Der Schildwall ist eine Infanterie-Verteidigungsformation des frühen Mittelalters.
Dabei kniet die erste Soldatenreihe, die zweite steht, so dass die überlappenden Schilde eine geschlossene Mauer bilden. Der Schildwall wurde vor allem von den Wikingern (Skaldborg), aber auch von den Angelsachsen eingesetzt (Schlacht bei Hastings).
Eine andere, vor allem von den Angeln praktizierte, Schildwall-Variante sah folgendermaßen aus: Während die erste Reihe stand und ihre breiten Schilde zu einer dichten Mauer verbanden, kniete hinter ihnen eine zweite Reihe Krieger. Diese wiederum waren mit langen Spießen/Speeren ausgestattet und stachen, sobald der Schildwall angegriffen wurde, nach den Beinen der Gegner.
Eine schwächere aber auch flexiblere Variante wanden die Sachsen im frühen Mittelalter an: Im Falle eines Angriffs bildeten die Krieger mit ihren Schilden einen Kreis und nahmen ihre Oberhäupter oder eventuelle Fernkämpfer in die Mitte. Ein großer Vorteil dieser Formation war, dass man den Kriegern nicht in den Rücken fallen konnte da sie überall gleich geschützt war. Da die Schilde nicht miteinander verbunden waren bot sie zwar nicht so viel Schutz gegen Angriffe, aber sie konnte bei Bedarf sofort aufgelöst werden und die Krieger gingen zum Angriff über. Gegen Kavallerie war so eine Einheit allerdings meistens hilflos und im Falle, dass Soldaten des Gegners in den Schildwall eindringen konnten war die Niederlage so gut wie sicher. Deshalb bewährte sich diese Taktik auch nicht lange und wurde bald wieder abgeschafft.
Heutzutage findet sich diese Verteidigungsformation bei Polizisten wieder die, wenn sie bei Randalen oder ausartenden Demonstrationen mit Gegenständen beworfen werden, eine Art Schildwall bilden.
Caesar erwähnt, dass die Gallier ebenfalls vom Schildwall Gebrauch machten.
Siehe auch: Schildkrötenformation