Schwalmstadt

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Schwalmstadt
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Schwalmstadt hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Koordinaten: 50° 56′ N, 9° 13′ O
Höhe: 234 m ü. NN
Fläche: 84,74 km²
Einwohner: 19.075 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34613
Vorwahl: 06691
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 022
Stadtgliederung: 13 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 1
34613 Schwalmstadt
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wilhelm Kröll (SPD)

Schwalmstadt ist die größte Stadt des Schwalm-Eder-Kreises im Norden von Hessen. Sie entstand erst 1970, als die beiden Städte Treysa und Ziegenhain mit den umliegenden Dörfern zur Stadt Schwalmstadt zusammengefasst wurden.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Schwalmstadt liegt in der Landschaft Schwalm, im westlichen Knüllgebirge. Durch die Stadt fließt der Fluss Schwalm. Die nächst größeren Städte sind Kassel (etwa 50 km nördlich), Bad Hersfeld (etwa 35 km östlich), Marburg (etwa 40 km südwestlich) und Fulda (etwa 70 km südöstlich).

Nachbargemeinden

Schwalmstadt grenzt im Norden an die Gemeinden Jesberg und Neuental, im Osten an die Gemeinde Frielendorf, im Süden an die Gemeinde Willingshausen (alle im Schwalm-Eder-Kreis), sowie im Westen an die Stadt Neustadt (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und die Gemeinde Gilserberg (Schwalm-Eder-Kreis).

Stadtgliederung

Neben dem Stadtkern Treysa und Ziegenhain besteht Schwalmstadt aus den Stadtteilen Allendorf an der Landsburg, Ascherode, Dittershausen, Florshain, Frankenhain, Michelsberg, Niedergrenzebach, Rommershausen, Rörshain, Trutzhain und Wiera.

Geschichte

Im 8. Jahrhundert war Treise im Besitz der Äbte von Hersfeld. Die Grafen von Cigenhagen wurden im 1144 das erste Mal urkundlich genannt. Im Jahre 1186 wurde Treysa von den Grafen übernommen und befestigt. Das Wahrzeichen Treysas, die Martinskirche (heute Totenkirche), wurde 1230 gebaut. Treysa erhielt die Stadtrechte zwischen 1229 und 1270, und Ziegenhain erhielt 1274 das Stadtrecht. Nach dem Tod des letzten Grafen 1450 fiel die Grafschaft an Hessen.

Treysa - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Treysa - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Durch die Landgrafen von Hessen wurde die Burg in Ziegenhain 1470 zu einem Schloss umgebaut, und durch Philipp I. von Hessen erfolgte der Ausbau zu einer Wasserfestung von 1537 bis 1548.

Im August 1945 fanden in Treysa die Verhandlungen zur Gründung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) statt ("Kirchenkonferenz von Treysa"). Damit wurde ein Zusammenschluss der lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen vollzogen. Zwei weitere Kirchenversammlungen der EKD im Mai 1946 und im Juni 1947 versuchten das Gespräch über unterschiedliche Auffassungen zum Abendmahl in Gang zu bringen und befassten sich mit der Entnazifizierung.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurden die beiden Städte Treysa und Ziegenhain mit ihren umliegenden Dörfern 1970 zur Stadt Schwalmstadt vereint und bestehen seitdem nur noch als Stadtteile.

Unter dem Motto "Hessisch Willkommen" war Schwalmstadt 1995 Austragungsort des 35. Jubiläums-Hessentages.

Rommershausen

Im Staatsarchiv Marburg wird Rommerhausen erstmalig in 1243 unter dem Namen "Romershusen" erwähnt. Im Jahr 1360 heißt es dann "Romirshusin" und 1365 "Rumershusen", seit 1419 "Rommershausen". Am 3. April 1916 um 15:30 Uhr stürzte in einem Waldstück nahe Rommershausen ein exterristischer Eisenbrocken auf die Erde. Dieser wurde später nach seinem Fundort als Meteor von Rommershausen bezeichnet und ging in die deutsche astronomische Geschichte als größter nachweisbarer beobachteter Meteoriteneinschlag ein. Seit der hessischen Gebietsreform in den 1970er Jahren gehört es zu Schwalmstadt.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,9 12 33,5 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,5 16 47,5 18
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,4 3 3,7 1
FDP Freie Demokratische Partei 5,2 2 5,8 2
FWG Freie Wählergemeinschaft Schwalmstadt 8,7 3 9,5 4
Linke.WASG Wählergruppe Die Linke.WASG Schwalmstadt 3,4 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 46,3 51,4

Bürgermeister Wilhelm Kröll (SPD) wurde am 7. Mai 2006 mit einem Stimmenanteil von 61,4 % wieder gewählt.

