Schwedische Sprache

Schwedisch (svenska)

Gesprochen in

Schweden und Finnland
Sprecher 9 Millionen
Linguistische
Klassifikation
Schwedisch
Offizieller Status
Amtssprache in Schweden (de facto), Finnland, Europäische Union
Sprachcodes
ISO 639-1:

sv

ISO 639-2:

swe

ISO 639-3 (SIL):

swe

Verbreitung der schwedischen Sprache
Verbreitung der schwedischen Sprache

Schwedisch (Eigenbezeichnung:     svenska ?/i) gehört zu den skandinavischen Sprachen und somit auch zu den germanischen Sprachen. Die germanischen Sprachen sind Teil der indogermanischen Sprachfamilie.

Schwedisch ist die Amtssprache in Schweden sowie teilweise auch in Finnland. In Finnland legt ein Sprachgesetz fest, dass es auf nationaler Ebene eine gleichberechtigte Amtssprache neben Finnisch ist und auf kommunaler Ebene in Gemeinden mit einem gewissen schwedischsprachigen Bevölkerungsanteil alleine oder neben Finnisch Amtssprache ist. In Schweden ist der offizielle Status der schwedischen Sprache nicht durch ein Gesetz festgelegt.

Schwedisch wird von etwa 8,5 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 8,0 Millionen in Schweden und knapp 290.000 als finnlandschwedische Minderheit (5,5 % der Bevölkerung) in Finnland leben.

In Finnland gibt es in den Landschaften Uusimaa (Nyland) und Itä-Uusimaa (Öster-Nyland) einige überwiegend schwedischsprachige Gemeinden und in Pohjanmaa (Österbotten) sowohl einige überwiegend schwedischsprachige als auch mehrere einsprachig schwedische Gemeinden. Die schwedischsprachigen Schulkinder in den einsprachig schwedischen und den zweisprachigen Gemeinden werden in ihrer Muttersprache unterrichtet. Für die finnischsprachigen Kinder ist Schwedisch ein Pflichtfach als Fremdsprache. In Turku befindet sich die einzige rein schwedischsprachige Universität Finnlands, die Åbo Akademi.

Die autonome Inselgruppe Åland ist die einzige offiziell einsprachige Region im sonst zweisprachigen Finnland: Hier wird nur Schwedisch gesprochen, und Finnisch ist in den Schulen nur ein Wahlfach (Englisch aber ein Pflichtfach). Das hier gesprochene Åländisch, das dem Reichsschwedischen zugeordnet wird, weist Einflüsse aus dem Norrländska und Gutamål auf.

Von der ehemaligen schwedischsprachigen Volksgruppe in Estland, den so genannten Estlandschweden oder Küstenschweden (Anfang der 1940er Jahre um 8.800), blieben seit ihrer Massenemigration nach Schweden während des Zweiten Weltkriegs fast nur ältere Menschen. In neuerer Zeit sind aber einige Estlandschweden zurückgekehrt, und heute wird Schwedisch in den Schulen der ehemals schwedischsprachigen Landesteile unterrichtet. Überdies wird Schwedisch von etwa 1 Million Einwanderern in Schweden gesprochen.

Das früher auf Gotland gesprochene (heute nahezu ausgestorbene) Gutnisch oder Gutamål gilt als eine eigenständige germanische Sprache. Es darf nicht mit Gotländisch (gotländska) verwechselt werden, welches ein vom Gutnischen beeinflusster schwedischer Dialekt ist.

Die Kurzbezeichnung der Sprache laut ISO-Norm ist sv (ISO 639-1) beziehungsweise swe (ISO 639-2).

