| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
![]() |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Köln | |
| Kreis: | Rhein-Sieg-Kreis | |
| Koordinaten: | 50° 46′ N, 7° 11′ O | |
| Höhe: | 65 m ü. NN | |
| Fläche: | 34,22 km² | |
| Einwohner: | 56.216 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1643 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 53757 | |
| Vorwahl: | 02241 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SU | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 82 056 | |
| Stadtgliederung: | 8 Stadtteile/Stadtbezirke | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 53757 Sankt Augustin |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Klaus Schumacher (CDU) | |
| Lage der Stadt Sankt Augustin im Rhein-Sieg-Kreis | ||
![]() |
||
Sankt Augustin ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie entstand bei der nordrhein-westfälischen Gebietsreform 1969 und liegt im Verdichtungsraum Bonn. Namensgeber ist der Schutzpatron der ansässigen Steyler Missionare, der heilige Augustinus (* 354; † 430).
Inhaltsverzeichnis |
Sankt Augustin liegt im Südosten der Kölner Bucht, genauer in der Siegniederung, einem weitgehend ebenen Bereich zwischen dem Rhein und den Ausläufern des Bergischen Landes und des Siebengebirges. Im Westen grenzt es ohne geographische Trennung an Bonn an, im Norden bildet der Unterlauf der Sieg eine natürliche Grenze zu Troisdorf und Siegburg, und der Beginn des Hügellandes markiert grob die Grenzen zu Hennef im Osten, Königswinter im Südosten und Bonn im Südwesten.
Die Ortsteile Hangelar inkl. Niederberg, Ort, Niederpleis inkl. Schmerbroich und Mülldorf liegen entlang der Verbindungslinie Bonn-Siegburg. Sie bilden den bis auf kleinere Freiflächen durchgängig bebauten Hauptteil der Stadt. Nur Menden und Meindorf im Norden, Buisdorf im Osten und Birlinghoven im Süden sind durch größere Wiesen, Felder und im Falle Birlinghovens einen Wald abgesetzt. Der landschaftlich reizvollste Teil des Stadtgebietes sind die Siegauen. In Niederpleis erhält die Sieg ihren letzten linken Zufluss, den Pleisbach.
Der Untergrund besteht im Großteil des Stadtgebietes aus geologisch jungen (erst im Quartär entstandenen) Kies- und Sandablagerungen. Die Oberfläche bildet eine 0,5 bis 2 m dicke Hochflutlehmschicht, die in der Nähe der Flüsse und Bäche abgewaschen ist, die Aueböden sind somit nährstoffärmer. In den höheren Lagen im Südosten dominieren Sande, Tone und Tuffe mit einer bis zu 15 m dicken, landwirtschaftlich sehr gut geeigneten Lößdecke.
Bis auf Ort wurden alle Stadtteile zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte das heutige Stadtgebiet anfangs dem auf dem Siegburger Michaelsberg sitzenden Grafen, später (ab ca. 1070) war es verwaltungstechnisch dem dort gegründeten Kloster zugehörig, politisch war es mit der ganzen Region zwischen den Grafen von Sayn und Berg umstritten, letzterer triumphierte im 15. Jahrhundert. Nach den Napoleonischen Kriegen kam es zum preußischen Kreis Siegburg in der Provinz Jülich-Kleve-Berg (später Siegkreis in der Rheinprovinz).
Seit dieser Zeit bildeten die Gemeinden Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Menden, Mülldorf und Niederpleis – zusammen mit den heute zu Troisdorf und Bonn gehörigen Ortschaften Friedrich-Wilhelms-Hütte und Holzlar – das Amt Menden, Birlinghoven gehörte zu Stieldorf. Seit 1930 gab es erste Bebauungen dort, wo später der Stadtteil Ort entstand. Zwischen 1934 und 1936 und nochmals zwischen 1954 und 1958 wurde die Zusammenlegung zu einer einzelnen Gemeinde erwogen, jedoch beide Male verworfen. Im Zuge der Gemeindereform von 1968 wurde dann diskutiert, das Gebiet auf Bonn, Siegburg und Troisdorf aufzuteilen, man entschied sich aber schließlich zur Neugründung der Gemeinde Sankt Augustin, was 1969 umgesetzt wurde. Als wesentlicher Grund hierfür gilt, dass eine einheitliche Verwaltung die Verbesserung der Infrastruktur vereinfachen sollte, um dem durch die Bundesregierung in Bonn hervorgerufenem Besiedelungsdruck zu begegnen.
