Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) - oder kurz "Nationalfonds" - ist eine privatrechtliche Stiftung, die 1952 gegründet wurde. Sie hatte ursprünglich das Ziel, finanzielle Beiträge für Publikationen, Forschungsarbeiten und Stipendien zu leisten; doch in den letzten Jahrzehnten wurden die Aufgaben auf die sogenannten "Nationale Forschungsprogramme" konzentriert - auch wenn man heute immer noch Unterstützungsgesuche an den SNF stellen kann.
Die Nationalen Forschungsprogramme (NFP, seit 1974) erlaubten dem Bundesrat, gezielt mit Bundesgeldern die Forschung zu unterstützen. Dazu gab es ab 1991 die "Schwerpunktprogramme", welche zum Ziel hatten, dass die schweizerische Wissenschaft mit dem internationalen Umfeld mitlaufen kann. 2001 wiederum wurde das System umgekrempelt: Die neuen "Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS)" sollen nachhaltige Strukturen bilden.
Der Forschungsrat als ausführende Gewalt des SNF hatte im Jahr 2004 90 Mitglieder; darunter waren 19 Frauen. Ursprünglich gab es elf Forschungsräte, die elf verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen angehörten. 1965 wurden drei Abteilungen (für Geistes- und Sozialwissenschaften; für Mathematik, Natur- und Ingenieurswissenschaften sowie für Biologie und Medizin) geschaffen. 1975 kam die Abteilung für die Nationalen Forschungsprogramme dazu, welche eben diese Programme verwaltet.
Im Gründungsjahr 1952 stellte der Bund zwei Millionen Franken zur Verfügung, und einer der ersten Nutzniesser der Stiftung war der Forscher Jacques Piccard, der 1960 mit seinem Tauchboot Trieste die tiefstgelegene ozeanische Stelle der Erde, den Marianengraben, aufsuchte (der NFS zahlte ihm einen Beitrag an den Ballast). Der Bundesbeitrag an das NFS stieg ständig an; 2004 erhielt das NFS 440 Millionen Franken aus der Bundeskasse.