Schweden können sich relativ problemlos mit Norwegern und (wenn jene sich Mühe geben, deutlich zu sprechen) Dänen unterhalten. Hierbei gibt es allerdings regionale Unterschiede. So verstehen die Schweden im Süden, vor allem in Skåne, wegen der nahen Verwandtschaft ihres Dialekts mit dem Dänischen die Dänen relativ gut. Einwohner in Westschweden (beispielsweise in Värmland oder Dalarna) haben dagegen große Probleme mit dem Dänischen, dafür aber kaum Schwierigkeiten mit dem Norwegischen.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung und Entwicklung

Während des Mittelalters unterlag die schwedische Sprache, genauso wie auch die norwegische Sprache deutlichen Einflüssen aus dem Mittelniederdeutschen der Hanse. In der Neuzeit kamen Einflüsse des Hochdeutschen hinzu, teils durch den Handel mit den Ländern des deutschen Sprachraumes und dem Baltikum, teils durch den Dreißigjährigen Krieg und die daher zurückkehrenden Soldaten, welches besonders offensichtlich durch die vielen Lehnwörter im Militärjargon wird. Doch auch die Dominanz der deutschen Sprache in manchen Wissenschaften prägte den schwedischen Wortschatz.

Umgekehrt hinterließ die schwedische Sprache während der schwedischen Herrschaft über Teile Norddeutschlands, im Raum Stade und Vorpommern deutliche Einflüsse auf die niedersächsische Sprache und die ostniederdeutsche Sprache. Speziell das Nordniedersächsische, Mecklenburgische und Westpommersche wurden stark davon beeinflusst.

Alphabet

Das schwedische Alphabet besteht aus 29 Buchstaben. Das W kommt in Lehnwörtern vor und galt bis 2006 nicht als eigener Buchstabe sondern als Schreibvariante des V. Nach dem Z folgen noch Å, Ä, Ö, die als eigenständige Buchstaben gezählt werden und nicht wie im Deutschen als Varianten von A und O. Die schwedischen Wörterbücher sind deswegen entsprechend geordnet und für Deutsche anfänglich etwas verwirrend. So stehen z.B. garn und gärna nicht hintereinander, sondern mehrere Seiten weit auseinander.

Phonologie

Das Schwedische zeichnet sich durch sein ausgeprägtes Vokalsystem aus. Länge und Kürze der Vokale sind bedeutungsunterscheidend. In einer Silbe ist entweder der Vokal oder der Konsonant lang, die Verbindung von kurzem Vokal mit langem Konsonant ist im Schwedischen unbekannt. Mit den Vokalen [ə], [ʉː] und [ɵ] besitzt das Schwedische drei Mittelzungenvokale.

Vokale

Vokalphoneme in Standardschwedisch

Konsonanten

Bilabial Labiodental Dental Alveolar Palatal Velar Glottal
Plosive p b t d k g
Approximanten v l r j h
Frikative f s ɕ ɧ
Vibranten
Nasale m n ŋ

Aussprache

Allgemeine Ausspracheregeln

Diese Ausspracheregeln sind allgemeiner Art, es gibt immer einzelne Ausnahmen. Vokale werden vor einem einzelnen Konsonanten lang, vor zwei Konsonanten kurz ausgesprochen. Bei folgenden Buchstaben unterscheidet sich der Lautwert vom Deutschen:

