Als Schutzwald wird Bergwald oberhalb von Dörfern, Straßen und Schienen in Berggebieten bezeichnet, der Talbewohnern Schutz vor Steinschlag, Erdrutsch und Lawinenbildung bietet. Schutzwald ist jedoch nicht nur für die unmittelbare Umgebung wichtig, da der Wald im Berggebiet Hochwasser und Überschwemmungen im Unterland verhindert.
Der ideale Schutzwald ist ein lockerer Mischwald mit Bäumen unterschiedlicher Altersstufe, die in Rotten wachsen (Baumgruppen mit Bäumen verschiedenen Alters). Einzelne Baumarten haben unterschiedliche Vor- und Nachteile im Schutzwald. Beispielsweise wachsen Fichten schnell und sind unempfindlich gegen Steinschlagsverletzungen, andererseits wurzeln sie flach, was sie für Sturmschäden anfällig macht. Weißtannen haben tiefe Wurzeln und sind gegenüber Stürmen weniger anfällig, in der Jugendphase jedoch bei hohen Wildbeständen stark verbissgefährdet. Bergahorn wurzelt sogar in Geröllhalden, die sich bewegen, ist aber gegen Frost empfindlicher als Nadelbäume.
Schutzwald ist bei weitem der kostengünstigste Schutz gegen Lawinen: Selbst im extremen Lawinenwinter von 2003 gab es in der Schweiz keinen Lawinenanriss in einem Schutzwaldgebiet. Der Wald verhindert die Bildung einer gleichmässigen Schneeschicht, da der Schnee zuerst zurückgehalten wird und dann paketweise von den Ästen auf den Boden fällt.
Schutzwald wird je nach geltender Landesgesetzgebung manchmal zu Bannwald erklärt. Entgegen weitverbreiteter Meinung sind Durchforstungen und Holzerntemaßnahmen im Schutzwald nicht generell verboten. Vielmehr sind sie vielerorts in dichten Beständen sinnvoll und notwendig, um deren Schutzfunktion zu verbessern. Ziel von Schutzwalddurchforstungen kann beispielsweise sein, zu gering vertretene stabilisierende Mischbaumarten wie die Weißtanne zu begünstigen und von bedrängenden Nachbarfichten zu befreien.