Ein Schwimmteich ist ein meist künstlich angelegtes stehendes Gewässer, das gut zum Schwimmen oder Baden geeignet ist. Schwimmteiche sind kleiner als Badeseen und finden deshalb in privaten Gärten Platz. Im Gegensatz zu einem traditionellen Schwimmbecken wird auf eine Wasseraufbereitung mit chemischen Mitteln verzichtet. Wie bei einem Gartenteich soll eine geeignete Wasserqualität durch ein biologisches Gleichgewicht erreicht werden. Der Schwimmteich dient also nicht nur den Menschen zur Erholung, sondern bildet auch ein Biotop, das vielen heute selten gewordenen Tieren und Pflanzen Lebensraum bietet.
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Der Teich wird in zwei Zonen aufgeteilt:
Zwischen beiden Zonen muss ein ungehinderter Wasseraustausch möglich sein.
Bei bestimmten Systemen wird der Wasseraustausch zwischen diesen beiden Bereichen durch Pumpen unterstützt.
Die Desinfektion funktioniert biologisch durch Stoffwechselvorgänge von Bakterien die sich im Wurzelwerk der Pflanzen ansiedeln. Entscheidend ist ein stabiles Gleichgewicht von "guten" und "bösen" Bakterien, in Abhängigkeit von Wassertemperatur, Sonneneinstrahlung, pH-Wert, Pflanzenwachstum, (Vogel-)Kot-Eintrag, Belastung durch Badegäste, etc. Vorgeschaltet ist meist ein mechanischer Filter.
Um das Wasser am Versickern im Boden zu hindern, ist genau wie bei einem Gartenteich eine Abdichtung erforderlich. Als Baumaterialien können Ton, GFK, Beton oder spezielle Teichfolien verwendet werden. Aufgrund der Kosten und der einfachen Verarbeitung wird am häufigsten Folie verwendet.
Der Anlage eines Schwimmteiches muss eine sorgfältige Planung voraus gehen. Hier ein paar Stichpunkte:
Jede Gemeinde hat eigene Regeln, die dem Grundstückseigentümer bei Realisierung eines Schwimmteiches Einschränkungen auferlegen können. So kann beispielsweise die maximale Tiefe auf 1,50 m oder die maximale Oberfläche auf 300 m2 begrenzt sein. Auskünfte erteilen die jeweils zuständigen Baubehörden der Gemeinden.
Für öffentliche Schwimmteiche hat das Umweltbundesamt entsprechende Bau- und Betriebs- und Wasserqualitätsverordnungen erlassen.
Die Monate März und April eignen sich am besten für den Bau. Der Bau eines Schwimmteiches erfolgt in den folgenden Schritten:
Auch wenn der Teich bereits im ersten Jahr zum Schwimmen genutzt werden kann, dauert es ungefähr zwei bis drei Jahre, bis sich ein stabiles biologisches Gleichgewicht eingependelt hat.
Auch wenn ein Schwimmteich deutlich weniger Arbeit als ein Schwimmbad macht, sind über das Jahr verteilt einige Pflege und Unterhaltungsarbeiten notwendig:
Damit der Teich nicht durch den Kapillareffekt Wasser verliert, muss die am Ufer befindliche Kapillarsperre kontrolliert und Überwucherungen eventuell entfernt werden. Abgestorbene Pflanzenreste müssen abgeschnitten und entfernt werden.
In den Monaten Februar bis April wird der Teich möglicherweise von Stockenten aufgesucht. Diese können den Teich mit Zerkarien, dem Erreger der harmlosen aber lästigen Badedermatitis verseuchen. Deshalb sind Maßnahmen zum Vertreiben der Enten angebracht. Die Enten suchen den Teich häufig nachts oder in den frühen Morgenstunden auf.
An windigen, warmen und trockenen Tagen kann der Wasserspiegel im Teich durch Verdunstung um 1 cm pro Tag sinken. Sinkt der Wasserspiegel zu stark, muss Wasser nachgefüllt werden, um die Pflanzen im Uferbereich vor Austrocknung zu schützen.
In das Wasser fallendes Laub wird im Wasser von Mikroorganismen zersetzt und die so frei werdenden Nährstoffe dienen den Algen als Nahrung. Durch ein in der Zeit von Ende Oktober bis Ende November über den Teich gespanntes Netz, kann der Eintrag von Laub zum großen Teil verhindert werden.
Wenn der Teich zu lange zufriert, bildet sich im Wasser zuviel CO2. Es gibt spezielle Sprudler und Eisfreihalter, die einen Teil der Wasserfläche vor dem Zufrieren frei halten und so einen Gasaustausch ermöglichen. Wenn die Eisfläche mit Schnee bedeckt ist, stellen die Unterwasserpflanzen aufgrund des fehlenden Lichts ihre Photosynthese ein und können bei länger anhaltender Dunkelheit auch absterben. Es ist deshalb sinnvoll eine Zone von 1 m bis 1,5 m vom Ufer aus vom Schnee zu befreien.
Für kleine Gemeinden ist der Schwimmteich eine ausgezeichnete Möglichkeit, für Bürger und Fremdenverkehr ein attraktives Schwimmbad zu schaffen. Ob ein öffentlicher Schwimmteich bzw. Naturbadeteich letztlich günstiger oder teurer als ein konventionelles Schwimmbad ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Pauschale Aussagen und neutrale Kostenvergleiche sind insofern schwierig, als das öffentliche Schwimmteiche häufig von privaten Trägervereinen gebaut und betrieben werden, während konventionelle Schwimmbäder üblicherweise von Kommunen oder privaten Investoren gebaut und betrieben werden. So können durch einen privaten Trägerverein in der Bauphase kostensenkende Eigenleistungen in erheblichem Umfang erbracht werden, die bei einem konventionellen Schwimmbad kaum möglich sind. Im Betrieb fallen bei einem Schwimmteich meist niedrigere Kosten für Technik, Chemikalien und Abwasser an. Ebenfalls kann auf Fachpersonal wie einen Schwimmmeister (z.B. für den Umgang mit desinfizierenden Chemikalien) verzichtet werden. Der Personalaufwand kann bei einem Schwimmteich trotzdem höher sein, da große Pflanzzonen gepflegt werden müssen. Ob das bei einer Kostenbetrachtung relevant ist, hängt vom Betreibermodell (Kommunal/gewerblich vs. Trägerverein) ab.