Im selben Jahr wurde begonnen, auf dem Heidenfeld an der B 56 zwischen Niederpleis und Hangelar ein neues Stadtzentrum zu bauen. Dies umfasste das Rathaus und diverse Verwaltungsgebäude, außerdem wurde im Verlauf der 70er Jahre eine Vielzahl weiterer Einrichtungen im Zentrum errichtet: Gebäude der Steyler Missionare (s. u.), das Krankenhaus, das Rhein-Sieg-Gymnasium, die Zentrale der Konrad-Adenauer-Stiftung, das Finanzamt und vor allem das HUMA-Einkaufszentrum.
1977 erhielt Sankt Augustin die Stadtrechte.
1995 wurde ein Zweig der neu gegründeten Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin ansässig. Die Gründung geht auf die „Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn“ von 1994 zurück, deren Grundlage das sogenannte Berlin/Bonn-Gesetz schuf.
1913 wurde in der Nähe des heutigen Stadtzentrums ein Kloster der Steyler Missionare (SVD) gegründet. Anfangs war eine Benennung als Apostel Paulus vorgesehen, letztlich entschied man sich aber für St. Augustin, nach dem dann später auch die Stadt benannt wurde. Seit 1932 gehört zum Kloster eine Philosophisch-Theologische Hochschule. Während des Nationalsozialismus wurden die Steyler enteignet und vertrieben, kehrten aber 1945 wieder zurück und bauten die im Krieg beschädigten Gebäude wieder auf. Seitdem kamen viele weitere Gebäude und Institute hinzu, insbesondere 1973 das Ethnologische Museum „Haus Völker und Kulturen“.
Am 7. Dezember 1989 besuchte der Dalai Lama Sankt Augustin.
Ursprünglich war geplant, die Abschlussmesse des Weltjugendtages 2005 mit Auftritt des Papstes auf den Wiesen des Hangelarer Flugplatzes stattfinden zu lassen, diese wurde aber letztlich auf das Marienfeld zwischen Kerpen und Frechen verlegt.
Die 50 Sitze des Stadtrats verteilen sich wie folgt:
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)
Die Fraktionen der CDU und der FDP haben eine Zusammenarbeit in Form einer Koalition vereinbart.
Das Kinder- und Jugendparlament besteht seit 1991.
Sankt Augustin unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:
Erhaltene Altstadtteile mit klassischen rheinischen Fachwerkhäusern gibt es in Menden und Birlinghoven. Das älteste Gebäude der Stadt ist die Pfarrkirche Niederpleis, die in Teilen bis ins 12. Jahrhundert zurückgeht; in diesem Ortsteil finden sich auch ein Rittersitz und eine historische Mühle. Das Schloss Birlinghoven wurde von 1901 bis 1903 im Stil englischer Landschlösser erbaut, zu ihm gehören eine Orangerie und eine in den Birlinghovener Wald übergehende Parkanlage. Momentan gehört das Schloss zum Campus des Fraunhofer Institutszentrums Birlinghoven und ist nicht ohne vorherige Ankündigung zu besichtigen.
Über die Stadt hinaus bekannt ist das Haus Völker und Kulturen der Steyler Missionare, seine Schwerpunkte liegen auf Exponaten aus Schwarzafrika, Papua Neuguinea, China und Äthiopien.
Die Blasonierung des Wappens in der städtischen Hauptsatzung lautet: „Das Stadtwappen zeigt im Schildhaupt in Silber (Weiß) einen schreitenden, doppeltgeschwänzten, blau bewehrten, blau bezungten und blau gekrönten roten Löwen; darunter ein von blau nach silber (weiß) 16-fach geschachtes Feld.”
Durch kommunale Neugliederung (Gesetz vom 10. Juni 1969) wurden die Gemeinden Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Menden (Rheinland), Niederpleis, Siegburg-Mülldorf sowie die Ortschaft Birlinghoven zur Gemeinde Sankt Augustin zusammengeschlossen. Die neuentstandene Gemeinde übernahm das Wappen, das 1936 der Oberpräsident dem Amt Menden verliehen hatte. Es zeigt den Bergischen Löwen als Hinweis auf den alten Landesherrn, den Herzog von Berg; das Schachmuster entstammt dem Wappen der Ortsherren von Menden.
Theater-, Kabarett- und Musikveranstaltungen finden im Haus Menden, den Aulen der Schulen und diversen kleineren Einrichtungen statt.
Wie überall im Rheinland wird in Sankt Augustin Karneval gefeiert, der sich stark an der benachbarten Großstadt Bonn orientiert. Die Tollitäten sind das Prinzenpaar (Prinz und Prinzessin). Es gibt einen Hauptzug in Sankt Augustin-Ort sowie Stadtteilzüge. Zudem finden sich jedes Jahr an Weiberfastnacht hunderte Jugendliche zu einer Feier auf der Marktplatte zusammen.
