| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | |
| Koordinaten: | 50° 3′ N, 10° 14′ O | |
| Höhe: | 202–343 m ü. NN | |
| Fläche: | 35,71 km² | |
| Einwohner: | 53.646 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1502 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 97401–97424 | |
| Vorwahl: | 09721 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SW | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 62 000 | |
| Stadtgliederung: | 15 Stadtteile/Stadtbezirke | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 97421 Schweinfurt |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeisterin: | Gudrun Grieser (CSU) | |
Schweinfurt ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken und Sitz des Landratsamtes Schweinfurt. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik Deutschland. Im alten deutschen Reich (HRR) war die Stadt freie Reichsstadt. Sie ist nach Würzburg und Aschaffenburg die drittgrößte Stadt Unterfrankens.
Der Name änderte sich von Suinuurde über Suinfurte, Swinvordi, Sweinvort und Sweinfurt schließlich zu Schweinfurt. Auch der lateinische Name Porcivadum entspricht dem Sinn einer "für Schweine gangbare Furt", eine "Furt, an der sich (Wild-)schweine aufhalten".
Ein berühmter Sohn Schweinfurts ist Friedrich Rückert, der sprachenbegabte Dichter und Übersetzer.
Schweinfurts Kugellager-Industrie (Kugelfischer-Georg-Schäfer, Fichtel & Sachs, Vereinigte Kugellagerfabriken (VKF)) war Ziel heftiger Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg.
Das Museum Georg Schäfer (Eröffnung 23. September 2000), gestiftet von Georg Schäfer, zeigt unter anderem bedeutende Werke der Altdeutschen Malerei.
Laut dem Schweizer Forschungsinstitut Prognos liegt Schweinfurt im Zukunftsatlas 2007 im Bereich „Dynamik“ auf Platz 1 im Vergleich unter 439 deutschen Städten und Landkreisen. Die Zukunftsfähigkeit wird mit einem 19. Platz bewertet. Schweinfurt konnte sich in dieser Statistik um 54 Plätze gegenüber 2004 verbessern.
Inhaltsverzeichnis |
Schweinfurt liegt in Unterfranken, an der Nordseite des Mains in etwa 225 Metern Höhe.
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Urkunden von den Klöstern in Weißenburg im Elsaß und Fulda, die in der Schweinfurter Gegend Land besaßen, beweisen die Begründung der Geschichte von Schweinfurt um das Jahr 790. Nach der Herrschaft der Babenberger, die auf der Peterstirn eine später als Nonnenkloster verwandte Burg erbauten, konnte sich 1002 Kaiser Heinrich II. gegen rivalisierende Grafen durchsetzen. Daraus zogen die Hochstifte Würzburg und Bamberg den größten Nutzen. Die Burg Schweinfurt wurde wahrscheinlich erst nach 980/1003 zur Hauptburg der sich ab 1033 nach Schweinfurt nennenden Grafen ausgebaut. Zuvor hatte diese Familie ihren Hauptsitz wahrscheinlich auf der Burg Sulzbach (heute Sulzbach-Rosenberg/Lkr. Amberg-Sulzbach, Oberpfalz) auf dem Nordgau (vgl. Sulzbach-Rosenberg). Nach der Niederlage in der sog. Schweinfurter Fehde zwischen dem Grafen Heinrich (vom Nordgau) und König Heinrich II. im Jahr 1003 verloren die Grafen offenbar ihren alten Hauptsitz in Sulzbach und verlegten diesen an den Main nach Schweinfurt, wo sie schon seit dem 10. Jahrhundert als Grafen im Volkfeldgau Comitatsrechte ausübten und im Besitz der Burg Schweinfurt waren. Die Gründung des Klosters auf der Burg bzw. in deren unmittelbarem Umfeld auf der Peterstirn lässt sich zeitlich nicht genau fixieren, doch spricht einiges für den Zeitraum zwischen 1003 und 1015. Sowohl Graf Heinrich (gest. 1017) als auch dessen Mutter Eila (gest. 1015) fanden nach dem Chronisten Thietmar von Mersburg (Bischof v. Merseburg, gest. 1018) im Bereich des Burgklosters ihre letzte Ruhestätte. Ältere Grablege der Familie könnte die Burg Sulzbach/Opf. gewesen sein, auf der Sarkophaggräber des 9. und 10. Jahrhunderts archäologisch bekannt sind.
1263 übergab der Fürstbischof von Würzburg die arg darniederliegende Abtei dem Deutschen Orden. Kaiser Friedrich II. und dessen Sohn Heinrich begünstigten die Stadt, die sehr zugänglich an einer Mainfurt lag und verliehen ihr Markt- und Münzrecht und das Prädikat Freie Reichsstadt. Aus dieser Zeit stammt auch die heute noch erhaltene Kirche St. Johannis.
