Schlacht bei Dara

Schlacht bei Dara
Teil von: Perserkriege Justinians
Datum 530
Ort Dara, Syrien
Ausgang Sieg der Römer
Kontrahenten
Oströmer Sassaniden
Befehlshaber
Belisar Ferouz
Truppenstärke
ca. 25.000 ca. 50.000
Verluste
unbekannt über 5.000

Die Schlacht von Dara im Norden Mesopotamiens im Jahre 530 markierte einen Sieg des Oströmischen Reiches unter Justinian I. gegen den Sassanidenkönig Kavadh I. Keiner der beiden Herrscher nahm persönlich an der Schlacht teil.

Dara (Daras) war eine strategisch bedeutende römische Festung bei Nisibis, die in den römisch-persischen Kriegen des 6. Jahrhunderts immer wieder umkämpft war. Kaiser Anastasios I. hatte den Ort 507 unter Verletzung älterer Verträge mit den Sassaniden stark ausbauen lassen. Im Jahr 526 brach wieder einmal zwischen den beiden Reichen ein Krieg aus, der sich unter anderem daran entzündete, dass der persische Großkönig versucht hatte, im Reich von Iberien (im heutigen Georgien) die zoroastrische Lehre durchzusetzen. Ein erster oströmischer Feldzug gegen Persien im Jahre 529 scheiterte. Justinians Feldherr Belisar entschloss sich dann im Jahre 530 zu einem erneuten Feldzug zur Abwehr einer persischen Offensive, obwohl er mit seinen gut 25.000 Mann, darunter hunnische und herulische Kavallerie, den 40.000 Persern, die unter dem Kommando des Ferouz (Peroz) standen, zahlenmäßig deutlich unterlegen war (allerdings bestand ein Großteil der persischen Armee aus offenbar recht kampfschwachen Fußtruppen). Es ging den Römern darum, die Festung Dara, deren Befestigungen sich gerade im Ausbau befanden, zu schützen. Belisar stellte seine Truppen vor der Stadt auf und ließ im Vorfeld tiefe Gräben anlegen, um die Kampfhandlungen auf einige Punkte zu beschränken und so seine zahlenmäßige Unterlegenheit auszugleichen.

Die Schlacht von Dara zog sich über zwei Tage hin. Am ersten Tag versuchten die Perser eine Attacke auf den rechten römischen Flügel, wo die Reitertruppen der Heruler standen; diese wichen zwar zunächst zurück, konnten dann aber zu einem Gegenangriff ansetzen, ohne eine Entscheidung zu bringen. Am zweiten Tag trafen bei den Persern weitere 10.000 Mann Verstärkung aus Nisibis ein. Belisar gelang es aber, die Perser in einem Zangenangriff einzuschließen, an dem auf der einen Seite die hunnischen Truppen, auf der anderen Seite, vor den Persern durch einen Hügel verdeckt, oströmische Kavallerie beteiligt waren. Zwar gelang es den Persern noch, den Truppen Belisars durch den Einsatz ihrer Elitetruppen schwere Verluste beizubringen, doch konnte dies am Ausgang der Schlacht nichts mehr ändern. Die überlebenden persischen Truppen zogen ab, während über 5.000 Perser tot auf dem Schlachtfeld blieben. Dies war der erste bedeutende römische Sieg über die Perser in offener Feldschlacht seit fast 100 Jahren. Damit war die oströmische Herrschaft über wichtige Teile des nördlichen Mesopotamien für lange Jahre gesichert, auch wenn Belisar im folgenden Jahr bei Kallinikon am Euphrat noch eine empfindliche Niederlage hinnehmen musste.

Der oströmische Geschichtsschreiber Prokopios, der 530 als Sekretär im Stab Belisars diente, bietet im ersten Buch seiner Historien einen detaillierten Augenzeugenbericht über die Schlacht.

Bibliographie

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