Wappen

In Gold ein schwarzer, rotbewehrter, nach rechts blickender Ziegenadler. Auf seiner Brust in Silber ein sechsstrahliger roter Stern.

Die Wappenzeichen sind geschichtliche Symbole der beiden Städte und der alten Grafschaft Ziegenhain.

Städtepartnerschaften

  • Canton de Loriol (Frankreich)
  • Zwalm (Belgien)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Freilichtbühne Schwalmberg
  • Freilichtbühne Totenkirche
  • Theaterverein Trutzhain: "Trutzhainer Bühne"

Museen

  • Deutsches Schreibmaschinenmuseum
  • Museum der Schwalm Ziegenhain
  • Gedenkstätte und Museum Trutzhain
  • Museumsbahnverein "Eisenbahnfreunde Schwalm-Knüll e.V."

Bauwerke

  • Die Historischen Altstädte Treysa und Ziegenhain mit zahlreichen Fachwerkhäusern
  • Totenkirche mit "Buttermilchturm" in Treysa
  • Stadtpfarrkirche
  • Altes Hospital in Treysa
  • Hexenturm in Treysa
  • Schloss mit Wallgraben und Paradeplatz in Ziegenhain
  • Rathaus und Johannisbrunnen in Treysa
  • Ehemaliges Kriegsgefangenenlager Trutzhain
  • Lokschuppen im alten Bahnbetriebswerk

Naturdenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Hutzelkirmes (Treysa)
  • Salatkirmes (Ziegenhain)
  • Kirmes in Allendorf an der Landsburg
  • Kirmes in Dittershausen
  • Kirmes in Florshain
  • Kirmes in Niedergrenzebach
  • Weindorf an der Totenkirche
  • Johannisfest (Niedergrenzebach)
  • Brunnenfest in Niedergrenzebach
  • Scherzmarkt
  • Michaelismarkt
  • Weihnachtsmärkte in Niedergrenzebach, Treysa und Ziegenhain
  • World Music Festival der Klangfreunde

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Durch Schwalmstadt führen die Bundesstraßen B 254 (von Fulda über Schwalmstadt nach Kassel) und B 454 (von Bad Hersfeld über Schwalmstadt nach Marburg). In der Nachbargemeinde Neuental endet die Bundesautobahn A 49.

Schienenverkehr

Die Main-Weser-Bahn von Frankfurt nach Kassel führt durch Schwalmstadt. Hier gibt es den Bahnhof Treysa und den Bahnhof Schwalmstadt-Wiera.

Stündlich enden Regionalbahn-Züge von bzw. nach Kassel und der Mittelhessen-Express von bzw. nach Frankfurt in Treysa. Zusätzlich halten abwechselnd im Stundentakt jeweils ein InterCity und ein Regionalexpress der Linie Kassel-Frankfurt in Treysa.

Schwalmstadt-Wiera wird stündlich vom Mittelhessen-Express bedient.

Durch die Stadt führte auch die strategische Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und Metz, die als Kanonenbahn bezeichnet wurde.

Schwalmstadt hatte früher mit der Knüllwaldbahn eine Verbindung nach Bad Hersfeld. (siehe Bahnstrecke Bad Hersfeld–Treysa)

Medien

  • Schwälmer Allgemeine (täglich)

Dierichs Verlag (HNA)

  • Schwälmer Bote am Sonntag und Schwälmer Bote am Mittwoch

MB-Media Verlag

  • MAZ Mittelhessische Anzeigen Zeitung (mittwochs)

MAZ-Verlag Gießen


Staatliche Einrichtungen

Harthbergkaserne

Von 1961 bis Ende 2006 war Schwalmstadt Bundeswehrstandort mit den Einheiten 1./NschBtl 51 (KRK), 5./NschBtl 51 (NVG/MVG), 6./NschBtl 51 (NVG/MVG), 8./NschBtl 51 (AGA) und 5./FJgBtl 351 (AGA).

Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt

Die JVA Schwalmstadt befindet sich im Stadtteil Ziegenhain im ehemaligen Jagdschloss der Landgrafen von Hessen-Kassel sowie einem Erweiterungsbau. Nachdem 2003 der offene Vollzug ausgelagert wurde, existiert in der JVA nur noch der geschlossene Vollzug, unterteilt in höchste und geringere Sicherheitsstufe.

Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

Der THW-Ortsverband Schwalmstadt wurde 1961 gegründet. Im Ortsverband Schwalmstadt ist u. a. ein Technischer Zug mit Fachgruppe Ortung stationiert.

Bildungseinrichtungen

Die Stadt hat unter anderem die allgemeinbildenden Schulen, die Carl-Bantzer-Schule (kooperative Gesamtschule), das Schwalmgymnasium und die Schule im Ostergrund (Haupt- und Realschule). Dazu kommen die Grundschulen, die Ziegenhainer Grundschule, die Brüder-Grimm-Schule in Allendorf, die Eckhardt-Vonholt-Schule, die Grundschule Niedergrenzebach und die Mittelpunkt Grundschule.

Bei den Sonderschulen sind die Friedrich-Trost-Schule, Sankt-Martin-Schule und die Herrmann-Schuchard-Schule zu nennen, die alle unter der Trägerschaft der Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V. stehen.

Berufs- und weiterbildende Schulen sind die Berufliche Schulen Schwalmstadt, der Stenografenverein 1925 Treysa e. V. (Aus- und Fortbildungsstätte für Stenografie, Maschinen-/Tastschreiben, Bürotechnik, Internetschulungen, Text- und Datenverarbeitung) und die Volkshochschule.

Ansässige Unternehmen

Im Bereich der Kunststoffverarbeitung sind die Merkel Freudenberg Fluidtechnic GmbH (Dichtungs- und Schwingungstechnik) und die Horn & Bauer GmbH & Co. KG (Folientechnik) angesiedelt. Im Bereich des Maschinenbaus arbeitet die Firma Konvekta AG (Heizungs-, Klima- und Kältetechnik) und im Bereich der Elektrotechnik die Firma Tieman GmbH (elektronischen Sehhilfen). Weiterhin ist hier die Logistikfirma Heidelmann GmbH (internationale Spedition und Lagerung für temperaturgeführte Güter), die Schuhfabrik Erich Rohde KG und die Schwalm Bräu Privat Brauerei Friedrich Haaß KG hier angesiedelt.

Im Bereich der Sozialpädagogik ist die Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V. tätig.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Roswitha Aulenkamp, Komponistin, Pianistin und Dozentin (geboren in Ziegenhain)
  • Carl Bantzer, Maler und Kunstschriftsteller (* 6. August 1857 in Ziegenhain)
  • Wilhelm Böttner, barocker Maler (* 24. Februar 1752 in Ziegenhain, † 24. November 1805 in Kassel)
  • Adam Dietrich, Botaniker (* 4. November 1711 in Ziegenhain, † 11. Juli 1782 in Ziegenhain)
  • Friedrich Gottlieb Dietrich, Botaniker und Gartengestalter (* 9. März 1765 in Ziegenhain, † 2. Januar 1850 in Eisenach)
  • Alfred Hartenbach, MdB (SPD) (* 5. März 1948 in Niedergrenzebach)
  • Herbert Henck, Pianist (* 28. Juli 1948 in Treysa)
  • Hans John, Jurist und Widerstandskämpfer (* 1. August 1911 in Treysa, † 23. April 1945 in Berlin (hingerichtet))
  • Guido Knopp, Historiker, Publizist und Fernsehmoderator (* 29. Januar 1948 in Treysa)
  • Stanislaw Kubicki, Künstler, Dichter und Philosoph (* 1889 in Ziegenhain, † 1943 in Polen (ermordet))
  • Hanns Wilhelm Lavies, Publizistik- und Filmwissenschaftler, (* 9. Mai 1908 in Treysa; † um 2000)
  • Klaus Stern, Regisseur (* 1968 in Ziegenhain)
  • Julius Weiffenbach, Jurist (* 26. April 1837 in Ziegenhain, † 29. Juli 1910 in Berlin)
  • Albert Wigand, Maler (* 4. August 1890 in Ziegenhain, † 17. Mai 1978 in Leipzig)
  • Konrad Wiederhold, Oberst (* 20. April 1598 in Ziegenhain, † 13. Juni 1667 in Kirchheim)


Weblinks


Quelle:
Artikel Schwalmstadt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Bookmarks
delicious wong linkarena google