Buchstabe Lautwert Beschreibung Beispiel
a [a] kurzes a wie in kalt     matt ?/i [matː] matt; flau
[ɑː] langes dunkles a     mat ?/i [mɑːt] Essen
e [ɛ] kurzes e wie in Bett     hell ?/i [hɛlː] Heil
[] langes e wie in Beet     hel ?/i [heːl] ganz
[æ] vor r als offener ä-Laut     herr ?/i [hærː] Herr
g [j] vor e, i, y, ä und ö sowie nach l und r wie deutsches j gäst [jɛst] Gast, älg [ɛlj] Elch
[g] sonst wie deutsches g     god ?/i [guːd] gut
k [ɕ] vor e, i, y, ä und ö ähnlich wie deutsches ch in ich kyrka [ˈɕyrˌka] Kirche
[k] sonst wie deutsches k     kon ?/i [kuːn] Kegel; Konus
o [ɔ] kurz meist wie o in offen     moll ?/i [mɔlː] Moll
[ʊ] teils wie u in und     bott ?/i [bʊt] gewohnt
[] lang meist wie u in Stuhl     fot ?/i [fuːt] Fuß
[] teils wie o in Ofen son [soːn] Sohn
r [r] gerolltes r     rov ?/i [ruːv] Raub
s [s] stets als stimmloses s wie in Hass     sot ?/i [suːt] Ruß
u [ɵ] ähnlich einem zentralen im Mund gesprochenen, „geschlossenen“ o     full ?/i [fɵl] voll
[ʉː] zwischen deutschem u und ü     ful ?/i [fʉːl] hässlich
v [v] wie deutsches w     våt ?/i [voːt] nass
y [ʏ] ähnlich wie deutsches ü in Hütte     syll ?/i [sʏll] Schwelle
[] wie deutsches ü in Hüte     syl ?/i [syːl] Ahle
å [ɔ] wie o in offen     lång ?/i [lɔŋː] lang; hoch
[] wie o in Ofen     mål ?/i [moːl Ziel
ä [ɛ] kurzes e wie in Bett     häll ?/i [hɛlː] Platte; Steinplatte
[ɛː] langes offenes e wie in gähnen     häl ?/i [hɛːl] Ferse
[æ] vor r als offener ä-Laut     ärt ?/i [äʈ] Erbse
[æː] vor r als langer offener ä-Laut     här ?/i [hæːr] hier; Heer
ö [œ] wie ö in Hölle     nött ?/i [nœtː] abgenutzt
[øː] wie ö in Höhle     nöt ?/i [nøːt] Nuss
[œː] vor r als langes offenes ö     öra ?/i [ˈœːˌra] Ohr

Buchstabenverbindungen:

Buchstabenverbindung Lautwert Beschreibung Beispielwort
dj, gj, hj, lj [j] wie deutsches j djur [jʉːr] Tier, gjuta [ˈjʉːˌta] gießen, hjul [jʉːl] Rad, ljus [jʉːs] Licht
kj, tj [ɕ] ähnlich wie deutsches ch in ich     kjol ?/i [ɕuːl] Rock, tjuv [ɕʉːv] Dieb
rd, rl, rn, rs, rt [ɖ], [ɭ], [ɳ], [ʂ], [ʈ] mit r verschmelzen diese Konsonanten zu einem retroflexen, also mit zurückgebogener Zungenspitze gesprochenem Laut bord [buːɖ] Tisch,     sorl ?/i [soːɭ] Gemurmel,     garn ?/i [gaɳ] Garn, först [fœʂt] erster, kort [kɔʈ] kurz
sch, sj, skj, stj, -sion, -tion [ɧ] ähnlich einer gleichzeitigen Aussprache von dt. sch wie in rasch und dt. ch wie in Bach schack [ɧak] Schach, sjuk [ɧʉːk] krank, skjuta [ˈɧʉːta] schießen, stjärna [ˈɧæˌɳa] Stern, mission [miˈɧuːn] Mission, station [staˈɧuːn] Station
sk [ɧ] vor e, i, y, ä, ö ähnlich einer gleichzeitigen Aussprache von dt. sch wie in rasch und dt. ch wie in Bach skön [ɧøːn] schön

Betonung und Satzmelodie

Wie in den meisten europäischen Sprachen, kann der Satzakzent verwendet werden, um Wörter hervorzuheben, oder eine Frage auszudrücken.

Anders als beispielsweise im Deutschen oder im Englischen, wo es auf der Wortebene prinzipiell nur einen Druckakzent gibt, werden im Schwedischen Worte sowohl mit einem Druckakzent als auch mit einem melodischen Wortakzent gesprochen. Der Druckakzent ist (vereinfacht gesagt) die Betonung des Wortes, der melodische Wortakzent dagegen die Melodie, mit der das Wort ausgesprochen wird. Der Druckakzent unterscheidet z.B. Betonung von Silben in Wörtern:

