| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Schleifung (Begriffsklärung). |
Die Schleifung ist die Beseitigung durch Abtragen, Einebnen oder Niederreißen von Gebäuden, insbesondere von militärischen Befestigungsanlagen. Im äußersten Fall ist damit gemeint, dem Erdboden gleich machen. In der Regel fanden Schleifungen nach einem verlorenen militärischen Konflikt statt, bei der die besiegte Partei ihre militärischen Anlagen beseitigen musste. Im 19. Jahrhundert wurden viele der veralteten Festungen geschleift, um den wachsenden Städten mehr Raum in der Fläche verschaffen zu können. Zum Einsatz bei der Schleifung kamen das mechanische Abtragen von Mauern und Wällen sowie das Einebnen von Gräben, im äußersten Fall auch Sprengungen.
Mitte des 16. Jahrhunderts (1553/54) entwickelte der Nürnberger Schraubenmacher Lienhard Danner eine besondere "Brechschraube", mit der man nach der Eroberung die starken Mauern der Burgen und Festungen des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach zerstörte. Eine Abbildung dieses Werkzeugs veröffentlichte 1589 der Straßburger Festungsbaumeister Daniel Specklin in seiner "Architectura von Festungen".