Schreibtischtäter

Ein Schreibtischtäter ist jemand, der staatliche Machtstrukturen ausnutzt, um eine Straftat durch eine andere Person begehen zu lassen.

Der Begriff wird vor allem in Zusammenhang mit den am Schreibtisch geplanten NS-Verbrechen sowie mit den Schießbefehlen in der DDR verwendet. Als Beispiel für einen Schreibtischtäter werden oft Adolf Eichmann und Heinrich Müller, in Frankreich Maurice Papon genannt.

Wenn der Schreibtischtäter eine Befehlshierarchie ausnutzt, liegt nach deutschem Recht eine mittelbare Täterschaft (§ 25 Abs. 1 Alt. 2 StGB) vor. Der Schreibtischtäter besitzt als Hintermann die Tatherrschaft, auch wenn er selbst nicht Hand anlegt. Er ist also kein Anstifter, sondern er ist selbst Täter. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom „Täter hinter dem Täter“.

Literatur

Weblinks

Quelle:
Artikel Schreibtischtäter aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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