In den fränkischen Fehden von 1240 bis 1250 zwischen den Hennebergern und dem Hochstift von Würzburg wurde Schweinfurt zerstört. Schließlich wurde ein Vertrag geschlossen, auf den eine kaiserlose Zeit folgte. Erst Kaiser Rudolf von Habsburg (1273-1308) sorgte wieder für normale Verhältnisse, wonach Schweinfurt dem Reich zufiel. Nachdem dieses aber in finanzielle Not geriet, wurde Schweinfurt verpfändet, erst 1383 konnten sich die Bürger durch erhebliche Opfer selbst aus dieser Pfandschaft befreien. Schweinfurt erwarb die Burg auf der Peterstirn und befestigte von dort aus das Stadtgebiet. 1554 wurde Schweinfurt erneut im sogenannten Markgräflerkrieg zerstört. Die Stadt wurde wieder aufgebaut und am 10. Oktober 1631 zog während des Dreißigjährigen Krieges König Gustav Adolf in Schweinfurt ein.
1814 wurde Schweinfurt bayrisch. Mit dem Bau der Eisenbahnlinien nach Meiningen und Bad Kissingen 1854 wurde Schweinfurt ein Eisenbahnknotenpunkt.
Seit 791 ist die namentliche Erwähnung "Swinfurt" bekannt. Deutungen über die Entstehung haben sich hartnäckig gehalten. Einmal die Ableitung vom bekannten Borstenvieh, zum anderen von "Furt", einer begehbaren, seichten Stelle im Fluss. Ein Mundart-Vierzeiler hat beide Deutungen vereint:
Friedrich Rückert, ein Sohn der Stadt, sah sich zu folgendem Vers veranlasst:
In den Jahren 1943 bis 1945 brachten 15 schwere und schwerste Bombenangriffe der Stadt den traurigen Ruhm ein, eine der meistzerstörten Städte Bayerns zu sein.[1] [2] [3]
Die Stadt Schweinfurt vergibt alljährlich den "Friedrich-Rückert-Preis der Stadt Schweinfurt" an herausragende Schriftsteller.
In der seinerzeitigen Reichsstadt Schweinfurt wurde 1652 die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gegründet (benannt nach Kaiser Leopold II., einem der Mitbegründer), die heute ihren Sitz in Halle an der Saale hat. Das Leopoldina Krankenhaus erinnert heute noch an diese Gründung.
Sportvereine
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Andere Vereine
Im 19. Jahrhundert wurde vom Schweinfurter Fabrikanten Wilhelm Sattler die (giftige) Farbe Schweinfurter Grün hergestellt und besonders in die Tropen exportiert, da sie termitenresistente Beschichtungen ermöglichte.
Bekannt ist Schweinfurt durch seine metallverarbeitende Industrie, insbesondere Wälzlager und Fahrrad-Technik. Als größte Firmen zu nennen sind SKF (Svenska Kullagerfabriken); (vormals Fries & Höpflinger), die Schaeffler KG (ehemals FAG Kugelfischer AG), die Bosch Rexroth Mechatronics GmbH (ehemals Deutsche Star) und die ZF Sachs AG (ehemals Fichtel & Sachs) mit der millionenfach gebauten Torpedo Rücktritt-Bremsnabe, später der Torpedo-Dreigang-Nabe und den legendären Sachs Kleinmotoren. Fischer baute das erste Tretkurbelfahrrad der Welt, zu besichtigen im Städtischen Museum.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt aufgrund der Konzentration der kriegswichtigen Wälzlagerproduktion (über 60 % der Gesamtproduktion des Deutschen Reiches) wiederholt das Ziel amerikanischer Bomberangriffe, durch die die Produktion zeitweise lahmgelegt wurde. Große Angriffe fanden am 17. August mit 376 Bombern und am 14. Oktober 1943 mit 291 Bombern statt (siehe auch Operation Double Strike und Black Thursday). Der größte Angriff fand jedoch am 24. Februar 1944 im Rahmen der Big Week mit 1100 Bombern statt. Diesmal wurde nicht nur die Stadt aufs schwerste beschädigt, sondern auch zahlreiche Dörfer im Umland fast völlig zerstört. Insgesamt warfen die Flugzeuge an diesem Tag 3600 Sprengbomben und 32.500 Brand- und Phosphorbomben ab.[4] Unter großen Anstrengungen wurden die Fabriken repariert oder ersetzt und teilweise bunkerartig gegen Bomben geschützt, es wurden aber auch große Teile der Produktion an andere Standorte verlegt, so daß die Bedeutung Schweinfurts abnahm.
Die Belegschaftszahlen der drei Großbetriebe lassen Entwicklung und Bedeutung der Schweinfurter Produktionsstätten für die fortschreitende Motorisierung, Rüstung und Kriegswirtschaft vor und während des 2. Weltkrieges erkennen[5]:
| 1932/33 | 1938/39 | 1944/45 | |
|---|---|---|---|
| Kugelfischer | 2.800 | 8.000 | 11.700 |
| VKF (SKF) | 2.000 | 6.000 | 8.000 |
| F & S | 2.300 | 6.700 | 7.100 |
Heute werden Zulieferteile für die Automobilindustrie hergestellt, wie z. B. Kupplungen, Drehmomentwandler, Stoßdämpfer und Steuerungen.
