| Seriendaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Scrubs – Die Anfänger |
| Originaltitel: | Scrubs |
| Produktionsland: | USA |
| Produktionsjahr(e): | 2001– |
| Produzent: | Bill Lawrence, Randall Winston |
| Länge pro Episode: | ca. 22 Minuten |
| Episodenzahl: | 141+ in 6 Staffeln |
| Originalsprache: | Englisch |
| Musik: | Tim Bright, Chad Fischer, Chris Link, Jan Stevens, Tammany Hall NYC |
| Titellied: | Lazlo Bane – Superman |
| Idee: | Bill Lawrence |
| Genre: | Comedy, Drama, Krankenhaus-Serie |
| Erstausstrahlung: | 2. Oktober 2001 (USA) |
| Fernsehsender: | NBC |
| Erstausstrahlung (de): | 2. September 2003 |
| Fernsehsender (de): | ProSieben, ORF 1, SF 2 |
| Besetzung | |
| Nebencharaktere | |
Scrubs – Die Anfänger ist eine US-amerikanische Krankenhaus-Sitcom, die 2001 von Bill Lawrence entwickelt wurde. Die Serie dreht sich um die Ängste und Probleme junger Ärzte bei ihren ersten professionellen Gehversuchen im Krankenhausalltag. Genreuntypisch verbindet sie dabei dramatische und komische Elemente, unterhält den Zuschauer mithin auf zweierlei Art.
Inhaltsverzeichnis |
Mittelpunkt und Ich-Erzähler der Serie ist der junge Mediziner John Michael Dorian, genannt J. D. Frisch von der Universität gekommen, taucht er in die Welt des tagtäglichen Krankenhausbetriebs im Sacred Heart Hospital ein, lernt mit den Höhen und Tiefen des Arztberufes umzugehen und lässt den Zuschauer dabei an seinen Gedanken, Ängsten und Tagträumen teilhaben. Mit der Zeit entwickelt er sich weiter und gewinnt die eine oder andere philosophische Erkenntnis.
Ähnlich ergeht es seinen zwei gleichaltrigen Kollegen: Der hübschen wie zielstrebigen (aber oft auch sehr unsicheren und tollpatschigen) Elliot Reid sowie seinem College-Freund und, bis Ende Staffel 4, Mitbewohner Christopher Turk, genannt Turk. Neben der Berufswahl verbindet die drei auch eine enge Freundschaft.
Anders verhält es sich mit ihren Vorgesetzten, dem strengen Chefarzt Dr. Kelso und dem sarkastisch-narzisstischen Oberarzt Dr. Cox. Kelso liegt offenkundig nur das finanzielle Wohl der Klinik am Herzen. Cox hingegen besticht durch beispielhafte Berufsethik, dennoch scheint er ein emotionales Wrack zu sein und gibt sich kühl und distanziert, was sich vor allem in seinem zynischen Humor ausdrückt. Des Weiteren stellt er die nahezu archetypische Form des an seiner Umwelt rücksichtslos Frust auslassenden Zynikers dar, der nicht selten die Assistenzärzte unsanft in die Realität zurückbefördert. Trotzdem zeigt sich desöfteren, dass die beiden zwar vordergründig „böse“, aber im Grunde nur frustriert sind.
Ein weiteres Hindernis für J. D. stellen die Schikanen des Hausmeisters – dessen Name nie genannt wird – dar, wohingegen Turk schnell eine Beziehung mit der Krankenschwester Carla eingeht, die er im Verlauf der Serie heiratet.
Fans von Scrubs betonen, dass die Geschichten ihren Reiz aus der kreativen Mélange von Humor, Emotionen und tiefgründigen Wahrheiten, sowie den Ecken und Kanten der Protagonisten beziehen. Die Charaktere stehen mit beiden Füßen auf dem Boden der oft unnachgiebigen Realität – die Komik ergibt sich aus der Situation oder findet in J. D.s Gedankenwelt ihren Platz.
Der Titel setzt, wahrscheinlich gezielt, auf seine Mehrdeutigkeit:
Im Englischen bezeichnet scrubs die Arbeitskleidung von Chirurgen. Der Name leitet sich ab von dem vor einer Operation nötigen Procedere zur Reinigung und Desinfektion, welches mit einem gründlichen Schrubben der Hände verbunden ist. Der gesamte Vorgang wird daher mit to scrub in oder to scrub up (for surgery) beschrieben.
In vielen Krankenhäusern werden scrubs auch von anderen Teilen des Personals getragen. Die Kombination aus einem dünnen, kurzärmeligen Oberteil (Kasak) und gleichfarbigen Hosen sind in der Serie rot, rosa oder violett für Krankenschwestern, grün für Chirurgen und blau für Internisten. Dabei handelt es sich um die in Krankenhäusern typische so genannte Bereichskleidung.
