus, zu Herakles, aber auch zu Achilles oder zum Drachentöter Siegfried tun sich auf.

In der Gegenwart heben manche Medien die Rolle Samsons als des ersten Selbstmordattentäters der Geschichte hervor.

Rezeption

Literatur

  • Josef Kausemann: Simson, Richter in Israel. Dillenburg 1989. ISBN 3-921-292-88-3
  • Walter Burkert: Griechische Religion der archaischen und klassischen Epoche. Stuttgart 1977. ISBN 3-17-004345-5
  • Hartmut Gese, Die ältere Simsonüberlieferung (Richter 14-15), in: Hartmut Gese, Alttestamentliche Studien, Tübingen 1991, S. 52-71

Weblinks

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