Seit 1979 produziert ein Werk des Gesundheitkonzerns Fresenius Dialysegeräte in heutiger Weltmarkt-Führerschaft.
Im Zuge der schwindenden Bedeutung des produzierenden Gewerbes, bemüht sich Schweinfurt um eine Neuausrichtung auf kulturellem Sektor, zum Beispiel mit dem Museum Georg Schäfer.
Schweinfurt ist mit einem Binnenhafen am Main, drei Autobahnen (A7, A70 und A71) und drei Bahnhöfen (Schweinfurt Hauptbahnhof, Schweinfurt Mitte und Schweinfurt Stadt) der Deutschen Bahn AG ins Verkehrsnetz eingebunden.
Drei wichtige Nahverkehrsstrecken, die Teils zur Anbindung an das Fernverkehrsnetz dienen, verlaufen durch Schweinfurt:
Darüber hinaus gibt es zwei weitere Bahnstrecken:
Schweinfurt hat einen Güterbahnhof.
Der innerstädtische Verkehr wird durch 20 Omnibuslinien abgewickelt. Von 1895 bis 1921 verkehrte die Städtische Straßenbahn Schweinfurt.
Schweinfurt liegt an folgenden Bundesstraßen:
In Schweinfurt unterhält der Bayerische Rundfunk (BR) ein Korrespondentenbüro, dessen Leiter Norbert Steiche ist, der die Planungsregion Main-Rhön mit regionalen Informationen in der Sendung "Mittags in Mainfranken (Montag bis Freitag: 11.59 bis 12.57 Uhr) auf der UKW-Frequenz 98,3 MHz (Bayern 1) versorgt. Weitere Berichte aus der Region werden nach Bedarf von Schweinfurt, über das Regionalstudio in Würzburg, nach München zu den Studios von Bayern2Radio (93,1 MHz), Bayern 3 (96,3 MHz), Bayern4Klassik (107,9 MHz) und B5 aktuell (105,3 MHz) zugeliefert.
Ferner besteht dort die private Schweinfurter Rundfunk GmbH & Co. Studiobetriebs-KG, welche seit 1991 das Hörfunkprogramm Radio Primaton (100,5 MHz) veranstaltet und regionale Berichte für die Planungsregion Main-Rhön sendet.
Des Weiteren gibt es noch zwei regionale Fernsehanbieter, die Schweinfurt und die Planungsregion Main-Rhön mit Lokalfernsehen versorgt: TV Touring, der nicht nur im regionalen Kabelnetz, sondern auch über einen digitalen Satellitentransponder (Franken SAT) auf ASTRA (19,2° Ost) zu empfangen ist, und TV1 Schweinfurt, der immer donnerstags auf den Frequenzen von TV Touring sein Programm ausstrahlt.
Als Rundfunksender der amerikanischen Streitkräfte sendet der AFN (American Forces Network) aus Würzburg von einem kleinen, gegen Erde isolierten, abgespannten Stahlfachwerkmast, auf dem Areal der US-Streitkräfte (Senderstandort: 9° 58' 53" östliche Länge, 49° 47' 32" nördliche Breite) auf der Mittelwellenfrequenz 1143 kHz und der UKW-Frequenz 104,9 MHz.
Als Tageszeitungen erscheinen das Schweinfurter Tagblatt und die katholische Volkszeitung (welches aber nur eine kleine Auflage hat), beide vertrieben durch die Main-Post-Verlagsgruppe (gehört zur Verlagsgruppe Holtzbrinck) mit Sitz in Würzburg-Heuchelhof. Das Nachrichtenportal der Verlagsgruppe beleuchtet ebenfalls das aktuelle Geschehen im Raum Schweinfurt.
Zwei Mal pro Jahr (Mai und November) erscheint für Studierende der Universität Würzburg und Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt die hochschuleigene Zeitschrift BLICK, die vor allem über Themen aus der Forschung informiert. Bis Juli 2006 wurde die Hoschschulzeitung Julius kostenlos verteilt, jedoch ist dieses Projekt nach zwei Jahren, unter Protest der Studierenden, aus finanziellen Gründen eingestellt worden.
Ferner gibt es das groschenheft, das mit einer IVW-geprüften Auflage monatlich erscheint. Für den Leser ist es kostenlos und liegt an zahlreichen Auslagestellen in und um die Stadt aus. Es ist Mitglied im Bewegungsmelderverbund. Es informiert über sämtliche Veranstaltungen aus den Bereichen Lifestyle, Kultur, Musik usw. für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt
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Für die Dauer der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 war Schweinfurt Gastgeber für die tunesische Fußballnationalmannschaft. Die Tunesier wurden Dritte der Gruppe H und erreichten somit das Achtelfinale nicht.
| Wiktionary: Schweinfurt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
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