| Physikalische Größe | |||
|---|---|---|---|
| Name | örtliche Fallbeschleunigung | ||
| Größenart | Beschleunigung | ||
| Formelzeichen der Größe | g | ||
| Größen- und Einheitensystem |
Einheit | Dimension | |
| SI | |||
| CGS | |||
| Planck | |||
Unter Schwere- bzw. Fall- oder auch Oberflächenbeschleunigung, kurz Schwere, versteht man im weiteren Sinne die Beschleunigung, die ein Körper im freien reibungslosen Fall auf einer Planetenoberfläche erfährt.
Die Schwere auf einem (in der Regel rotierenden) Himmelskörper ist die Summe aus Gravitationsbeschleunigung (Gravitation) und Zentrifugalbeschleunigung. Der schwereverringernde Beitrag der Zentrifugalbeschleunigung ist jedoch meist gering.
Im engeren Sinne wird unter der Schwerebeschleunigung die Konstante der Schwerebeschleunigung auf der Erdoberfläche verstanden. Sie wird mit g bezeichnet. Die Schwerebeschleunigung der Erde beträgt durchschnittlich g = 9,81 m s-2, variiert aber aufgrund der Zentrifugalbeschleunigung und der Erdgestalt regional um einige Promille.
Inhaltsverzeichnis |
Die SI-Einheit der Schwerebeschleunigung ist m s-2. Der Millionste Teil davon ist 1 µm s-2, was etwa der Messgenauigkeit von Gravimetern entspricht.
Im alten CGS-System heißt die Einheit Gal (nach Galileo Galilei) oder γ, das in der Gravimetrie und Angewandten Geophysik oft in 1000 Milligal unterteilt wird:
Siehe unten. Geophysiker verwenden γ aber meistens als Formelzeichen für die theoretische Schwere unten als gN bezeichnet.
Manchmal dient die Erdschwerebeschleunigung g auch als Einheit. Im Mittel der Erde gilt dann genähert
Die Schwerebeschleunigung bestimmt die Kraft F, mit der ein Körper m von einem Himmelskörper angezogen wird:

Die Schwerkraft setzt sich aus der anziehend wirkenden Gravitationskraft und der abstoßend wirkenden Zentrifugalkraft zusammen.

Für die Schwerebeschleunigung gilt dementsprechend:

Am Äquator wirken Gravitationkraft und Zentrifugalkraft genau entgegengesetzt.
Am Pol wirkt keine Zentrifugalkraft, da der Abstand von der Rotationsachse null ist.
Die Gravitationsbeschleunigung lässt sich (für Punktmassen) aus der Masse (m) und Abstand (r) mit der Gravitationskonstante (G) berechnen.
mit 
Die Zentrifugalbeschleunigung lässt sich aus Umlaufdauer (T) und Abstand (r) berechnen.
mit 
Die folgenden Berechnungen für die Gravitationsbeschleunigung liefern nur Näherungswerte, da es sich bei der Erde nicht um eine Punktmasse handelt.




Am Äquator:

Am Pol:
Die Schwerebeschleunigung kann mit Gravimetern auf µGal genau gemessen werden.
Eine andere Methode beruht auf der Messung der Schwingungsdauer T eines Fadenpendels mit Fadenlänge L:

Die Tabelle vergleicht die Schwerebeschleunigung der Erde mit Himmelskörpern unseres Planetensystems:
| Himmels- körper |
relative Schwere in g |
Beschleunigung in m/s2 |
|---|---|---|
| Merkur | 0,39 | 3,83 |
| Venus | 0,89 | 8,73 |
| Erde | 1,00 | 9,81 |
| Mars | 0,39 | 3,83 |
| Jupiter | 2,50 | 24,53 |
| Saturn | 1,10 | 10,79 |
| Uranus | 0,89 | 8,73 |
| Neptun | 1,20 | 11,77 |
| Pluto | 0,059 | 0,58 |
| Sonne | 27,80 | 272,72 |
| Mond | 0,16 | 1,57 |
Zum Vergleich: Kurzzeitig überlebt ein Mensch 15 g, einige Minuten lang etwa 6 g, siehe G-Kraft.