In der Tat verrät Dr. Kelso J.D. in der ersten Episode: „Do you not realize that you're nothing but a large pair of scrubs to me?“ (engl. sinngemäß: „Begreifen Sie nicht, dass Sie für mich nichts als ein Haufen Arbeitskleidung sind?“)
Gleichzeitig bedeutet scrub in der Umgangssprache des amerikanischen Englisch soviel wie „Anfänger“, aber auch „Versager“, vor allem in sexuellem Kontext.[1] Zudem kann das Verb to scrub mit „wegschmeißen“, „abblasen“ oder „sausen lassen“ übersetzt werden.[2]
Wie in amerikanischen Serien üblich, haben eine Reihe von Stars Gastauftritte, so treten in mehreren Folgen auf:
Kleinere Gastauftritte hatten unter anderem Kareem Abdul-Jabbar, Matthew Perry, R. Lee Ermey, David Copperfield und Jay Leno.
Bemerkung: Bis zum Ende der vierten Staffel hatten sieben Schauspieler aus der Serie Chaos City, Bill Lawrence’ früherer Kreation, einen Gastauftritt in Scrubs – dies waren Michael J. Fox, Barry Bostwick, Alan Ruck, Michael Boatman, Richard Kind, Alexander Chaplin und Heather Locklear.
Eine Besonderheit der Serie ist, dass nahezu alle Episodentitel, sowohl im Englischen, als auch im Deutschen mit „My“ bzw. „Mein(e)“ beginnen. Einzige Ausnahmen bilden die Episoden
Was noch einmal den Charakter der Serie unterstreicht: Jede Episode wird aus J. D.s Sicht geschildert, was aufgrund dessen nicht immer ganz objektiv geschieht. In den oben aufgeführten Folgen bekommen andere Charaktere das Wort und lassen die Zuschauer an ihren Gedanken und Träumen teilhaben.
„Scrubs“ erhielt bereits diverse Auszeichnungen und Nominierungen. Für den wichtigsten US-amerikanischen Fernsehpreis Emmy wurde 2002 die Besetzung für eine Comedy-Serie ebenso nominiert wie die Regie in der Folge „My old Lady“. 2003 und 2004 kam die Besetzung erneut in die Endauswahl, ebenso der Schnitt und das Drehbuch für die Folge „My Screw Up“. Ein Jahr danach gewann die Reihe einen Preis für den Schnitt in der Folge „My Life in Four Cameras“. Nominierungen erhielt die Serie für die „Beste Comedyserie“, „Beste Hauptrolle in einer Comedyserie“ (Zach Braff) sowie „Beste Besetzung einer Comedyserie“. 2006 kam die Serie in die Endauswahl für die „Beste Comedy-Serie“.
Für den anderen bedeutenden Preis, den Golden Globe, wurde Zach Braff jeweils 2005 und 2006 als „Bester Hauptdarsteller in einer Fernsehserie – Comedy/Musical“ nominiert.
Kreiert, konzipiert und produziert von Bill Lawrence, basiert Scrubs auf dessen Ideen und den Schilderungen seiner College-Bekanntschaften. Zu jenen zählte unter anderem Jon Dorian, mittlerweile praktizierender Arzt und nebenberuflich medizinischer Berater der Serie, der als grobe Vorlage für die Hauptfigur John Dorian diente. Er und andere Fachleute brachten den Erfahrungsschatz ein, aus dem die Drehbuchautoren ausgiebig schöpften. Insbesondere die erste Folge schildert mehrere unfreiwillig komische, aber tatsächlich wahre Begebenheiten.
Es gibt noch mehr reale Vorbilder. Der Typus des Hausmeisters, jemand, der Neulinge aus unerfindlichen Gründen drangsaliert, ist nach Bill Lawrence’ Bekunden, fundiert durch leidvolle Erlebnisse, in jedem größeren Kollegenkreis vertreten. Der zynische Dr. Cox ist eine Referenz an Lawrence’ ehemaligen Highschool-Lehrer gleichen Namens. Zu guter Letzt wird dessen Ex-Ehefrau Jordan in der Serie von Bill Lawrence’ Gattin im wirklichen Leben, Christa Miller, gespielt.
Verschiedene Eigenschaften und Vorlieben der Schauspieler finden sich in der Serie wieder, Samy Lloyd (Ted) ist Mitglied der A-capella-Gruppe „The Blanks“, die sporadisch in Erscheinung tritt. Da Sarah Chalke (Elliot) fließend deutsch spricht, erhielt auch ihre Figur in der Serie dieses Attribut.
J. D.s Familienname Dorian wiederum ist wie der von Dr. Kelso Oscar Wildes Roman Das Bildnis des Dorian Gray entnommen, in dem Lord Kelso der verhasste Großvater des Protagonisten ist.
Die Serie hebt sich in mehreren Punkten von der typischen Sitcom ab. So wird auf die übliche Multikamera-Technik verzichtet, bei der Szenen gleichzeitig aus unterschiedlichen Blickwinkeln gefilmt werden. Stattdessen wird nur eine Kamera verwendet, so wie es auch bei Kinoproduktionen der Fall ist. Dies verlängert zwar die Drehzeit, erhöht somit die Produktionskosten, erlaubt jedoch größere Kreativität bei der Wahl der Einstellungen und beim Schnitt. Die diversen Tagträume des Protagonisten wären ansonsten nur unbefriedigend zu realisieren.
