Scott Joplin (* zwischen Juni 1867 und Januar 1868[1] in Texarkana, Texas; † 1. April 1917 in New York) war US-amerikanischer Komponist und Pianist.
Inhaltsverzeichnis |
Scott Joplin, der als Sohn eines ehemaligen Sklaven geboren wurde, war einer der ersten afroamerikanischen Komponisten klassischer Musik im europäischen Stil. Dabei war er an der Romantik orientiert und teilweise vom Ragtime beeinflusst. Zu Lebzeiten bekam er allerdings aufgrund seiner Hautfarbe fast keine Möglichkeiten, seine Kompositionen aufzuführen. Mit seinen Ragtimes erreichte er hingegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA große Popularität.
Seine klassischen Kompositionen sind, außer dem Klavierauszug zu der Oper Treemonisha (1911; neu instrumentiert durch Gunther Schuller), alle verloren. Nach seinem Tod schnell in Vergessenheit geraten, gilt er heute wieder als einer der Begründer des Ragtime. Insbesondere durch den siebenfach mit dem Oscar ausgezeichneten Spielfilm Der Clou (1973) mit Robert Redford, für dessen Filmmusik aus dem Werk Scott Joplins geschöpft wurde, gewann der Ragtime wieder an Beliebtheit. Von Joplins zahlreichen Stücken sind der Maple Leaf Rag und The Entertainer die bekanntesten.
Gemeinsam mit James Scott und Joseph Lamb gehört Joplin zu den „Big Three“ des klassischen auskomponierten Ragtime. Seine Kompositionen sind durchgehend pianistisch anspruchsvoll. Vereinfachende Bearbeitungen existieren. Joplin bestand stets darauf, dass seine Stücke „nicht schnell“ zu spielen seien; häufig wird „slow March Time“ gefordert: „It's never right to play Ragtime fast“. Damit widersprach er der rasanten Spielpraxis einiger seiner Zeitgenossen, die anhand von einfacher strukturierten Ragtimes eher Schnelligkeit als Musikalität zur Geltung brachten.
Es existieren Originalaufnahmen von sogenannten Player Rolls, Rollen also, die zum Betrieb für automatische Klaviere verwendet wurden und auch von Scott Joplin selbst eingespielt wurden. Sie vermitteln keinen authentischen Eindruck der Musik Joplins und dokumentieren allenfalls die amerikanischen Hörgewohnheiten seiner Zeit. Eine kongeniale Einspielung von Ragtimes Scott Joplins schuf dagegen 1974 der amerikanische Pianist Joshua Rifkin. Seine an Bach geschulte, höchst präzise und subtile Spielweise bringt den streng rhythmischen Charakter, die lebensfrohe Harmonik und impulsive Dynamik dieser Musik zum Ausdruck.