Schura (Islam)

Schura, arabisch: شُورَى‎, heißt wörtlich etwa „Beratung“ und gilt traditionell als Grundprinzip guter islamischer Herrschaft. Schura als Regierungsprinzip wird im Koran (42:38) erwähnt.

Schura ist nicht mit Demokratie zu verwechseln und entspricht wohl am ehesten der Praxis, wie sie auch die „guten“ römischen Adoptivkaiser betrieben. Eine Konzession an moderne Verhältnisse ist die formale Einrichtung einer festen beratenden Körperschaft, meist Madschlis asch-Schura genannt. In guten traditionellen muslimischen Gemeinschaften konnte oft jeder erwachsene Muslim den Herrscher direkt ansprechen und ihm bei Gelegenheit sein Anliegen unterbreiten.

Die Praxis sah und sieht aber oft anders aus. Die Kalifen der Abbasiden lebten in Abgeschiedenheit vom Volk und viele muslimische Herrscher regierten und regieren despotisch.

Aber noch König Abd al-Aziz al Saud ließ sich von seinen Untertanen mit ya Abd al-Aziz ansprechen, ein Verhalten, das für europäische Herrscher lange undenkbar war. Königin Elisabeth II. etwa darf bis heute nicht zuerst von einem Untertanen angesprochen werden, wenn sie an der Menge vorbeiläuft.

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