Der Sankt-Lorenz-Strom (franz. fleuve Saint-Laurent, engl. Saint Lawrence River) ist ein Fluss in Kanada und den Vereinigten Staaten.
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Je nachdem, welcher Ort als Quelle und welcher Ort als Endpunkt des Flusses betrachtet wird, ergeben sich verschiedene Längen seines Flusslaufs. Der kürzeste Lauf des Sankt-Lorenz-Stroms beginnt am Ostende des Ontariosees und endet in der Nähe von Quebec-Stadt, wo das Wasser salzhaltig wird, wobei seine Länge etwa 560 km beträgt. Betrachtet man die Anticosti Insel, Québec, im Sankt-Lorenz-Golf als Endpunkt des Flusses, so erreicht der Flusslauf 1197 km. Sieht man nicht den Ontariosee als Quelle des St. Lorenz an, sondern verfolgt den Flusslauf durch den Ontariosee und andere Seen hindurch, entlang weiterer Flussläufe, die andere Namen tragen, bis hin zu der am weitesten vom Atlantik entfernten Quelle in Lake County, Minnesota (Vereinigte Staaten), so ist der Flusslauf bis zur Anticosti insgesamt 3058 km lang.
Auf seinem Weg von seiner am weitesten vom Atlantik entfernten Quelle in Minnesota, durch die Großen Seen mit deren kleineren Nebenseen, gab man dem Flusslauf mehrere verschiedene Namen.
Die zuvor genannte Quelle ist der Ursprung des im Mesabi Range-Gebiet nördlich von Virginia-Stadt in Minnesota entspringenden North River, einem Quellfluss des Saint Louis River.
Aufgrund der jeweils etwa durch die Mitte der jeweiligen Seen und Flüsse verlaufende Grenze der Vereinigten Staaten und Kanada ist der Sankt-Lorenz-Flusslauf – abgesehen vom Oberlauf westlich der Isle Royale, Michigan, im Oberen See und vom Unterlauf ab Cornwall, Ontario – auf dem größten Teil seiner gesamten Strecke ein Grenzfluss.
Seen, Flüsse und Städte am zuvor genannten Flusslauf im Überblick - flussabwärts:
Der "nur" 1197 km lange und Sankt-Lorenz-Strom genannte Fluss beginnt aber erst am Ostende des Ontariosees, des östlichsten der Großen Seen. Dort entfließt er dem See bei Kingston, Ontario. Fortan bildet er bis rund 150 km vor Cornwall, Ontario) die Grenze zwischen die Vereinigte Staaten und Kanada; danach fließt er nur noch auf kanadischem Boden. Vor Montreal mündet das Wasser des Flusses Ottawa (franz. Rivière des Outaouais, eng. Ottawa River) ein. Nur wenige Kilometer östlich von Québec, wo das Wasser salzhaltig wird, mündet er als lang gestreckter Ästuar in den Sankt-Lorenz-Golf.
Seen und Städte am zuletzt genannten Flusslauf im Überblick - flussabwärts:
Der Sankt-Lorenz-Strom beherbergt zahlreiche Walarten, unter anderen Blau- und Finnwale, sowie Weißwale, welche sich im nahrungsreichen Mündungsgebiet des Saguenay aufhalten.
Entdeckt wurde der Sankt-Lorenz-Strom im Jahr 1535 durch den Franzosen Jacques Cartier, nachdem er ihn auf seiner ersten Reise ein Jahr zuvor wegen schlechten Wetters übersehen hatte.[1] Am 10. August 1535 befand sich Cartier an der Mündung in den Sankt-Lorenz-Golf. Da dies der Gedächtnistag des Laurentius von Rom war, benannte er den Strom und die Bucht nach ihm.[2]
Obwohl der Strom von Kingston bis zum Atlantik nur knapp 75 m Höhenunterschied überwindet, ist der Sankt-Lorenz-Strom wegen vieler Stromschnellen auf kanadischer Seite nur eingeschränkt schiffbar. Deshalb wurde von 1951 bis 1959 gemeinsam von den Vereinigte Staaten und Kanada der Sankt-Lorenz-Seeweg konzipiert und gebaut; ein System von Schleusen und Kanälen sowie Flussvertiefungen und -begradigungen, durch das der Atlantik mit den Großen Seen und den an diese anschließenden Flüssen für die Schifffahrt verbunden wurde. Über den Saint Louis-Fluss, der in den Oberen See mündet, den Intracoastal Waterway und den Illinois Waterway ist ein durchgehender Schiffsverkehr bis in die Mitte des Kontinents möglich.
Auf dem Sankt-Lorenz-Strom ereignete sich am 29. Mai 1914 eine der größten Katastrophen der Seefahrt, als der kanadische Passagierdampfer Empress of Ireland mitten in der Nacht mit einem anderen Schiff kollidierte und sank. Von den 1477 Menschen an Bord kamen 1012 ums Leben.
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