Schneebergbahn

Die Schneebergbahn um 1900
Die Schneebergbahn um 1900

Schneebergbahn ist der Sammelbegriff für mehrere Eisenbahnstrecken im Großraum Wiener Neustadt in Niederösterreich. Die AG der Schneebergbahn wurde 1898 in Wiener Neustadt gegründet und besaß folgende Strecken:

Inhaltsverzeichnis

Strecken

Wiener Neustadt – Puchberg am Schneeberg
Streckenlänge: 28,0 km
Spurweite: 1435 mm
Südbahn
0,0 Wiener Neustadt Hauptbahnhof früher Schneebergbahnhof
Abzweig nach ?
Abzweig von der Südbahn
2,1 Wiener Neustadt-Anemonensee
Straßenbrücke Süd Autobahn
5,3 Bad Fischau-Brunn 280 m ü. A.
Abzweig nach Wöllersdorf
6,6 Brunn an der Schneebergbahn
8,4 Weikersdorf
10,5 Winzendorf 332 m ü. A.
12,9 Urschendorf
14,3 Strelzhof
15,4 Willendorf 385 m ü. A.
16,1 Rothengrub
17,3 Unterhöflein
20,8 Grünbach am Schneeberg 557 m ü. A.
22,1 Grünbach Schule
23,0 Grünbach Kohlenwerk
Grünbacher Sattel 678 m ü. A.
26,9 Pfenningbach 590 m ü. A.
28,0 Puchberg am Schneeberg Übergang zur Zahnradbahn 577 m ü. A.


Bad Fischau-Brunn - Wöllersdorf

Bad Fischau-Brunn - Wöllersdorf
Streckenlänge: 5,5 km
Spurweite: 1435 mm
Hauptstrecke Wr. Neustadt – Puchberg am Schneeberg
0,0 Bad Fischau-Brunn 280 m ü. A.
Abzweig von der Hauptstrecke
0,7 Bad Fischau
3,2 Feuerwerksanstalt
Anschluss an die Gutensteinerbahn
Straßenbrücke Süd Autobahn
5,5 Wöllersdorf 328 m ü. A.
Gutensteinerbahn

Sollenau AspangbahnFeuerwerksanstalt

Diese Strecke wurde abgebaut.

Sollenau (Aspangbahn) – Feuerwerksanstalt
Spurweite: 1435 mm
Aspangbahn
0,0 Sollenau
Abzweig von der Aspangbahn
6,9 Steinabrückl abgebaut
Feuerwerksanstalt abgebaut


Puchberg - Hochschneeberg

Puchberg - Hochschneeberg
Streckenlänge: 9,7 km
Spurweite: 1000 mm
Maximale Neigung: 225 
Zahnstangensystem: System Abt
0,0 Puchberg am Schneeberg Übergang von der Normalspurbahn 577 m ü. A.
1,1 Schneebergdörfl 613 m ü. A.
3,0 Hauslitzsattel 824 m ü. A.
4,5 Hengsthütte 1.012 m ü. A.
5,1 Wasserstelle am Hengst
5,9 Ternitzerhütte 1.231 m ü. A.
7,4 Station Baumgartner 1.398 m ü. A.
8,5 Tunnel 1 177 m
8,8 Tunnel 2 202 m
9,7 Hochschneeberg Endstation 1.792 m ü. A.

Heute ist der Begriff Schneebergbahn aber nahezu ausschließlich für die Zahnradbahn in Gebrauch.

Geschichte

Der 2076 Meter hohe Schneeberg ist der höchste Berg Niederösterreichs und einer der Wiener Hausberge. Mit dem Aufkommen des Tourismus und der Sommerfrische in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand der Wunsch nach einer zeitgemäßen Erschließung des damals schon beliebten Ausflugszieles. Zwischen 1895 und 1897 wurden die von Leo Arnoldi geplanten Strecken von Wiener Neustadt nach Puchberg und die Zahnradbahn von Puchberg auf den Hochschneeberg errichtet. Neben der Erschließung des Kurortes Puchberg und als Zubringer zur Zahnradbahn im Personenverkehr diente die Normalspurstrecke im Güterverkehr vor allem dem Abtransport der im Revier von Grünbach geförderten Steinkohle.

Zug auf den letzten Metern vor der Bergstation Hochschneeberg
Zug auf den letzten Metern vor der Bergstation Hochschneeberg

Die Zahnradbahn wurde als meterspurige Schmalspurbahn mit Zahnstange System Abt errichtet und überwindet auf einer Streckenlänge von 9,7 km einen Höhenunterschied von 1218 m. Die Maximalsteigung beträgt 225‰. Der Antrieb der Lokomotive erfolgt ausschließlich über das Zahnrad. Die Räder dienen nur zur Führung der Lok im Gleis. Daher ist das gesamte Gleisnetz, auch die Weichen, mit einer Zahnstange ausgestattet.

Den Betrieb führte anfangs die Firma Arnoldi (Hauptaktionär war das Berliner Bankhaus Landau), auf Grund wirtschaftlicher Probleme aber schon ab 1899 die AG der Eisenbahn Wien–Aspang (EWA) und ab 1937 die BBÖ. Am 1. Januar 1940 wurde die Schneebergbahn-Gesellschaft verstaatlicht, womit sie nach dem Zweiten Weltkrieg bei den ÖBB verblieb. Diese führten die Zahnradbahn weiterhin ausschließlich im kostenintensiven Dampfbetrieb. Da sich die ÖBB ab den 1990er-Jahren außer Stande sahen, den Betrieb in dieser Form weiter aufrecht zu erhalten und zu finanzieren, wurde 1996 eine eigenständige Betriebsgesellschaft gegründet. An dieser Niederösterreichischen Schneebergbahn GmbH sind zu je 50% das Land Niederösterreich über die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft NÖVOG und die ÖBB selbst beteiligt.

999.05 in Puchberg
999.05 in Puchberg
Dieseltriebwagen "Salamander"
Dieseltriebwagen "Salamander"

Seit 1999 wird der Fahrbetrieb primär mit den neu beschafften Dieseltriebwagen Salamander abgewickelt. Die auffällige Lackierung der Triebwagen ist einem Feuersalamander nachempfunden, welcher auch zum offiziellen Wappentier der Schneebergbahn auserkoren wurde. Einige der Dampflokomotiven der Reihe 999 stehen aber weiterhin für die fahrplanmäßigen Nostalgiezüge zur Verfügung.

Literatur

  • Kenning, Eisenbahnhandbuch Österreich 1992/93, Nordhorn 1992
  • Christopher, Mackinger, Wegenstein: Privatbahnen in Österreich, Stuttgart 1997

Weblinks

Commons
Commons: Schneebergbahn – Bilder, Videos und Audiodateien
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