Der Begriff Schwenker steht im Saarland für Dreierlei: Zum einen ist der Schwenker die besondere Form eines Grills. Weiterhin wird das auf dem Schwenker zubereitete Fleisch als Schwenker bezeichnet. Außerdem wird der „Grillmeister“, der den Schwenker (Fleisch) auf dem Schwenker (Grill) zubereitet, auch Schwenker genannt.
Für den Vorgang bzw. das Ereignis der Fleischzubereitung auf einem Schwenker ist der Begriff Schwenken üblich. Das Schwenken ist ein wichtiger Bestandteil der saarländischen Identität. Mittlerweile erfreut sich das Schwenken aber auch in anderen Gegenden wachsender Beliebtheit, so etwa im benachbarten Lothringen (Frankreich), wo in den Fleischabteilungen der Supermärkte "Schwenker" (also mit dem deutschen Wort) angeboten wird. Aber auch im benachbarten Rheinland-Pfalz, genauer im Hunsrück, "schwenkt" man. Hier gibt es aber regionale Unterschiede bei der Dicke und Marinade des Schwenkers. In der Gegend von Idar-Oberstein an der Nahe legt man die Fleischstücke, die hier mind. 500g und 5-6cm Dicke vorweisen, nur mit Pfeffer und Salz gewürzt und mit Zwiebelringen ein. Er wird hier manchmal "Schaukelbraten" (Schaukelbròòre) genannt, da er generell über offener Buchenholzflamme "geschaukelt" wird. Gebräuchlicher ist dort aber dennoch der Begriff Spießbraten (Spissbrode), auch wenn die Zubereitung auf dem Schwenkgrill erfolgt. Die Tradition des Schwenkens kommt aus Brasilien, da im 19. Jhd. viele Familien aus dem Hunsrück nach Südamerika auswanderten. Rückkehrer brachten diesen Brauch von dort mit. Und weil viele Menschen im "Saargebiet", später Saarland, Arbeit fanden und dort blieben, hat sich der Brauch bis heute erhalten.
Die jeweiligen Konzepte des Schwenkers sind aus Sicht der meisten patriotischen Saarländer gewissen traditionellen Idealvorstellungen unterworfen, von denen die gängigsten in den folgenden Abschnitten beschrieben werden sollen.
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Der Schwenker als Grillgerät ist typischerweise ein knapp mannshohes Dreibein oder eine galgenähnliche Konstruktion aus meist verschweißten Metallstangen. In der Spitze dieses Dreibeins findet sich ein drehbares Laufrad, über das eine Kette gelegt wird. An einem Ende der Kette ist ein runder Rost befestigt, der sich zwischen den drei Standbeinen frei schwingend drehen kann. Das andere Ende der Kette wird an einem der drei Beine an einem Haken o.ä. befestigt; hierüber kann der Abstand des Rostes vom Boden bei Bedarf immer reguliert werden.
Nach altem Brauch ist der Schwenker selbstgebaut. Idealerweise soll er sogar während (!) der Arbeitszeit bei Saarstahl, der Dillinger Hütte, bei Karcher (jetzt Textron) oder „auf der Grube“ (Deutsche Steinkohle AG) in sogenannter „Sackarbeit“ zusammengeschweißt worden sein. Dabei reicht die Palette von umgebauten Zeltstangen bis hin zu Luxusversionen aus chemisch beständigem und lebensmittelechtem Edelstahl.
Die Brennstelle unter dem Rost ist nach Möglichkeit eine alte, quer zur Achse aufgetrennte Waschmaschinentrommel, kann jedoch auch jede andere Form von Feuerschale sein
Ein Schwenker soll nur mit Buchenholz befeuert werden; die Verwendung von Tannenholz oder gar Holzkohle ist verpönt.
Das Stück Fleisch, das auf einem Schwenker „geschwenkt“ wird, ist üblicherweise ein in Zwiebeln, Kräuter, Bier oder Paprika ohne Öl eingelegtes Schweinenackensteak (manchmal auch ein Bauchlappen). Die gängigsten Varianten sind der „grüne“ Schwenker mit Kräutern und der „rote“ mit Paprika. Beliebt sind beide Sorten auch als Putenschwenker.
Auch Bratwürste („Rostwürste“, „Käsewürste“, Merguez u.a.) werden gern geschwenkt, heißen aber selbst nicht Schwenker. Gern geschwenkt wird auch die saarländische „Lyoner“ (Fleischwurst); ab und zu finden sich auch Kartoffeln in Alufolie in der heißen Glut. Werden die Kartoffeln in der Glut und Asche allerdings „vergraben“, so benötigen sie keine Alufolie. Die Verwendung von Alufolie ist ungerne gesehen.
Der Schwenker wird auch Schwenkbraten genannt (siehe auch dort für die Zubereitung der Marinade).
Beim „Schwenken“ (im Sinne von Grillen auf dem Schwenker) übernimmt üblicherweise die Frau die Zubereitung der Beilagen wie Salate und Brot, während der Mann das Fleisch auf dem Schwenker zubereitet. Die Person, die die Aufsicht über die Schwenkerzubereitung hat, wird auch Schwenker oder Schwenkmeister genannt und geniesst höchstes Ansehen. Seine Bierversorgung wird ebenfalls traditionellerweise sichergestellt durch die Frau.
Als Ausrüstung dient eine Zweizackgabel oder auch eine Grillzange. Diese dient nicht nur dem Wenden des Fleischs, sondern hauptsächlich dem Anschubsen des Rostes: Beim Schwenken muss dieser ständig in einer kreisenden Schwingbewegung gehalten werden, um eine optimale Garung des Schwenkbratens zu gewährleisten. Weiterhin muss der Schwenker (Person) darauf achten, dass die Höhe des Rostes mittels der Kette in einem sinnvollen Verhältnis zur Hitze der Flammen eingestellt wird. Im Gegensatz zum normalen Grillen kann hier auch über dem Feuer und nicht nur über der Glut geschwenkt werden. In diesem Punkt scheiden sich die saarländischen Geister. Die Geschwindigkeit der Bewegung des Schwenkers (Grill) muss ebenfalls nach Bedarf angepasst werden.
Typisches Utensil des Schwenkers ist die Flasche Bier (optimalerweise ein heimisches Erzeugnis), die nicht nur begleitend getrunken wird, sondern kurz vor Ende des Schwenkvorgangs teilweise über die Schwenkbraten geschüttet oder gespritzt wird („Ablöschen“), dies dient auch dazu, den Geschmack des Grillgutes positiv zu beeinflussen und es vor Austrocknung zu schützen.
Ein neueres – allerdings noch nicht weit verbreitetes – Kombigerät für das Schwenken, ist der sogenannte Schwenkerhooke, eine mehrfach gebogene Stange, an deren einem Ende sich ein Flaschenöffner als Griff befindet und bei der das andere Ende eine gebogene Spitze hat. Dieses Gerät ist universell einsetzbar: Neben dem Anschubsen des Rostes kann mit der Spitze der Schwenkbraten in einem eleganten Schwung gewendet werden. Die geriffelte Stange ermöglicht das gleichzeitige Wenden mehrerer Würstchen, und die Spitze ist so geformt, dass man eine Flasche Bier aus dem Kasten nehmen kann, ohne sich bücken zu müssen. Für den typischen Saarländer sind diese Arbeitsabläufe unverzichtbar.