Die Schweizerische Landesausstellung ist eine periodisch durchgeführte nationale Präsentation der Schweiz.
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In der Schweiz gab es bereits im 19. Jahrhundert sporadisch Ausstellungen, um die Errungenschaften der Kunst und der Industrie zu präsentieren. Dies waren reine Leistungsschauen, in denen jede Firma das bessere, das leistungsstärkere Produkt vorzeigen wollte. Diese Ausstellungen waren erst nur Verkaufsmessen. Die Schweizerische Gewerbe- und Industrieausstellung von 1857 kann man als erste Landesausstellung der Schweiz bezeichnen, denn die Ausrichtung von Bundessubventionen und das bundesrätliche Präsidium der Ausstellungskommission gaben ihr einen offiziellen Charakter. Doch es überwog immer noch die Leistungsschau, in welcher die ausstellenden Firmen um umsatzfördernde Prämierungen kämpften. Gemäß allgemeiner Zählung gilt aber erst die 1883 durchgeführte Ausstellung als die erste Landesausstellung.
Im Jahr 1883 fand die offiziell erste Landesausstellung in Zürich statt. Mit 1,7 Mio Besuchern stellte die Veranstaltung alle bisherigen eidgenössischen bzw kantonalen Veranstaltungen in den Schatten. An der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich lag das Schwergewicht nicht mehr nur auf der Industrie: dem Schulwesen wurde ein wichtiger Platz eingeräumt. Als besondere Attraktion wurde die "Topographische Karte der Schweiz" präsentiert.
Die nächste Landesausstellung wurde 1896 in Genf veranstaltet. Hier war das erste Mal ein Pavillon des Militärdepartements dabei, welches die Schweizer Armee dem Volk näher bringen wollte, was auch gelang. Vom 8. bis am 12. September fand im Rahmen der Ausstellung der erste schweizerische Kongress für die Interessen der Frau statt.
1914 in Bern demonstrierte der Armeepavillon den Willen zur bewaffneten Neutralität. Diese Ausstellung fiel mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zusammen.
Die Landi (1939) stand ganz im Zeichen der Geistigen Landesverteidigung. Zu den Hauptanziehungspunkten der Ausstellung gehörten:
Über 10 Millionen Eintrittskarten wurden verkauft und die Landesschau galt als ein grosser Erfolg. Einmal mehr, wie an der Landesausstellung von 1914, fiel sie in eine unruhige Zeit. Dies zeigte wiederum die Präsenz des Pavillons der Schweizer Armee. Die von Hans Brandenberger gestaltete Plastik "Wehrbereitschaft" traf den Zeitgeist. Getrübt wurde die Ausstellung durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Am 1. September 1939 wurde die erste Generalmobilmachung ausgerufen und einige dachten schon an das frühzeitige Ende der Landi. Dem war aber nicht so. Die Ausstellung sollte den Zusammenhalt der Eidgenossen und die „geistige Landesverteidigung“ fördern. Allerdings wurde ihr Bild nun von den Uniformen der Schweizer Soldaten („Tenue Grün“) geprägt.
Im Kontrast zu den eher rückwärtsgewandten, „Heimatverbundenheit“ repräsentierenden Ausstellungsteilen wie dem Dörfli stand die Vorstellung moderner Schweizer Architektur und Technik, z.B. mit einem Pavillon der Aluminiumindustrie, und Designelementen wie dem "Landi-Stuhl" des Gestalters Hans Coray, der grosse Verbreitung fand und 2004 durch eine Briefmarke der Schweizerischen Post gewürdigt wurde. Der sachliche, leicht wirkende Baustil vieler Pavillons ging unter der Bezeichnung "Landistil" in die Schweizer Architekturgeschichte ein.
Die Frauenorganisationen organisierten einen "Pavillon der Schweizerfrauen", in dem sie den Nutzen der Frauen für die Volkswirtschaft und die geistige Landesverteidigung darstellten und auf die politische Ungleichbehandlung der Frauen aufmerksam machten.
Am 30. April 1964 öffnete die EXPO in Lausanne die Tore. Diese Landesausstellung beabsichtigte ebenfalls, eine moderne Schweiz zu präsentieren, und nutzte dazu auch futuristisch wirkende Fortbewegungsmittel in der Form eines Monorail und Telekanapee über den Besucherströmen. Mit 10 Millionen verkaufter Eintritte war sie ein grosser Erfolg.
Der Kalte Krieg hinterließ aber doch auch seine Spuren. Dies zeigte der Betonigel der Armee. In diesem Betonbunker präsentierte die Armee die Totale Landesverteidigung. Als einer der Höhepunkte galt die Fahrt im Unterseeboot Mesoscaphe von Auguste Piccard in die Tiefen des Genfersees. Des trüben Genferseewassers wegen war die Aussicht allerdings stark eingeschränkt, wodurch zugleich die Problematik der Umweltverschmutzung ins Spiel kam.
Im Rahmen des Projekts Die Schweiz im Spiegel wurden fünf Kurzfilme aus dem Schweizer Alltagsleben gezeigt. Einem Weg der Schweiz entlang waren die Fahnen aller 3000 Schweizer Gemeinden zu sehen.
Man plante, 1991 anlässlich des 700-Jahr-Jubiläums der Schweizer Eidgenossenschaft eine nächste Landesausstellung in der Innerschweiz durchzuführen. Da dieses Vorhaben am Stimmvolk in den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden scheiterte, wurde in Zürich die nationale Forschungsausstellung "Heureka" realisiert.
Die Expo.02 fand in fünf Kantonen statt, verteilt auf vier Standorte an drei Seen in einer Region mit zwei Sprachen.
Vom 15. Mai bis 20. Oktober 2002 verzeichnete man über 10 Millionen Besucher. Insgesamt 40 verschiedene Ausstellungen, über 13.000 kulturelle Darbietungen auf Bühnen und Plätzen und zahlreiche Kunst- und andere Projekte lockten das Publikum auf die vier Arteplages (Ausstellungsräume) und auf die schwimmende Arteplage Mobile du Jura. Siehe Expo.02.
Brockhaus-1911: Schweizerische Pistole
Meyers-1905: Schweizerische Mundart · Schweizerische Depeschenagentur · Konkordatsbanken, schweizerische
Pierer-1857: Schweizerische Schule
Roell-1912: Schweizerische Seetalbahn · Schweizerische Ostwestbahn · Schweizerische Zentralbahn · Schweizerische Südostbahn · Schweizerische Eisenbahnen · Schweizerische Bundesbahnen · Schweizerische Nordostbahn · Schweizerische Nationalbahn