Der Saukopftunnel hat eine Länge von 2.715 m und ist damit der längste einröhrige Straßentunnel nördlich der Alpen.
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Der Saukopftunnel befindet sich zwischen Weinheim, Baden-Württemberg und Birkenau/Nieder-Liebersbach, Hessen im Zuge der Bundesstraße 38. Auf hessischer Seite gibt es Ausfahrten nach Nieder-Liebersbach und Mörlenbach bzw. Reisen. Auf der anderen Seite führt der Tunnel nach Weinheim. Das Bauwerk wurde am 9. Dezember 1999 durch die Ministerpräsidenten Erwin Teufel (Baden-Württemberg) und Roland Koch (Hessen) am West-Portal auf badischer Seite eröffnet.
Der Name stammt von dem durchstoßenen Bergrücken des Odenwald-Hauptkammes, dem Saukopf mit seiner Höhe von 348 m ü. NN.
Die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen liegt fast genau in der Mitte des Saukopftunnels, der Anteil Baden-Württembergs ist unwesentlich größer. Zwischen den Bundesländern besteht ein Verwaltungsabkommen, nach dem Hessen für den Bau und die Substanz des Tunnels zuständig war/ist und Baden-Württemberg den Betrieb und die Wartung realisiert.
Der Bau dauerte aufgrund von gerichtlichen Streitigkeiten mit Naturschützern über 30 Jahre. Mit der Eröffnung hatte das alltägliche Stauszenario in der Ortsdurchfahrt von Birkenau ein Ende. Das Problem verlagerte sich nun aber in das hintere Weschnitztal nach Mörlenbach, wo auf Bürgerseite auch für eine Verkehrsumgehung gekämpft wird. Auch hier gibt es Diskrepanzen zwischen den Befürwortern unterschiedlicher Realisierungsmöglichkeiten (Umgehung oder vollständige Untertunnelung Mörlenbachs).
Die Betriebskosten für den Saukopftunnel belaufen sich auf ca. 1 000 000 Euro pro Jahr.
In jedem Quartal ist der Tunnel für eine Woche (Mo-Fr) in den Nachtstunden (von 20 bis 5 Uhr) für turnusmäßige Wartungsarbeiten (z.B. Spülen der Drainage) gesperrt. Die Umleitung erfolgt in der Zeit über die alte B 38.
Im Saukopftunnel sind folgende Radiosender zu empfangen (via interne Verstärker):
(Liste unvollständig)
Der in beiden Fahrtrichtungen befahrene, einröhrige Tunnel war bei der Planung des Bauwerkes in den 70er Jahren sicherheitstechnischer Standard. Bei der Eröffnung 1999 war dieses Konzept bereits überholt und nach Fahrtrichtungen getrennte Tunnelröhren hatten sich etabliert.
In einem Tunneltest des ADAC aus dem Jahre 2001 schnitt der Saukopftunnel nur mit "ausreichend" ab.
Seit der Eröffnung sind Sicherheitsmängel immer wieder Gesprächsstoff in der Politik und in den lokalen Medien. 2008 soll ein parallel verlaufender Rettungsstollen, sowie zahlreiche weitere Sicherheits-Betriebseinrichtungen (Erweiterung der Lüftung, Notrufkabinen, Videokameras, Lautsprechergruppen, ...) nachgerüstet werden. Das Projekt soll ein Finanzvolumen von 28 Millionen Euro besitzen. Kontrovers wird zur Zeit allerdings noch diskutiert, ob der ca. 3 km lange Stollen befahrbar sein soll, was einen (verhältnismäßig geringen) finanziellen Mehraufwand bedeuten würde.
Ende 2006 gab das Regierungspräsidiums Karlsruhe bekannt, dass der Tunnel für die Nachrüstung der Sicherungstechnik und den Bau des Stollens ab Ende 2007 für bis zu 12 Monate gesperrt werden soll.[1] Die lokale Politik kritisiert dieses Vorhaben - sieben Jahre nach Öffnung des Tunnels - vehement und versucht derzeit einen Kompromiss zu erzielen (zeitweiser einspuriger Betrieb während der Rushhour).
Der Saukopftunnel ist auch Thema des Kriminalromans "Tod im Saukopftunnel" aus der Serie "Bergstraßen-Krimi" von Manfred H. Krämer.