| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Nordfriesland | |
| Amt: | Treene | |
| Koordinaten: | 54° 24′ N, 9° 11′ O | |
| Höhe: | 12 m ü. NN | |
| Fläche: | 19,64 km² | |
| Einwohner: | 1330 (1. Jan. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 68 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 25876 | |
| Vorwahl: | 04884 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NF | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 54 116 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Schulweg 19 25866 Mildstedt |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heinrich Thomsen | |
| Lage der Gemeinde Schwabstedt im Kreis Nordfriesland | ||
Schwabstedt (dänisch: Svavsted, friesisch: Swåbstääist) ist ein Luftkurort in Nordfriesland, Schleswig-Holstein.
Inhaltsverzeichnis |
Schwabstedt liegt etwa 12 km südöstlich von Husum und 6 km nordöstlich von Friedrichstadt am Unterlauf der Treene.
Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Schwabstedt, Lehmsiek, Schwabstedter Westerkoog (eingemeindet 1975) und Hollbüllhuus (eingemeindet 1976). Schwabstedt ist Mittelpunkt für die selbständigen Kirchspielgemeinden Fresendelf, Hude, Ramstedt, Süderhöft und Wisch.
Der Ort grenzt an Norderstapel, Wohlde, Drage, Seeth und Winnert. Etwa 5 km südlich verläuft die Bundesstraße 202 von Friedrichstadt nach Rendsburg.
Schwabstedt wurde als "Swauestath" 1318 erstmals erwähnt. Der Name bedeutet Wohnstätte des Swavi.
Lehmsiek liegt auf einer Anhöhe zwischen Schwabstedt und Winnert und grenzt an den Lehmsieker Wald und an das 631 ha große Naturschutzgebiet Wildes Moor.
Die frühesten Spuren menschlicher Aktivität auf dem Gemeindegebiet sind mehr als 6000 Jahre alt. Es handelt sich hierbei um Kernbeil des Mesolithikums (ca. 10.000-4300 v. Chr.). Ein Messer aus Hirschgeweih soll sogar mehr als 10.000 Jahre alt sein. Aus der Jungsteinzeit (ca. 4300-2300 v. Chr.), als die Menschen sesshaft wurden und erstmals von Ackerbau und Viehzucht lebten, haben sich zahlreiche Steinbeile, Meißel, Dolche und andere Geräte aus Flint erhalten. Außerdem können mehrere Grabhügel in diese Epoche datiert werden, da sich in ihnen Grabkammern aus Stein erhalten haben. Andere Hügel stammen dagegen aus der frühen Bronzezeit (ca. 2300-1700/1600 v. Chr.), wie entsprechende Grabbeigaben (Bronzemesser und Dolche) nahelegen. Der größte der vorgeschichtlichen Grabhügel ist der so genannte "Glockenhügel", auf dem heute der Glockenturm der Schwabstedter Kirche steht. Dafür, dass in den Jahrhunderten um Christi Geburt Siedlungen in Schwabstedt bestanden, sprechen unter anderem Gefäßreste, die der eisenzeitlichen Jastorf-Kultur zugerechnet werden können. In einem Brunnen aus Heideplaggen wurden außerdem römische Glasscherben des 3. und 4. Jahrhunderts nach Christus gefunden.
Vielleicht existierte schon zu Wikingerzeit (ca. 800-1100 n. Chr.) in Schwabstedt ein Handelsplatz. Damals verlief ein wichtiger Handelsweg von der Nordsee über Eider und Treene nach Hollingstedt, von dort über Land bis Haithabu und auf der Schlei weiter in die Ostsee. Wahrscheinlich bildete die Treene bei Schwabstedt (südjütisch: Svåbste) noch bis ins 12.Jahrhundert eine Sprachgrenze zwischen dem Dänischen und Niederdeutschen, ehe sich diese weiter nach Norden auf die Höhe Husum-Schleswig verschob. 1268 musste der Schleswiger Bischof seine Burg Gottorf an der Schlei an die Herzöge von Schleswig abtreten und erhielt im Gegenzug den herzöglichen Anteil der Südergoesharde. Mit diesem "Anteil" war wahrscheinlich die Gegend um Schwabstedt gemeint, das seitdem bischöflicher Residenz war. 1318 wird der befestigte Bischofssitz erstmals mit dem Namen "Schwabstedt" bezeichnet. Die Bischöfe bauten die Burg und auch den dabei liegenden Ort aus. Mittelalterliche Siegel deuten darauf hin, dass Schwabstedt sogar Stadtrechte besaß. Eine entsprechende Urkunde ist aber nicht überliefert. Nach der Reformation im 16. Jahrhundert wurde aus dem bischöflichen Besitzungen das landesherrliche Amt Schwabstedt, dessen Amtmann im Schwabstedter Schloss residierte. 1702 wurde das Amt allerdings mit dem Amt Husum zusammengelegt, das Folge des Nordischen Krieges 1720 an den Dänischen Gesamtstaat fiel. Das mittlerweile verfallene Schloss wurde kurze Zeit später abgerissen. 1867 fiel Schwabstedt wie ganz Schleswig-Holstein an Preußen.
Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die SPD seit der Kommunalwahl 2003 fünf Sitze, die CDU hat vier und die FDP und die Wählergemeinschaft WGS haben je zwei.
Blasonierung: „Über blauen Wellen, die mit drei goldenen Seeblättern in der Stellung 2 : 1 belegt sind, in Gold zwischen zwei auf roten Dückdalben befindlichen, abgewendeten roten Schlüsseln, in deren Bart ein Kreuz bzw. eine brennende Kerze eingeschnitten ist, ein roter Turm mit offenem Tor, Zinnenplattform und zwei kreisrunden Fenstern.“[1]
Die Gemeinde führt ihr historisches Siegel im Wappen, dessen Inhalt auf die mittelalterliche Geschichte des Ortes bezogen ist. Die Burg erinnert an den Sitz der Schleswiger Bischöfe seit 1268. Die zu beiden Seiten der Burg befindlichen Schlüssel sind die Attribute des heiligen Petrus, des Schutzpatrons des Schleswiger Bistums. Auf die geistlichen Wurzeln bezieht sich wohl auch die besondere Gestaltung der Schlüsselbärte als Kerze und Kreuz. Bei den "Dückdalben" dürfte es sich eher um Teile einer Zinnenmauer als Zeichen der städtischen Rechsstellung handeln. Die Seerosen im heutigen Gemeindewappen wurden dem überkommenden Siegelbild bei der Genehmigung 1963 hinzugefügt, um den Unterschied zum älteren Amtswappen mit demselben Bildinhalt deutlich zu machen.
Neben Landwirtschaft, Dienstleistung, Bauunternehmen spielt Tourismus (Luftkurort) eine wichtige Rolle.
Romanische Feldsteinkirche (um 1200), gotisches Vorhaus, innen: aus der Husumer Marienkirche stammende dreiteiliger spätgotischer Schreinaltar (Anfang 16. Jh.), Spätrenaissance-Taufe (um 1605), Kanzel (1606), spätgotisches Chorgestühl (15. Jh.). Weiterhin sehenswert: Haus J. Karstens (1789); zwei Granit-Grenzsteine mit Wappen von 1619/1624 (Schwabstedter Wappenzeichen).
Schwabstedt ist Geburtsort des Barockkomponisten Nikolaus Bruhns. Zusätzlich ist das Mitglied Ohl Shanger der Musikgruppe Godewind in diesem Ort beheimatet.
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