Im Schwedischen gibt es zwei melodische Wortakzente: Akzent 1(oder akut accent) und Akzent 2 (auch grav accent). Grob gesagt bezeichnet Akzent 1 eine „fallende“ Wortaussprache, Akzent 2 bezeichnet die für den schwedischen „Singsang“ verantwortliche, auf der (in der Regel) zweiten Silbe eines Wortes nochmals kurz ansteigende Wortaussprache. Der fallende Akzent 1 entspricht quasi der Betonung im Deutschen. Ihn haben meist einsilbige Wörter (evtl. auch wenn sie durch Vor- oder Nachsilben erweitert sind) und Lehnwörter. Den musikalischen Akzent 2 haben die meisten einheimischen Wörter mit zwei oder mehr Silben. Wie beim Druckakzent kann auch der melodische Wortakzent im Schwedischen distinktiv, d.h. bedeutungsunterscheidend, sein:

Hierbei unterscheiden sich folgende Tonhöhenverläufe: Beim ersten Beispielwort liegt der Hauptdruck auf der ersten Silbe, die zweite Silbe hat eine niedrigere Tonhöhe und einen geringeren Druck (vgl. z.B. im Deutschen die unterschiedliche Aussprache von ‚heute’ als Aussage und als Frage: heute! vs. heute?). Beim zweiten Beispielwort besitzt die erste Silbe den Hauptdruck, die Tonhöhe sinkt dabei, jedoch steigt die Tonhöhe auf der zweiten Silbe wieder an. Der melodische Wortakzent, den es auch im Norwegischen gibt, variiert bisweilen regional: wenn mehr als zwei Silben vorhanden sind, steigt der Ton dann je nach Dialekt an unterschiedlichere Stelle wieder an. Ähnliche prosodische Merkmale auf der Wortebene kommen auch in oberdeutschen Dialekten vor: Schweizerdeutsche Regiolekte weisen z.B. charakteristische Wortmelodien auf, ähnlich denen des schwedischen „Singsang“.

Gegenüber den eindeutigen Tonsprachen, in denen die Silbentonhöhe auf der Ebene der Wortbedeutung unterscheidend ist, ist der variable Tonhöhenverlauf in der schwedischen Sprache auch auf der Satzebene pragmatisch distinktiv, sprich, er bestimmt, ob es sich bei einem Satz um eine Frage, eine Aussage oder einen Befehl handelt.

Dialekte

Schwedische Dialekte
Schwedische Dialekte
1. Överkalix, Norrbotten; junge Frau
2. Burträsk, Västerbotten; alte Frau
3. Aspås, Jämtland; junge Frau
4. Färila, Hälsingland; alter Mann
5. Älvdalen, Dalarna; alte Frau
6. Gräsö, Uppland; alter Mann
7. Sorunda, Södermanland; junger Mann
8. Köla, Värmland junge Frau
9. Viby, Närke; alter Mann
10. Sproge, Gotland; junge Frau
11. Närpes, Österbotten; junge Frau
12. Dragsfjärd, Åboland; alter Mann
13. Borgå, Nyland; junger Mann
14. Orust, Bohuslän; alter Mann
15. Floby, Västergötland; alte Frau
16. Rimforsa, Östergötland; alte Frau
17. Årstad-Hedberg, Halland; junger Mann
18. Stenberga, Småland; junge Frau
19. Jämshög, Blekinge; alte Frau
20. Bara, Skåne; alter Mann

Grammatik

Wortarten

Verben

Aktiv

Durch die Flexion der Verben werden ausschließlich die verschiedenen Tempora des Verbs angegeben, nicht jedoch Person und Numerus.

Verben wird in der Regel:

  • in der Gegenwart (Präsens) ein r angehängt,
  • in der 1. Vergangenheit (Präteritum) ein de angehängt,
  • in der 2. Vergangenheit ein Hilfsverb har (hat) vorangestellt, während das Verb auf t endet,
  • in der 3. Vergangenheit ein Hilfsverb hade (hatte) vorangestellt, während das Verb auf t endet,
  • in der Zukunft kommer att (werden) vorangestellt, während das Verb seine Grundform behält. Ähnlich dem Deutschen können auch die Worte ska (sollen) und tänker (wollen, beabsichtigen) verwendet werden. Die verschiedenen Hilfsverben werden je nach Inhalt der Aussage verwendet; kommer att wird oft angewandt, wenn ein Ereignis in der Zukunft beschrieben wird, auf das man selbst wenig oder keinen Einfluss hat, z.B. Det kommer att regna imorgon! - Morgen wird es regnen! Ein Plan oder ein Vorhaben wird dagegen mit ska oder tänker beschrieben: Jag (ska / tänker) åka till Tyskland imorgon! - Ich werde morgen nach Deutschland reisen!

