Scimitar (Waffe)

Scimitar, 17. Jh., aus Indien
Scimitar, 17. Jh., aus Indien
Mit Scimitaren bewaffnete Orientalen auf einer Illustration für Tausendundeine Nacht
Mit Scimitaren bewaffnete Orientalen auf einer Illustration für Tausendundeine Nacht

Ein Scimitar (auch Schimitar oder Skimitar) ist eine einschneidige Hieb- und Stichwaffe mit geschwungener Klinge (im Prinzip also ein Säbel), deren Form vorderasiatischen Ursprungs ist. Er ist im Deutschen landläufig eher unter der allerdings nicht fachmännischen Bezeichnung Krummschwert bekannt und wird umgangssprachlich auch „Türkensäbel“ oder „Mameluckensäbel“ genannt. Korrekt ist die deutsche Bezeichnung Krummsäbel.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

Im italienischen Sprachgebrauch tauchte das Wort scimitarra im 15. Jahrhundert als Bezeichnung für die gekrümmten Klingenwaffen türkischer Soldaten auf. Geprägt wurde der Ausdruck vermutlich in der Zeit der Eroberung von Otranto durch die Osmanen (1480); möglicherweise kam der Begriff aber auch schon früher durch italienische Kaufleute nach Europa, die jahrhundertelang enge Handelsbeziehungen in die Levante unterhielten. Wo der etymologische Ursprung liegt, ist nicht eindeutig geklärt. Weder im Türkischen noch im Arabischen sind Parallelen bekannt. Das Wort stammt wahrscheinlich vom persischen chimchīr oder chamchīr (شمشیر), was Schwert bedeutet (wohl abgeleitet vom mittelpersischen chafchēr, d. h. „Löwenschweif“). Auf Lateinisch ist die Bezeichnung cymitharra in den um 1540 verfassten „Büchern von den Dingen der Türken“ (De Rebus Turcarum Libri) des am Hof des französischen Königs Franz I. tätigen Ethnografen Christophe Richer belegt. Von dort gelangte sie in die französische (cimeterre) und spanische Sprache (cimitarra) und lässt sich in der Form scymitar oder cymiter ab Mitte des 16. Jahrhunderts auch in der englischen Sprache nachweisen. Einer der frühesten englischen Belege ist die Erwähnung eines scimitar in William Shakespeares Komödie Der Kaufmann von Venedig (2. Aufzug, 1. Szene)[1] aus dem Jahre 1595. In die deutsche Sprache ist der Begriff erst in jüngerer Zeit aus dem Englischen gelangt (insbesondere durch Fantasyliteratur und Computerspiele). In vereinzelten deutschen Quellen aus dem 19. Jahrhundert sind auch die Schreibweisen Szimitar und Scimetar belegt, wobei es sich allesamt um Übersetzungen handelt.

Geschichte

Scimitare waren im mittleren Osten, Nordafrika und Vorderindien, in osmanischer Zeit auch in der Türkei, auf dem Balkan und bis nach Ungarn, weit verbreitet und gelten als traditionelle Nahkampfwaffe des muslimischen Orients und der Sarazenen, obwohl der Waffentypus sicher sehr viel älter als der Islam ist. Er gilt unter anderem deswegen als Symbol oder Erkennungszeichen islamischer Kämpfer, weil der Prophet Mohammed möglicherweise selbst mit einer solchen Waffe gekämpft hat. Aus diesem Grund taucht der Krummsäbel in einer Reihe von Staatswappen islamischer Länder auf, beispielsweise im Wappen Saudi-Arabiens. Die Grundform ist aber bereits in dem altorientalischen, aus Ägypten stammenden Khopesh zu erkennen. Allerdings waren gekrümmte Klingen lange Zeit vornehmlich als Jagdwaffen in Gebrauch und setzten sich erst nach dem Mongolensturm und der Eroberung Persiens durch die Ilchane im 13. Jahrhundert als Waffen für den militärischen Kampf durch.

Im Übrigen ist die Bezeichnung Krummsäbel oder Scimitar ein Sammelbegriff für eine Vielzahl sehr unterschiedlicher orientalischer Säbeltypen. Zu besonderer Berühmtheit gelangten die aus orientalischem Damast hergestellten Klingen. Damaszenerwaffen wurden vor allem in Persien aus indischem Stahl gefertigt und blieben bis weit ins 19. Jahrhundert hinein nahezu ein Monopol des islamischen Kulturkreises. Der typische orientalische Säbel ist stark gekrümmt und sehr breit und daher als Stichwaffe eher ungeeignet. Die klassische Säbelform mit Verbreiterung zur Spitze hin ist im muslimischen Raum allerdings entgegen verbreiteten Klischees erst im späten 13. Jahrhundert nachzuweisen, in sehr zaghafter Ausführung. Zu nennenswerter Verbreitung scheint sie erst im Laufe des 14. Jahrhunderts gelangt zu sein. In den osmanisch beherrschten Gebieten war die zuvor verbreitete Säbelform im Gegenteil eher zur Spitze hin verjüngend konstruiert, hatte keine Rückenschneide und in der Regel keinen Knauf. Mit Krummsäbeln orientalischen Stils waren im 19. Jahrhundert auch eine Reihe von Einheiten europäischer Heere ausgerüstet, vor allem exotisch uniformierte Formationen wie Zuaven oder Turkos.

Siehe auch

Anmerkungen und Quellenangaben

  1. By this scimitar, | That slew the Sophy, and a Persian prince | That won three fields of Sultan Soliman | ...
    Deutsche Übersetzung:
    Bei diesem Säbel, der | Den Sophi schlug und einen Perserprinz, | Der dreimal Sultan Soliman besiegt | ...

Weblinks

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