| Schwarzkopftunnel | |
|---|---|
| Baujahr | 1850 - 1854 |
| Inbetriebnahme | 25. September 1854 (öffentliche Probefahrt) |
| Offizielle Einweihung | 1. Oktober 1854 |
| Elektrifizierung | 1957 |
| Länge | 926 Meter |
| Anzahl Gleise | 2 |
| Gleisabstand | 3,50 Meter |
Der Schwarzkopftunnel ist ein 930 m langer, gerader zweigleisiger Eisenbahntunnel zwischen Laufach und Heigenbrücken (Strecken-km 72,1–73,0).
Der Tunnel wurde zwischen 1850 und 1854 im Auftrag der Bayerischen Staatsbahn beim Bau der Ludwigs-West-Bahn von der Philipp Holzmann AG (Dreieich/Frankfurt) als deren erstes größeres Bauprojekt errichtet. Er schließt sich östlich direkt an die legendäre Spessartrampe an und liegt mit 277 m Höhe ü. Normalnull am Kulminationspunkt der Main-Spessart-Bahn und verbindet das Lohr-Tal mit dem Laufach-Tal.
Der Tunnel ist nach dem Berg Schwarzkopf benannt, der mit 391 m eine kleine Wasserscheide darstellt. Der Bau gestaltete sich aufgrund des reichlich anfallenden Bergwassers als sehr schwierig. Der Tunnel wurde nach einer Variante der deutschen Bauweise mit einem First- und zwei Sohlstollen vorgetrieben. Das Bergwasser wurde gefasst und zur Versorgung der Wassertürme in den Lokstationen Laufach und Aschaffenburg genutzt.
Bis zur Elektrifizierung der Strecke hatte der Tunnel einen senkrechten Abluftschacht, um die Abgase der Dampflokomotiven dank der Kaminwirkung schneller aus dem Tunnel abziehen lassen zu können.
Die Tunnelsohle wurde 1957 bei der Elektrifizierung der Main-Spessart-Bahn Aschaffenburg-Würzburg um 60 Zentimeter tiefer gelegt. Um 1926 und um 1970 wurde der Tunnel saniert, da der Gebirgsdruck und eindringendes Bergwasser die Gewölbemauerung beschädigt hatte. Eine erneut notwendige grundlegende Sanierung soll nicht mehr erfolgen, da der Tunnel durch einen Neubaustreckenabschnitt einer flachen Spessartrampe ersetzt werden soll. Dies wird nicht vor dem Jahr 2010 erfolgen.
Mit einer maximalen Streckengeschwindigkeit von 70 km/h ist die Röhre heute eine der langsamsten Streckenabschnitte im Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn.
| Zukünftige Streckenführung | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
Am 28. August 2006 fiel die Entscheidung zum Neubau des Streckenabschnitts zwischen Laufach und Heigenbrücken. Die auf sieben Kilometern neu trassierte Trasse wird je Fahrtrichtung durch vier einröhrige Tunnel sowie Trogbauwerke führen. Nach Abschluss der Arbeiten soll der bisherige Abschnitt mit dem Schwarzkopftunnel zurückgebaut werden.
Die projektierte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h, die maximale Steigung bei 14,2 Promille. Dadurch soll auch das Nachschieben von schweren Güterzügen auf der Spessartrampe unnötig werden. Die Arbeiten sollen voraussichtlich 2009 beginnen und zum Jahresfahrplan 2014 abgeschlossen sein. Seit November 2006 bis voraussichtlich April 2007 läuft die Vorerkundung für den Ausbau. Dabei sollen unter anderem etwa 100 Kernbohrungen bis zu einer Tiefe von 175 Metern vorgenommen werden; rund 25 sollen nach dem Bau zur Grundwassererkundung genutzt werden. Auch werden etwa 40 Sondierungen vorgenommen und Deponieflächen untersucht.[1](Stand: November 2006)
Im Investitionsrahmenplan bis 2010 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes sind Investitionen in Höhe von 230 Mio. Euro für das Projekt vorgesehen (Preisstand: 2006). Bis 2005 wurden davon insgesamt 8,4 Mio. Euro aufgewendet. Zwischen 2006 und 2010 sollen Bundesmittel in Höhe von 6,5 Mio. Euro investiert werden. Über diesen Zeitraum hinaus besteht ein Finanzierungsbedarf in Höhe von 215,1 Mio. Euro (Bundesmittel ab 2011, Eigenmittel DB AG und Beiträge Dritter ab 2006).[2]
In der Vorplanung wurden insgesamt sechs Varianten untersucht. Zwischen der Gemeinde Heigenbrücken und der Bahn war es im Verlauf der Planung zu erheblichen Streit gekommen, nachdem der Gemeinderat beschlossen hat, den Zugang zu kommunalen Grundstücken zu Erkundungsbohrungen zu verweigern.[3]