Beispiel:

Sven duschar idag. Sven duscht heute.
Sven duschade igår. Sven duschte gestern.
Sven har duschat. Sven hat geduscht.
Sven hade duschat igår. Sven hatte gestern geduscht.
Sven kommer att duscha i morgon. Sven wird morgen duschen.

Es existiert eine Reihe von starken Verben und Verben mit Ausnahmen.

Beispiele:

Stamm Inf. Präs. Imperf. Supinum deutsch
spring springa springer sprang sprungit laufen
bli bli blir blev blivit werden


Passiv

Wie im Deutschen sind auch im Schwedischen viele transitive Verben passivfähig. Anders als im Deutschen können im Schwedischen aber auch intransitive Verben ein persönliches Passiv bilden, wobei das Dativobjekt des aktiven Satzes im passiven Satz zum Subjekt wird.

Die Verwendung des Passiv ist heutzutage auf die formale Schriftsprache und auf Zeitungen beschränkt. Im täglichen Leben hat es so gut wie keine Bedeutung.

Für die Bildung des Passivs gibt es zwei Möglichkeiten. Die häufiger benutzte Form wird durch Hinzufügung der Endung -s beim Hauptverb erzeugt, die weniger frequente Form wird mit Hilfe des passivbildenden Hilfsverbs bli(va) konstruiert. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit für das Passiv eine Ersatzform mit „vara“ zu benutzen.

Beispiele in verschiedenen Tempora:

  • Das Kind isst den Apfel. Barnet äter äpplet.
  • Der Apfel wird von dem Kind gegessen. Äpplet äts av barnet.
  • Das Kind hat den Apfel gegessen. Barnet har ätit äpplet.
  • Der Apfel ist von dem Kind gegessen worden. Äpplet har ätits av barnet.
  • Das Kind hatte den Apfel gegessen. Barnet hade ätit äpplet.
  • Der Apfel war von dem Kind gegessen worden. Äpplet hade ätits av barnet.
  • Das Kind wird den Apfel essen. Barnet kommer att äta äpplet.
  • Das Kind wird den Apfel gegessen haben. Barnet kommer att ha ätit äpplet.
  • Der Apfel wird von dem Kind gegessen worden sein. Äpplet kommer att ha ätits av barnet.
  • Der Apfel wird von dem Kind gegessen werden. Äpplet kommer att ätas av barnet.

Beispiele mit „bli(va)“

Äpplet blir ätet av barnet.
Äpplet har blivit ätet av barnet.
Äpplet blev ätet av barnet.
Äpplet hade blivit ätet av barnet.
Äpplet kommer att bli ätet av barnet.
Äpplet kommer att ha blivit ätet av barnet.

Die Ersatzkonstruktion mit bliva + Partizip Perfekt betont die den Ablauf der Handlung. Da das PP in den oben genannten Beispielsätzen adjektivisch gebraucht wird muss es wie ein Adjektiv an das korrespondierende Nomen angepasst werden.
- Maten blev äten.
- Äpplet blev ätet.
- Äpplena blev ätna.

Eine weitere Ersatzmöglichkeit für das Passiv ist die Konstruktion vara + PP, die mehr das Ergebnis einer Handlung betont

Beispiel mit „vara“

Das Auto war repariert, als wir zurückkamen. - Bilen var reparerad, när vi kom tilbaka

Beispiel mit intransitivem Verb:

  • Ich helfe dir. Jag hjälper dig.
  • Dir wird von mir geholfen. (Dativobjekt bleibt im passiven Satz stehen). Du hjälps av mig. (Dativobjekt des aktiven Satzes ist Subjekt im passiven Satz.)

