| Wappen | Karte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Salzburg | |
| Politischer Bezirk: | St. Johann im Pongau (JO) | |
| Fläche: | 78 km² | |
| Koordinaten: | 47° 21' N, 13° 12' O | |
| Höhe: | 565 m ü. A. | |
| Einwohner: | 10.259 (15. Mai 2001) | |
| Bevölkerungsdichte: | 132 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 5600 | |
| Vorwahl: | 06412 | |
| Gemeindekennziffer: | 50 418 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 18 5600 Sankt Johann im Pongau |
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| Offizielle Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Günther Mitterer (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (2004) (25 Mitglieder) |
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Sankt Johann im Pongau (Bairisch: Saiga Håns) ist eine Stadt im Bezirk Sankt Johann im Pongau, Salzburg und ist die größte Stadt des Bezirkes.
Inhaltsverzeichnis |
Sankt Johann im Pongau liegt im Tal der Salzach zwischen dem Tennengebirge im Norden und dem Hagengebirge im Osten.
Die Stadt besteht aus folgenden Stadt- und Ortsteilen:
Funde deuten auf eine erste Besiedlung des Gebietes in der Bronzezeit ca. 2000 v. Chr hin, speziell die Stollensysteme für den Kupferabbau im "Arthurstollen" und hölzernen Grubeneinbauten, mit einem durch die Radio-Carbon Methode ermittelten Alter von ca. 3000-3700 Jahren. Die erste Nennung des Namens erfolgte 1074: „ad sanctum Johannem in villa“.
Während der Bauernkriege 1525/26 stellt sich St. Johann auf Seite der Protestanten. Im Laufe der Kriege wurde der Ort verwüstet. Im Zuge der Ausweisung von Protestanten aus dem Erzbistum Salzburg, die 1731 ihren Höhepunkt findet, müssen 2500 Einwohner die Gemeinde verlassen. Das Recht zur Führung eines Wappens erhält St. Johann im Jahr 1929.
Ab 1939 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs heißt die Gemeinde Markt Pongau (Reichsgau Salzburg). Nationalsozialistischer Bürgermeister wird Hans Kappacher (ernannt durch Kreisleiter Josef Kastner). Kappacher wird in den 1950er Jahren erneut Bürgermeister und vom Gemeinderat zum Ehrenbürger ernannt.
Am 24. Juni 2000 wird die Gemeinde zur Stadt erhoben.
In "Markt Pongau" befand sich ab 1941 ein berüchtigtes Stammlager für Kriegsgefangene, das Stalag XVIII C (317) mit zeitweise bis zu 30.000 Gefangenen und einer Wachmannschaft von ca. 1.000 Mann. Geplant wurde das Gefangenenlager jedoch nur für 8000 bis maximal 10000 Mann auf einer Fläche von etwa 8ha. Die Bauarbeiten wurden zügig vorangetrieben und bereits vor dem Winter 1941 fertiggestellt. Das Lager wurde in verschiedene Bereiche aufgeteilt (Nordlager, Südlager). Ein Lager, zwei Systeme: Die Kriegsgefangenen der Westmächte, etwa die Franzosen sind entsprechend der Genfer Konvention behandelt worden. Die im "Nordlager" untergebrachten sowjetischen Kriegsgefangenen hingegen vegetierten unter unvorstellbaren Verhältnissen dahin. Durch Hunger, Erfrieren und Seuchen sind im STALAG "Markt Pongau" von 1941-1945 3709 russische Kriegsgefangene umgekommen. Der sogenannte "Russenfriedhof" am Abhang der Bundesstraße nördlich der Speedwaybahn erinnert heute noch an diese Tragödie. Der Friedhof wird vom schwarzen Kreuz mustergültig gepflegt, ist aber bis heute nicht zugänglich. Trotz Bemühungen engagierter Bürgerinnen und Bürger war die Gemeinde bislang nicht imstande, zu dieser Erinnerungsstätte einen Fußweg zu errichten.
Das Wappen der Gemeinde ist: „Im roten Schilde die auf einem grünen Boden stehende, halb rechts gewendete Figur des hl. Johannes des Täufers mit gelblichem Unter- und braunem, lodenfärbigen Obergewande, in der Rechten ein Buch mit daraufliegendem Osterlamm mit Fahne haltend.“
St. Johann erlangte als Schauplatz des Romans „Himmelfahrt“ (Otto Müller Verlag, Salzburg/Wien 1998) des österreichischen Schriftstellers O. P. Zier größere Bekanntheit beim literaturinteressierten deutschsprachigen Publikum. Die mit dem Buch.Preis 2000 ausgezeichnete Gesellschaftssatire "Himmelfahrt" seziert gnadenlos und in zwanghafter Witzelei das Gemeinwesen einer österreichischen Fremdenverkehrsgemeinde im alpinen Raum. Machtgierige Politiker(innen) werden über ihre erbärmliche Rücksichtslosigkeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Das Romangeschehen selbst kreist um das Thema der Glückssuche, wobei der Autor sein Glück auch in der Literatur nicht findet. Über eine raffiniert aufgebaute Handlung wird weiters die Frage behandelt: wie wird Leben zu Kunst, zu Literatur. Viele witzige und aberwitzige Einfälle und höchst eindrucksvoll beschriebene Figuren - so etwa die Anwaltsgattin Thea Moser oder der Notarzt Alex Baumgartner - lassen das Buch bei höchstem literarischem Niveau zu einer äußerst kurzweiligen Lektüre werden- so O.P. Zier zu einem seiner Leser.
