Schulsanitätsdienst

Der Schulsanitätsdienst, abgekürzt auch SSD, wird an Schulen von in Erster Hilfe ausgebildeten Schülerinnen und Schülern ehrenamtlich durchgeführt. Diese übernehmen bei Unfällen oder plötzlichen Erkrankungen die Erste Hilfe und betreuen den Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Weitere Aufgaben finden sich in der Sanitätsbetreuung von Schulveranstaltungen.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Schulsanitätsdienste gibt es nicht an jeder Schule, da diese über die Durchführung eines solchen Angebots selbst entscheiden kann. Jede Schule in Deutschland ist allerdings verpflichtet, eine gewisse Menge an Ersthelfern vorzuweisen, die sich nach der Schülerzahl richtet.

Um ein Projekt Schulsanitätsdienst zu ermöglichen, sollten auch einige Lehrer im Sanitätswesen geschult sein. Häufig wird das Projekt in Form einer Arbeitsgemeinschaft (AG) oder eines Arbeitskreises (AK) organisiert. An vielen Schulen ist es aber auch möglich, dass ältere Schülerinnen und Schüler die Leitung des Schulsanitätsdienstes übernehmen, d.h. als Schulsanitätsdienstleiter fungieren.

In der Regel kooperiert der Schulsanitätsdienst mit einer Hilfsorganisation (z. B. in Deutschland der Johanniter-Jugend, dem Jugendrotkreuz bzw. dem DRK, dem Malteser Hilfsdienst, dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft), welche die Ausbildung der Teilnehmer im Bereich Erster Hilfe und des Sanitätswesens durchführt.

Üblicherweise werden die Schulsanitätsdienste von Schule, Elternverein oder unterstützender Hilfsorganisation mit Material zur Versorgung von Wunden, Blutdruckmessgerät, Alu-Polsterschiene, Kühlbeutel (Sportunfälle), sowie teilweise auch Beatmungsbeuteln ausgerüstet. Diese Ausstattung richtet sich nach dem Ausbildungsstand der Schulsanitäter. Sind genügend Schüler auf gewisse Erste-Hilfe-Materialien bereits eingeweisen, können diese beispielsweise auch um eine Samsplint-Schiene oder einen Stiffneck erweitert werden. Jede Schule ist allerdings verpflichtet über den jeweiligen Schulträger die Materialien zu beschaffen, die für das Befüllen der Verbandkästen in der jeweiligen Schule erforderlich ist.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Schulsanitäter ist nicht einheitlich festgelegt und kann von Hilfsorganisation zu Hilfsorganisation variieren. Meist haben die Schüler erweiterte Kenntnisse in Erster Hilfe, ältere Schüler auch eine Sanitäts(helfer)ausbildung. Üblicherweise gehört zum Schulsanitätsdienst auch das regelmäßige gemeinsame Training. Den Schulsanitätern wird sowohl theoretisch als auch praktisch durch Fallbeispiele beigebracht, sich in verschiedenen Notfallsituationen richtig zu verhalten.

Neben der klassischen Ersten Hilfe liegen die Schwerpunkte auf alltäglichen Situationen (vor allem Sportunfällen) und der psychischen Betreuung der Verletzten.

Des Weiteren lernt man in der Ausbildung zum Schulsanitäter auch rechtliche Verpflichtungen und Einschränkungen sowie den rechtlichen Schutz des Ersthelfers kennen.

Siehe auch

Weblinks

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