Verba Deponentia

Im Schwedischen existiert eine Reihe von Deponentia, das heißt, Verben mit passivischer Form und aktiver Bedeutung. Eine aktive Form dieser Verben existiert nicht. Einige Beispiele:

  • andas atmen
  • hoppas hoffen
  • trivas sich wohlfühlen
  • skämmas sich schämen
  • svettas schwitzen
  • väsnas lärmen
  • åldras (sichtbar) älter werden, altern
  • finnas vorhanden sein, geben (es gibt: det finns)

Weiter wird auch eine Reihe von Verben in der passiven Form benutzt, wodurch sie entweder eine reflexive Bedeutung ausdrücken, z.B.

  • upprepas sich wiederholen
  • förändras sich verändern

oder auch eine reziproke (gegenseitige, z.B.

  • skiljas sich scheiden lassen
  • slåss sich schlagen

und schließlich benutzt man eine Reihe von Verben in der Passiv-Form, die die gemeinsame unterliegende Bedeutung von „jemandem immer einen Schaden zufügen“ haben, Beispiele:

  • bitas beißen, bissig sein
  • retas necken, ärgern
  • knuffas drängeln

Substantive

Genus

Bei den Substantiven muss zunächst zwischen Utrum (en-Wörtern) und Neutrum (ett-Wörtern) unterschieden werden.

Beispiele:

en båt ein Boot
en häst ein Pferd
ett hus ein Haus
ett djur ein Tier

Dabei werden schwedische Substantive meist frei eingeteilt, man kann also nicht durch logisches Geschlecht (Sexus) oder spezifische Endungen einteilen, welchem Genus ein Substantiv angehört.
Als Faustregel gilt: Ein einzelnes, lebendes Individuum ist immer Utrum. (Diese Regel gilt nicht andersherum!)

Beispiele:

Individuum Sammelbegriff
en häst - ein Pferd ett djur- ein Tier
en björk - eine Birke ett träd - ein Baum

Bei den Adjektiven unterscheidet man außerdem zwischen Femininum und Maskulinum. Die Endung des Adjektivs in einem bestimmten Satz kann entweder -a oder -e sein. -a wenn das Hauptwort feminin ist und -e wenn es maskulin ist. Beispiel: den store Djingis Khan aber Katarina den stora. Auch: den stolta tuppen aber den stolta hönan. Storebror und storasyster.

Bestimmte Form – Unbestimmte Form

Substantive können in unbestimmter und bestimmter Form auftreten. Im Gegensatz zum Deutschen werden die Artikel bei der bestimmten Form nicht vorangestellt, sondern als Suffix an das Substantiv angehängt:

Beispiele:

båten das Boot
hästen das Pferd
huset das Haus
djuret das Tier

Dabei kann es allerdings zu nötigen Anpassungen kommen, welche den Klang beeinflussen, beispielsweise bei „en lärare“, wo das Suffix (-en) durch den Vokal auf -n beschränkt wird, wodurch „läraren“ entsteht, wobei gleichgültig ist, welcher Vokal die Endung bildet. So wird auch aus „ett piano“ mit dem Suffix -tpianot“.

Plural
Gruppe Singular unbestimmt Singular bestimmt Plural unbestimmt Plural bestimmt Erklärung
1 en lampa lampan lampor lamporna En-Wörter, die auf -a enden
2
en pojke
en bil
pojken
bilen
pojkar
bilar
pojkarna
bilarna
En-Wörter, die auf -e oder Konsonant enden.
Die größte Gruppe.
3
en gäst
en son
en telefón*
ett land
gästen
sonen
telefónen
landet
gäster
söner
telefóner
länder
gästerna
sönerna
telefónerna
länderna
En-Wörter, die auf Konsonat enden
En-Wörter, die den Stammvokal umlauten
En-Wörter, auf der letzten Silbe betont
Ett-Wörter, die den Stammvokal umlauten
4 ett ställe stället ställen ställena Ett-Wörter, die mit einem Vokal enden
5
ett hus
en lärare
huset
läraren
hus
lärare
husen
lärarna
Ett-Wörter, die mit einem Konsonant enden
En-Wörter, die auf -are, -iker oder -ier enden


* en telefon: Der Akzent in der Tabelle dient nur zur Veranschaulichung der Betonung. Beachte, dass die Betonung immer auf der selben Silbe bleibt!