Die im Jahr 2004 gegründete Kultur:Plattform befindet sich im Aufbau und wird ab 2006 eine Reihe von Veranstaltungen organisieren. Es wird versucht, Kultur in ihren vielfältigen Spaten zu bieten (Musik, Literatur, Film, Architektur, Bildende Kunst) und der Bevölkerung näher zu bringen. Leider ist dies wahrscheinlich ein schwieriges Unterfangen, da die Bevölkerung in St. Johann großteils konservativ gestimmt ist und sich daher nicht besonders aufnahmefähig für moderne Kunstarten zeigt (Wie eine Lesung über mittelalterliche Erotikgedichte, welche unter gewissen Kreisen Empörung auslöste, zeigt). Es sollte aber diese Institution doch ein Schritt sein in Richtung Weltoffenheit. Außerdem befindet sich im Kern der Kleinststadt das s. g. Kultur- und Kongresshaus, in dem bereits Düringer, Dorfer, das Glenn Miller Orchester (um eine Auswahl zu nennen) gastierten. Auch die, von einem engagierten St. Johanner organisierte JazzGalerie ist für Insider gut bekannt.
St. Johann im Pongau profitiert von seiner alpinen Lage in erster Linie im Tourismussektor. Nicht nur im Winter ist vor allem der Stadtteil Alpendorf ein wichtiges Fremdenverkehrszentrum mit einer Vielzahl von Hotels und einem Gondelbetrieb. Direkt vom Ortszentrum führt ein Sessellift auf den Hahnbaum. Die Hahnbaumpisten werden aber vorwiegend von Einheimischen und Familien benutzt. Jährliche Veranstaltungen (traditionelle Umzüge, Feste) sind fixe Bestandteile im Jahreszyklus der Stadt. Viele Besucher strömen im Winter zum großen Krampuslauf, für den St. Johann in der Umgebung berühmt ist.
Im Sommer bieten sich zahllose Bergtouren, Wanderungen, ein Schwimmbad und ein Badesse an. Als Ausflugsziel gibt es wenige Kilometer von St. Johann entfernt die Liechtensteinklamm .
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Arthurstollen, eine prähistorische Grubenanlage mit weitreichenden Schachtsystemen für den ehemaligen Kupferabbau. Die zahlreichen Holz-, Stütz und Metallfunde deuten darauf, dass bereits um 1600 vor Christus in diesen Schächten Kupfer abgebaut wurde. Heute ist ein kleiner Teil der (großteils engen und deshalb schwer zugänglichen) Schächte für Besucher begehbar.
Krampuslauf, Hahnbaumalm, Pöllnhof, Annakapelle, Liechtensteinklamm, Arturstollen, Russenfriedhof
Als Zentrum des Pongau ist St. Johann Sitz zahlreicher Einrichtungen und Ämter: Bezirkshauptmannschaft, Bezirksbuchhaltung, Bezirksschulinspektor, Bezirksschulrat, Amtstierarzt, Amtsarzt, Abteilungen Gewerbe- und Baurecht, Umweltschutz, Katastrophenschutz, Forstwirtschaft, amtliche soziale- und psychosoziale Dienste, Polizei und Verkehr und Jugendwohlfahrt. St. Johann betreibt außerdem ein Altenheim, zwei Kindergärten, zwei Volksschulen, ein Sonderpädagogisches Zentrum, ein Gymnasium, eine Hauptschule, eine Handelsakademie, eine Polytechnische Schule, eine Landesberufsschule und das Elisabethinum.
Die „Goldhaube“ ist eine militärische Einrichtung in St. Johann. Die Einsatzzentrale Basisraum, wie der amtlich Name für den Regierungsbunker lautet, bietet Raum für Luftraumüberwachung, Speise- und Aufenthaltsräume für Soldaten, eine eigene Wasser- und Stromversorgung. Die kleine „Stadt“ unter der Erde ist vollkommen abgeriegelt von der Außenwelt. Nur berechtigte Militär- und Zivilbedienstete haben Zutritt. In Kriegszeiten ist vorgesehen, dass alle Mitglieder der österreichischen Regierung in diesen Bunker übersiedeln, um von dort aus die Staatsverwaltung zu leiten. Damit ist St. Johann auch ein strategisch wichtiger Punkt.
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