Das Schweißtuch der Veronika ist ein Gegenstand der christlichen Legende. Nach der christlichen Überlieferung hat Veronika ihr Tuch Jesus von Nazaret auf dessen Weg nach Golgota gereicht, um Schweiß und Blut von dessen Gesicht abzuwaschen. Dabei soll sich das Gesicht Jesu auf wunderbare Weise auf dem Schweißtuch als so genanntes Veronikabild eingeprägt haben.
Das Schweißtuch der Veronika war einst die kostbarste und meistverehrte Reliquie der Christenheit und befindet sich heute in einem gewaltigen Tresor im Veronikapfeiler des Petersdoms in Rom, der 1506 eigens dafür über dem Grundstein der Kirche errichtet wurde.
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In den Evangelien wird bei Mk 5,25 und Mt 9,20 ff über eine blutflüssige Frau berichtet, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt und das Gewand Jesu von hinten berührte.
Im apokryphen Nikodemusevangelium wird die blutflüssige Frau Berenike (Berenice) genannt. Der Name Berenike wurde später in der westlichen Darstellung als Veronika (lateinisch/griechisch) umgedeutet.
Die 'wahrhafte Abbildung' ist auf Lateinisch 'Vera Icon', also 'Veronica'.
In einer koptischen Version der Pilatusakten aus dem 6. Jahrhundert hat Veronika den schwerkranken Kaiser Tiberius geheilt, in dem der Anblick des Schweißtuches bei ihm ein Wunder bewirkte.
Erst im 12. Jahrhundert kommt in der römischen Kirche die Legende auf, nach der Veronika ihr Tuch Jesus auf dessen Weg nach Golgota gereicht hätte, um Schweiß und Blut abzuwischen. Seit dem 12. Jahrhundert ist in Rom ein Bild der Veronika mit dem Schweißtuch bekannt, und die Verbreitung der Legende findet im Mittelalter weite Anwendung.
Einer neueren Theorie nach ist das Tuch der Veronika identisch mit dem Schleier von Manoppello, das das Gesicht von Jesus zeigen soll und das in einer kleinen Kirche im Ort Manoppello in den Abruzzen aufbewahrt wird.
Im spanischen Stierkampf gibt es die Figur der „Veronica“, bei der der Matador seine muleta so ähnlich hält, wie die Veronika das Schweißtuch auf den gängigen Darstellungen.
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