Besonderheiten

Endet ein En-Wort auf unbetontes -el und -en dann fällt das -e- in den anderen Formen weg.
Endet ein En-Wort auf unbetontes -er dann fällt das -e- im Plural weg.

en cykel - cyklen - cyklar - cyklarna
en tecken - tecknen - tecknar - tecknarna
en faster - fastern - fastrar - fastrarna

Einige wenige Wörter lassen sich in keine der oben genannten fünf Gruppen einordnen.
Das häufigste dürfte „Mann“ sein: en man - mannen - män - männen

Genitiv

Das heutige Schwedische kennt - ähnlich wie das Englische - mit der Ausnahme des Genitivs keine Kasusflexion mehr. Die syntaktische Stellung der Nomina im Satz wird also nur noch durch die Wortstellung oder durch Präpositionen ausgedrückt.

Der Genitiv wird durch einfaches Anfügen des Suffixes -s gebildet, das allerdings entfällt, wenn das Substantiv bereits auf -s endet. Nach dem Genitiv steht das Substantiv, welches in Relation steht, immer in der unbestimmten Form.

Beispiel:

Karin är hans kusin. Karin ist seine Cousine. („han“ („er“) mit dem Suffix -s)
Lars är Hans far. Lars ist Hans' Vater. (Vorsicht vor Verwechselungen hierbei!)
Hans är Lars son. Hans ist Lars' Sohn. (Vorsicht, denn obwohl rs als sch gesprochen wird, wird kein -s angehängt!)

Possessivpronomen

Das Possessivpronomen ist der Genitiv des Personalpronomen; es bezeichnet den Besitzer einer Sache. Das Schwedische unterscheidet eine reflexive und eine nicht reflexive Form des Possessivpronomens.

Nicht-reflexive Formen

Das Possessivpronomen muss an das Genus des Wortes, auf das es sich bezieht, angeglichen werden.

mein min bil mitt hus mina bilar, mina hus
dein din bil ditt hus dina bilar, dina hus
sein hans bil hans hus hans bilar, hans hus
ihr hennes bil hennes hus hennes bilar, hennes hus
unser vår bil vårt hus våra bilar, våra hus
euer er bil ert hus era bilar, era hus
ihr (deren) deras bil deras hus deras bilar, deras hus

Für die Personalpronomen den und det gibt es ebenfalls ein Possessivpronomen: dess. Diese Form wird im Alltagsgebrauch aber eher nicht benutzt.

Regel:

  • Alle auf -s endenden Pronomen (hans, hennes, dess, deras) werden nicht verändert.
  • Alle reimenden Pronomen (min, din, sin und vår, er) werden ersetzt durch mitt, ditt, sitt und vårt, ert wenn sie sich auf ett-Wörter beziehen
  • bzw. durch mina, dina, sina und våra, era wenn sie sich auf im Plural stehende Wörter (en und ett) beziehen.

(NB: Die schwedische Modehauskette Hennes & Mauritz hat ihren Namen von einem Damenmodegeschäft namens „Hennes“ (dt: ~Für Sie) in Västerås, das im Jahr 1968 das Stockholmer Jagd- und Waffengeschäft von Mauritz Widforss aufkaufte, um zukünftig auch Herrenbekleidung zu verkaufen)

Reflexive Formen

Für die 3. Person (sowohl Singular als auch Plural) gibt es im Schwedischen darüberhinaus noch ein reflexives Possessivpronomen:

sein/ihr/deren (eigenes) sin bil sitt hus sina bilar, sina hus

Diese Form wird benutzt, wenn der Besitzer Subjekt des Satzes ist und lässt sich im Deutschen am besten mit der/die/das eigene übersetzen.

Beispiele:
Han kommer med sin son. Er kommt mit seinem Sohn. (dem eigenen!)
Han kommer med hans son. Er kommt mit seinem Sohn. (dem des Freundes z.B.)

Hon kommer med sitt barn. Sie kommt mit ihrem Kind. (dem eigenen!)
Hon kommer med hennes barn. Sie kommt mit ihrem Kind. (dem der Freundin z.B.)

