Schrein

Schrein (v. lat. scrinium), ursprünglich Lade, Kasten, dann auch so viel wie Schrank. Bezeichnet das kastenförmige Mittelstück eines Schnitzretabels und ein auf den Sarkophag zurückgehendes Reliquiar in der Grundform eines Kastens, Hauses oder Sakralbaus. Schreine sind die Hauptwerke der mittelalterlichen Goldschmiedekunst.[1]

Das Charakteristische des Schreins bestand darin, dass er geschlossen werden konnte, weshalb man die mittelalterlichen Schnitzaltäre, deren Flügel zugleich als Türen zum Schutz des Inneren diente, Altarschreine nannte. Die Särge der Heiligen und ihrer Reliquienbehälter hießen Heiligen- oder Reliquienschreine. Danach nannte man die Särge im allgemeinen Totenschreine. Daher auch der Name Schreiner für Tischler.[2]

Außereuropäische Kontexte

Die Kultorte der japanischen Shinto-Religion werden im Deutschen auch meist "Shintō-Schreine" genannt, in Abgrenzung zu den Tempeln des Buddhismus. Ebenso werden traditionelle Kultstätten afrikanischer Religionen als Schreine bezeichnet.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Ulrich Bock: Art. "Schrein", in: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG4). Bd. 7, R-S. Hrsg. von H.D. Betz, Don S. Browning, B. Janowski, E. Jüngel. Tübingen 2004. Sp. 1002.
  2. Schrein. Artikel in: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl. 1888 ff., Bd. 14, S. 628 f.
Quelle:
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