Einmal jährlich findet die Kirmes „Hangelarer Spektakel“ statt.
Die B 56 sowie die Siegburger Bahn führen zwischen Bonn und Siegburg durch Sankt Augustin. Der einzige Bahnhof befindet sich in Menden und liegt an der rechtsrheinischen Bahnstrecke. In unmittelbarer Nachbarschaft und über die Stadtbahn angeschlossen befindet sich der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn. Drei Autobahnanbindungen an die A 560 gibt es in Menden, Mülldorf und Niederpleis, eine an die A 59 nahe Hangelar in Bonn. Im Osten tangiert die A 3 Sankt Augustin und ist über die Auffahrt zur A 560 in Niederpleis unmittelbar angebunden.
In Sankt Augustin existieren mehrere Gewerbegebiete mit einigen Industriebetrieben, insbesondere aus dem Kunststoffsektor. Das HUMA-Einkaufszentrum ist eines der größten der Region. (HUMA war ursprünglich die Abkürzung für Hurler Magazin. Obwohl dieser Markt längst verschwunden ist, hat sich die Bezeichnung gehalten, da das Gebäude der Firma Hurler gehört.) Größte Mieter sind die Firmen Real, Karstadt und Saturn. Sankt Augustin ist außerdem Sitz des RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung, der das älteste Umweltzeichen der Welt verleiht, den Blauen Engel. Der Flugplatz Bonn-Hangelar ist der größte Segelflugplatz der Region, einer der ältesten Flugplätze Deutschlands und auch einer der ältesten der Welt.
Seit 1932 ist Sankt Augustin Sitz der Philosophisch-Theologischen Hochschule SVD der Steyler Missionare. Seit 1995 hat die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg mit den drei Fachbereichen „Wirtschaftswissenschaften“, „Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus“ sowie „Informatik“ ihren Sitz in der Stadt. Darüber hinaus weist Sankt Augustin mit dem Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BGIA) sowie drei Fraunhofer-Instituten weitere wissenschaftliche Einrichtungen auf.
Folgende Fraunhofer-Institute (ehemals Institute der GMD) befinden sich in auf dem Campus von Schloss Birlinghoven:
Darüber hinaus weist Sankt Augustin folgende Schulen auf:
Außerdem gibt es verschiedene Einrichtungen der Berufsbildung und sonstigen Weiterbildung:
Insbesondere aufgrund der Nähe zur politisch bedeutenden Bundesstadt Bonn ist Sankt Augustin Standort mehrerer bundesweit tätiger Vereinigungen und auch Standort von Bundesbehörden selbst. Die bekannteste Einrichtung ist der Hauptstandort der Bundespolizei im Stadtteil Hangelar.
Die Kinderklinik in Sankt Augustin-Ort genießt in der Region ein großes Ansehen. In ihr ist außerdem eines der vier deutschen Kinderherzzentren untergebracht.
Sankt Augustin ist Sitz nachstehender bundesweit tätiger Einrichtungen:
| Commons: Sankt Augustin – Bilder, Videos und Audiodateien |
Alfter | Bad Honnef | Bornheim | Eitorf | Hennef (Sieg) | Königswinter | Lohmar | Meckenheim | Much | Neunkirchen-Seelscheid | Niederkassel | Rheinbach | Ruppichteroth | Sankt Augustin | Siegburg | Swisttal | Troisdorf | Wachtberg | Windeck
Brockhaus-1911: Sankt Johann [2] · Sankt Johann · Sankt Jan · Sankt Kanzian · Sankt Johannisrain · Sankt Johann [3] · Sankt Helena · Sankt Gregoriental · Sankt Gotthard [2] · Sankt Jakob · Sankt Ingbert · Sankt Immerthal · Sankt Marienstern · Sankt Mang · Sankt Lukasgilden · Sankt Moritz · Sankt Michel · Sankt Martinsvogel · Sankt Lorenzstrom · Sankt Leonhard · Sankt Kreuz · Sankt Ludwig · Sankt Luciensteig · Sankt Lucienholz · Sankt Gotthard · Sankt Bernhard · Sankt Beatenberg · Sankt Avold · Sankt Christoph · Sankt Blasien · Sankt Bernhardin · Sankt Amarin · Sankt · Ban Sankt Martin · Sankt Annenbrüderschaften · Sankt Andreasberg · Sankt Andrä · Sankt Georgsholz · Sankt Georgen [2] · Sankt Georgen · Sankt Goarshausen · Sankt Goar · Sankt Georgskanal · Sankt Egidien · Sankt Diez · Sankt Davidinseln · Sankt Gallen · Sankt Florian · Sankt Eustatius