Beachte! Das reflexive Possessivpronomen sin/sitt/sina darf nicht zusammen mit dem Subjekt stehen!

Beispiele
Han kommer med sin fru. Er kommt mit seiner Frau. (der „eigenen“)
Han och hans fru kommer inte idag. Er und seine Frau kommen heute nicht. („Er und seine Frau“ sind doppeltes Subjekt des Satzes)

Jag känner Sven och hans bror. Ich kenne Sven und seinen Bruder
Hans bror arbetar i Lund. Sein Bruder arbeitet in Lund

Alleinstehende Possessivpronomen

Wie auch im Deutschen können Possessivpronomen alleine stehen, ohne dass ihnen ein Subjekt folgt.

Beispiele:
Om du behöver en båt, kan du få låna min.
Wenn du ein Boot brauchst kannst du meines leihen.

Har du en cigarett till mig? Jag glömde mina.
Hast du eine Zigarette für mich? Ich habe meine vergessen.

Per lånade Olav sin båt. Hans var trasig.
Per lieh Olav sein (eigenes) Boot, Seines (Olavs) war kaputt

Adjektive

Deklination

Die Beugung von Adjektiven in der unbestimmten Form verhält sich sehr einfach, ist jedoch mit Ausnahmen gespickt. Gemäß der Regel werden Adjektive, die sich auf ein Utrum-Substantiv im Singular beziehen, nicht flektiert.

Im Deutschen werden Adjektive nur dekliniert, wenn sie als Attribute benutzt werden. Ein wichtiger kontrastiver Unterschied zum Deutschen besteht darin, dass im Schwedischen Adjektive auch dekliniert werden müssen, wenn sie prädikativ benutzt werden. Das macht sich auch bei der Passivbildung (siehe oben) bemerkbar.

Beispiele:

Det är en stor bil. Das ist ein großes Auto.
Det är en ny jacka. Das ist eine neue Jacke. (Irreguläre Form bei neutralen Substantiven! Siehe unten)

Adjektive, die sich auf ein neutrales Substantiv beziehen, erhalten das Suffix -t in der unbestimmten Form.

Beispiele:

Hon bor i ett stort hus. Sie wohnt in einem großen Haus.
Jag har ett nytt jobb. Ich habe eine neue Arbeit(sstelle). (Irreguläre Form! Siehe unten)

Bezieht sich das Adjektiv auf eine Pluralform, ob bestimmt oder unbestimmt, wird dem Adjektiv der Suffix -a zuteil.

Beispiele:

Gustav berättade många roliga historier. Gustav erzählte viele lustige Geschichten.
Jag kan aldrig svara på svåra frågor. Ich kann nie schwere Fragen beantworten.

Doch, wie gesagt, existieren irreguläre Formen bei der Deklination von Adjektiven, die sich auf ein singuläres, unbestimmtes, neutrales Substantiv beziehen.

Irreguläre Formen:

Utrum Neutrum Plural Gesetzmäßigkeit
en ny jacka ett nytt jobb flera nya jackor (jobb) Nach einem Vokal folgt ein Doppel-t in der neutralen, unbestimmten Form.
en röd bil ett rött hus flera röda hus (bilar) Wenn ein Adjektiv auf -d endet, wird daraus ein Doppel-t in der neutralen, unbestimmten Form.
en vit bil ett vitt hus flera vita bilar (hus) Wenn ein Adjektiv auf -t endet, wird daraus ein Doppel-t in der neutralen, unbestimmten Form.
en svart bil ett svart bord flera svarta bilar (bord) Wenn ein Adjektiv auf -rt endet, bleibt jenes -rt bestehen.
en hård säng ett hårt paket flera hårda sängar (paket) Wenn ein Adjektiv auf -rd endet, wird daraus ein -rt in der neutralen, unbestimmten Form.
en rund boll ett runt bord flera runda bollar (bord) Wenn ein Adjektiv auf -nd endet, wird daraus ein -nt in der neutralen, unbestimmten Form.
en mogen tomat ett moget äpple flera mogna bananer (äpplen) Wenn ein