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Der Science Impact Factor (= SII) ist eine über viele Jahre stabile Zitationsrate, die sich als objektiv ermittelbarer Orientierungswert über die forscherische Leistungsfähigkeit von Wissenschaftlern herausgebildet hat. Er wurde als ein fachspezifisch normiertes Messverfahren entwickelt, das auch als Test für die Ausprägung der Forschungsqualität interpretiert werden kann. Bisher wurde er an den 10.174 Habilitierten/Professorierten der 42 Fachrichtungen der deutschen Medizin normiert. Er gibt den Prozentrang unter den habilitierten/professorierten Fachkollegen wieder und ermöglicht Vorhersagen über viele Jahre, gar über Jahrzehnte.
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Der SII ist einfach und weitgehend objektiv, wenn man unter Objektivität das Ausmaß versteht, mit dem verschiedene Anwender zu gleichen Messergebnissen gelangen. Für die Unterscheidung von forschenden Wissenschaftlern, insbesondere der qualitativ gehobenen Wissenschaftler, erwies er sich als relativ sensitiv (Lehrl, 1999). Über den Zeitraum von Jahren ergab sich für ihn eine etwas höhere Verlässlichkeit als bei der Mehrheit der Persönlichkeitstests (Engel, 2006). Er wurde genauso wie ein psychologischer Tests hinsichtlich seiner entsprechenden Gütewerte der Objektivität, Reliabilität und Validität überprüft und normiert und für geeignet befunden. Seine Messwerte kennzeichnen einen Wissenschaftler, der etwa sechs bis sieben Jahre lang Möglichkeiten zur Forschung hatte. Das trifft meist ab dem 35. Lebensjahr zu. Unter dieser Voraussetzung erfasst der SII die forscherische Qualität eines Wissenschaftlers, die sich als stabile, zentrale und generelle Persönlichkeitseigenschaft erweist.
Die Validität des SII ist, wie mehrere Konkordanzstudien nahelegen, der von einzelnen Gutachtern weit überlegen. Anders als bei ihnen ist zudem die Gewinnung der Ergebnisse beim SII transparent. Dieser SII ermöglicht in der jetzigen Entwicklungsstufe, Vergleiche über 42 medizinische Fachrichtungen hinweg durchzuführen.
Der SII entspricht der Anzahl der verschiedenen (Erst-)Autoren, die einen bestimmten Wissenschaftler innerhalb eines Kalenderjahres in Zeitschriften zitieren, die vom Science Citation Index (SCI) erfasst sind. Bei sozialwissenschaftlich stark beeinflussten Fächern wie Psychiatrie, Psychosomatik oder Medizinische Psychologie kommt noch der Social Science Citation Index (SSCI) hinzu.
Mehrere Zitate in Arbeiten mit dem selben Erst-/Alleinautor zählen nur einmal, um den Einfluss von Zitiergemeinschaften begrenzt zu halten. Für Selbstzitate wird insgesamt ein halber Punkt vergeben, also unabhängig davon, ob es eines oder beispielsweise zehn sind. Denn es muss schon als Leistung anerkannt werden, in einer der international registrierten Zeitschriften überhaupt unterzukommen, um sich selbst zitieren zu können. Die Hinzunahme der Zitationen bei Nachautorenschaften erhöht die Validität nicht.
Wer SII-Werte wie die führenden zehn Prozent der habilitierten/professorierten Fachkollegen einer jeden Fachrichtung erreicht, hinterlässt im Vergleich zur Mehrheit der Fachkollegen viel mehr Spuren im weltweiten Bestand der Wissenschaften. Der internationale Wert der Forschung eines Wissenschaftlers der führenden Gruppe liegt etwa 20 Mal höher als der seines mittleren (Median) habilitierten/professorierten Fachkollegen. Berücksichtigt man die Ermittlungen von R. May, dann lässt sich der jährliche internationale Wert der Forschung eines medianen habilitierten/professorierten Wissenschaftlers der deutschen Medizin mit etwa 60.000 € und der eines Angehörigen der führenden Gruppe mit 1.2 Millionen € einschätzen. Diese Differenz bleibt in der Regel während wenigstens zwei Jahrzehnten bestehen.
Über die führenden Wissenschaftler der deutschen Medizin ergaben die statistischen Untersuchungen, dass diese relativ kleine Gruppe, gemessen an den Zitationen durch Wissenschaftler, über die Hälfte zu dem beiträgt, was alle Wissenschaftler in der deutschen Medizin zusammen leisten. Dahinter stehen nicht nur die restlichen 90 % an habilitierten Fachkollegen, sondern über eine viertel Million weiterer Personen, die auf Wissenschaftlerstellen oder durch Doktorarbeiten verantwortlich an der Forschung teilnehmen.