Schwarz-Gruppe

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Schwarz-Gruppe
Unternehmensform
Unternehmenssitz Neckarsulm, BW, Deutschland

Unternehmensleitung

Dieter Schwarz

Mitarbeiter ca. 151.000 (2004)
Umsatz 44,0 Mrd. Euro (2006)[1]
Branche Lebensmitteleinzelhandel

Die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem die Unternehmen Lidl, Kaufland, KaufMarkt und Handelshof gehören, wird vom deutschen Unternehmer Dieter Schwarz geführt und ist derzeit der drittgrößte Lebensmitteleinzelhandel-Konzern in Deutschland. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Neckarsulm[2].

Zur Schwarz-Gruppe gehören knapp 2.700 Lidl-Discountmärkte, 500 Kaufland-Verbrauchermärkte und 17 Ruef-Großhandelsmärkte. Die Gruppe hat nach eigenen Angaben Filialen in 20 Ländern. In den rund 2.700 deutschen Filialen sollen etwa 33.000 Mitarbeiter, mit den insgesamt 6.000 europäischen Filialen zusammen etwa 170.000 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Geschichte

Dieter Schwarz stieg nach seinem Abitur beim Obstgroßhandel seines Vaters und dessen Komplementär namens Lidl ein. 1968, also mit 29 Jahren, eröffnete er in Backnang seinen ersten Supermarkt namens Handelshof. Als er 1970 aufgrund des Todes seines Vaters den geerbten Obstgroßhandel an Metro verkaufte, gehörten ihm bereits 30 Lidl-Filialen. Vor allem aufgrund seiner harten Verhandlungspolitik, vielen gewagten Investitionen und einem gutem Logistiknetz wurde sein Unternehmen zu einem der wichtigsten Lebensmitteldiscounter Europas.
Lidl Filialen hielten stets mit allen technischen Erneuerungen Schritt, so hatten sie noch vor Aldi Scannerkassen zum Abwiegen von Obst und Gemüse und Geräte zum Bezahlen mit EC-Karten.
Selbst bei Investionen in den deutschen Osten ab 1990 und im Ausland (1989 - Frankreich) war Lidl schneller als Konkurrenten und wurde dort schnell Marktführer.
1992 wagten sie sich nach Italien und andere südliche Länder und in den späten Neunzigern auch nach Skandinavien und Osteuropa.
Ende 2004 gab es schon 35.000 Filialen, die Anzahl ist stetig steigend. Schon seit über zehn Jahren ist die Schwarz-Gruppe das erfolgreichste Handelsunternehmen Deutschlands, obwohl sie den Hauptumsatz in den ca. 1.100 Filialen Frankreichs macht. Zum Abbau ihrer hohen Verschuldung wurden Ende 2006 Immobilien im Wert von einer Milliarde Euro verkauft. In der Branche ist von einer Verschuldung von rund 15 Milliarden Euro die Rede.[3]

Laut Pressemitteilung vom 20. Juli 2007 ist die Schwarz-Gruppe eine Minderheitsbeteiligung an dem nicht börsennotierten Bio-Supermarkt-Betreiber basic AG München eingegangen. Zeitungsberichten zufolge strebt die Schwarz-Gruppe eine Erweiterung dieser Beteiligung an. [4]

Kritik

In den letzten Jahren geriet die Schwarz-Gruppe international in die Kritik wegen ihrer arbeitnehmerfeindlichen Arbeitsbedingungen. So erschien das von der Gewerkschaft Ver.di herausgegebene Schwarzbuch Lidl, und die Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke im Europaparlament veranstaltete die Konferenz Precarious Europe zu den Praktiken der Schwarz-Gruppe. Widerstand gegen Kaufland und Lidl regt sich auch in Osteuropa. In Rumänien protestierten im Januar und März 2007 Kaufland-Angestellte und unabhängige Vereine in Bukarest gegen die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in den Filialen der Kette. Im Juni 2007 erschienen Artikel in der Wirtschaftswoche und in Der Spiegel über den illegalen Kauf und geplanten Abriss von Stadien durch Kaufland in den Städten Sighişoara (Schäßburg) und Arad in Siebenbürgen. Um den Abriss zu verhindern, haben lokale Umweltschutzvereine Klage beim Verwaltungsgericht in Târgu Mureş eingereicht.[5][6][7][8]

Quellen

  1. http://www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/grid_id/1272266/_p/200040/_t/ft/_b/1233298/default.aspx/schwarz-gruppe-waechst-zweistellig.html
  2. http://www.investors-link.de/DATA/WIRTSCHAFT/wirtschaft_unternehmen_top_50.php
  3. http://www2.onwirtschaft.t-online.de/dyn/c/96/37/38/9637382.html
  4. http://www.pr-inside.com/de/lidl-strebt-offenbar-mehrheit-bei-oeko-kette-r184950.htm
  5. Lidl-Kampagne von ver.di
  6. Ralf Streck: Der erste Schritt zu einer internationalen Gewerkschaft? Telepolis, 21. Juni 2007
  7. Website der Attac-Discounter-Kampagne
  8. Kaufland hat Ärger in Transsilvanien. Wirtschaftswoche vom 7. Juni 2007
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