Die Schweizerische Rettungsflugwacht, kurz Rega (Schweizerische REttungsflugwacht / Garde Aérienne), ist eine selbständige und gemeinnützige private Stiftung für Luftrettung in der Schweiz, die 1952 von Mitgliedern der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft gegründet wurde und ihren Sitz am Flughafen Zürich-Kloten hat. In der Schweiz kann die Hilfe der Rega über die Alarmnummer 1414 oder über Funk angefordert werden. Die Rega bildet ein Glied der Rettungskette Schweiz (Swiss Rescue).
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Ein Rega-Rettungshelikopter befindet sich fünf Minuten nach Alarm in der Luft. Innerhalb von 15 Minuten befindet sich der Rega-Helikopter am Unfallsort, mit der Ausnahme des Kantons Wallis. Zur Standard-Besatzung gehört ein Pilot, ein Arzt sowie ein diplomierter Rettungssanitäter. Die Kosten der Rega werden je nach Einsatz von den Unfall- oder Krankenversicherungen getragen. Für ihre Gönner übernimmt die Rega jene Kosten, die nicht durch eine Versicherung gedeckt sind.
Die Rega transportiert nicht nur verletzte Menschen, sondern im Rahmen der Hilfe für Bergbauern häufig auch verletzte oder tote Kühe und auch Tiere, die beispielsweise infolge Schneefall ihre Alpweiden nicht mehr selbst verlassen können.
Seit den Anfängen der Rega hat sich die Flotte ständig dem neusten Stand der Technik angepasst: Ab 1955 stand eine Hiller 12, ab 1957 eine Bell 47 J für die Rega im Einsatz; abgelöst später durch Bell Jet Ranger. Ab den 70er Jahren bildeten über lange Zeit drei Bölkow Bo 105 auf Flachlandbasen und 12 Alouette III auf Gebirgsbasen die Helikopterflotte der Rega. Ab 1992 wurden beide Typen durch die Agusta A109 K2, einer speziellen Weiterentwicklung der Agusta A109 für den Rettungseinsatz, abgelöst. Auf den Flachlandbasen Lausanne, Bern, Basel und Zürich wurden die A109 K2 Ende 2003 durch neuere Helikopter des Typs Eurocopter EC 145 ersetzt, die auf den Basen im Alpenraum eingesetzten Agusta A109 K2 werden zwischen 2008 und 2009 durch das Nachfolgemodell vom Typ Agusta Grand abgelöst.
Bei medizinischen Problemen im Ausland kann jede Privatperson die Rega um Hilfe bitten. In der Einsatzzentrale der Rega macht sich dann ein Arzt aufgrund der Angaben vor Ort ein möglichst genaues Bild und entscheidet dann, ob und wie der Patient in die Schweiz zurück geflogen wird. Schlechte medizinische Versorgung vor Ort oder ein voraussichtlich längerer Krankenhausaufenthalt sind dabei wichtige Entscheidungskriterien.
Die so genannte Repatriierung findet dann je nach Entscheidung mit einem Ambulanzflugzeug der Rega oder mit einem Linienflug statt.
Anfänglich wurden für Repatriierungen Ambulanzflugzeuge des Typs Lear Jet 24D eingesetzt. Wie die Helikopterflotte wurde auch die Flugzeugflotte laufend modernisiert: Es folgten Bombardier Challenger CL-600, CL-601 und British Aerospace BAe 125-800B (Raytheon Hawker 800). Heute besteht die Flotte der Ambulanzflugzeuge aus drei modernen Challenger 604 aus dem Hause Bombardier.
2005 führte die Rega insgesamt 10'197 Einsätze durch. 657 davon betrafen Bergunfälle, 1'356 Wintersportunfälle, 1'044 Verkehrsunfälle, 59 Lawinenunfälle, 791 Repatriierungen und 378 Rückführungen mit Linienflügen. Die Zunahme bei den Helikoptereinsätzen ist hauptsächlich durch das vergleichsweise bessere Wetter zu erklären. Bei den Einsätzen mit Flächenflugzeugen fallen ein Teil der nach dem Tsunami repatriierten Patienten wie auch Patienten nach einem Busunglück in der Südtürkei ins Gewicht.
Die Anzahl der Gönner stieg markant um 5.4% auf 1.947 Mio.
Am nordöstlichen Rand des Zürcher Flughafens befindet sich das so genannte Rega-Center, der Hauptsitz der Schweizerischen Rettungsflugwacht. Der Hauptsitz umfasst einen Hangar für die Ambulanzflugzeuge der Rega, die Unterhaltswerkstätte, die Einsatzzentrale, Verwaltungsräumlichkeiten, Infrastruktur für die Ausbildung und vieles mehr; am Hauptsitz sind rund 150 Rega-Mitarbeiter beschäftigt.
Seit 1975 betreibt die Rega auf dem Flughafen Basel-Mülhausen-Freiburg eine Basis. Mehr als die Hälfte der Einsätze betreffen Südbaden (Deutschland), rund fünf Prozent das Elsass. In der Schweiz deckt die Basler Basis die Nordwestschweiz, den Jurasüdfuss und den Kanton Jura ab.
In Bern ist die Rega seit 1976 auf dem Flughafen Bern-Belpmoos stationiert. Bern ist eine so genannte Flachlandbasis; ihre Aktivitäten bestehen primär in Einsätzen bei Verkehrsunfällen sowie sekundär Verlegungen von Spital zu Spital.
Die Rega ist seit 1966 im Kanton Uri tätig, seit 1978 mit einer eigenen Basis in Erstfeld. Erstfeld ist eine so genannte Gebirgsbasis; im Sommer stehen Bergunfälle im Vordergrund, im Winter Einsätze für verunfallte Wintersportler. Hinzu kommt die Tierrettung im Rahmen der sommerlichen Alpbewirtschaftung.
Im Berner Oberland ist die Rega seit 1971 aktiv, ursprünglich am Flugplatz Interlaken und seit 1982 mit einer eigenen Basis auf dem Heliport Gsteigwiler. Rega 10 ist eine Gebirgsbasis und unter anderem auf anspruchsvolle Rettungseinsätze im Hochgebirge spezialisiert. Anfangs 2007 zieht die REGA 10 wieder nach Interlaken zurück. Die Renovations-Arbeiten fangen im Herbst 2006 an.
Seit 1981 fliegt die Rega ihre Einsätze im Genferseegebiet von einer Basis in Lausanne aus. Pro Jahr finden ab Lausanne rund 1'000 Einsätze statt, davon etwa ein Drittel mindestens teilweise in der Nacht.
In der Magadinoebene im Zentrum des Kantons Tessin ist die Rega seit 1980 präsent. Das Einsatzgebiet umfasst den ganzen Kanton Tessin sowie Teile des Kantons Graubünden und das Misox. Hinzu kommen immer wieder auch Einsätze im benachbarten Italien.
Im Engadin fliegt die Rega seit 1957 Einsätze, seit 1977 mit einer eigenen Infrastruktur auf dem Flugplatz Samedan. Rega 9 ist eine Hochlandbasis mit einem grossen Spektrum an Einsätzen, wobei es sich hauptsächlich um so genannten Primäreinsätze handelt, bei denen Notarzt und Rettungssanitäter zur Erstversorgung an eine Unfallstelle geflogen werden.
Für Einsätze im Kanton St. Gallen, im Kanton Thurgau sowie in den beiden Appenzeller Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein verfügt die Rega seit 1984 über eine Basis in Winkeln zwischen Gossau und St. Gallen. Häufig finden auch Einsätze in Deutschland und Österreich statt. Anfangs "hauste" die Crew der Basis St.Gallen in einem Wohnwagen unter einer Autobahnbrücke.
In Untervaz im Norden des Kantons Graubünden befindet sich seit 1992 eine der jüngeren Rega-Basen, nachdem die Rega vorher ab 1976 den Flugplatz Bad Ragaz genutzt hatte. Ab Untervaz fliegt die Rega pro Jahr etwa 900 Einsätze, davon rund 300 für Wintersportunfälle.
In Dübendorf befindet sich Rega 1, die älteste Basis der Rega. Ab 1968 flog die Rega Einsätze von einer Basis auf dem Flughafen Zürich, ab 1972 provisorisch vom Standort auf dem Kinderspital in der Stadt Zürich. Seit Frühling 2003 verfügt Rega 1 über eine moderne Basis auf dem Gelände des Militärflugplatzes Dübendorf. Pro Jahr fliegt die Zürcher Basis rund 1'000 Einsätze.
Im Kanton Wallis sind nicht die Rega, sondern Air Glaciers und Air Zermatt für die Luftrettung zuständig.
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