Auch beim Ton geht man eigene Wege. Voice-over-Kommentare rahmen die Handlung und treiben sie voran. Geräuscheffekte gelangen zur Anwendung, um Bewegungen zu untermalen. Auf Publikum oder eingespieltes Gelächter, wie bei anderen Sitcoms üblich, wird verzichtet. Und nicht zuletzt bei der Musikbegleitung wird Einfallsreichtum bewiesen: Der Soundtrack ist bemerkenswert wirkungsvoll, unterstreicht feinfühlig die Stimmungen.
Sowohl in der Thematik als auch in der Umsetzung erinnert Scrubs an einen Klassiker des Genres: M*A*S*H. Parallelen lassen sich aber ebenfalls zu Ally McBeal, Parker Lewis, Wunderbare Jahre, Malcolm Mittendrin, Friends , Sex and the City und zur BBC-Comedy-Serie The Office ziehen.
Mittlerweile ist Scrubs selbst zum Vorbild geworden, wie die Figuren und Themen in Krankenhaus-Serien wie Dr. House oder Grey's Anatomy zeigen.
Als Kulisse seit der zweiten Folge dient das frühere Krankenhaus North Hollywood Medical Center im Norden von Los Angeles. Es beherbergt neben den medizinischen Räumlichkeiten auch die anderen Filmsets, wie die Wohnungen der Charaktere (so wurde zum Beispiel für Dr. Cox’ Wohnung ein alter OP verwendet, da seine Wohnung sehr steril und klar wirken sollte), sowie sämtliche Einrichtungen, die für den Produktionsablauf vonnöten sind. Nur für Außenaufnahmen wird auf ein funktionstüchtiges Krankenhaus im Zentrum der Stadt zurückgegriffen.
In den USA hatte Scrubs am 2. Oktober 2001 auf NBC Premiere – mit leichter Verspätung auf Grund diverser Programmänderungen in den Wochen nach dem 11. September.
Die Ausstrahlung der 5. Staffel der Serie begann Januar 2006 mit zwei Folgen pro Woche. Dieser Zeitpunkt ist atypisch für die US-amerikanische Fernsehlandschaft, in welcher neue Staffeln einer Serie normalerweise ab dem Herbst ausgestrahlt werden. Für die Olympiaberichterstattung von NBC wurde die Ausstrahlung der 5. Staffel unterbrochen und danach mit einer Folge pro Woche fortgesetzt. Am 30. November 2006 begann NBC mit der Ausstrahlung der 6. Staffel.
Die Zuschauerzahlen sind solide, aber nicht herausragend. So wurde Scrubs zwar mit Beginn der zweiten Staffel im September 2002 auf den in den USA umkämpften Sendeplatz am Donnerstagabend verlegt, musste diesen aber Anfang 2004 wieder räumen. Andererseits orderte NBC drei zusätzliche Folgen – 25 statt der üblichen 22 – zum Ende von Staffel 4 im Frühjahr 2005.
In Deutschland erwarb ProSieben die Senderechte und zeigte die ersten Folgen ab dem 2. September 2003 im Abendprogramm – ungewöhnlich für eine amerikanische Sitcom. Die Einschaltquoten reichten jedoch nicht aus: Nach 30 Folgen wurde die Ausstrahlung ausgesetzt, wenige Monate später kurzzeitig wieder aufgenommen, dann erneut gestoppt. Zum 4. Juli 2005 wurde die Serie ins tägliche Vorabendprogramm verlegt, wurde am 30. September 2005 aber noch vor dem Ende der kompletten Ausstrahlung der dritten Staffel (es fehlten lediglich die letzten 4 Folgen) wieder aus dem Programm genommen. ProSieben besitzt auch die Senderechte an der vierten und fünften Staffel und strahlte ab dem 22. Oktober 2006 die restlichen 4 Folgen der 3. und darauf auch die 4. und 5. Staffel in Doppelfolgen aus.
In Österreich zeigte der ORF die ersten zwei Staffeln mit wenigen Unterbrechungen von September 2003 bis Mitte 2004 und sendete 2006 die 3. Staffel. Seit Anfang 2007 wird jeden Samstag eine Folge der vierten Staffel und seit 23. Mai 2007 wird von Montag bis Freitag um 18.55 Uhr eine Folge der ersten und zweiten Staffel ausgestrahlt. In der Schweiz läuft Scrubs seit 2004 auf SF zwei und wurde am 25. Dezember 2006 nach Beenden der dritten Staffel ausgesetzt.
Die Synchronisation der deutschen Fassung wurde von der „Arena Film GmbH“ in Berlin durchgeführt. In der deutschen Fassung war man bemüht, die zahlreichen sprachlichen Witze wenn möglich anzupassen und zu übertragen. Während die gelegentlichen Gesangseinlagen meist nicht synchronisiert werden, wird sonst fast jede Einzelheit so ins Deutsche zu übertragen versucht, dass sie dort Sinn ergibt. Über die Qualität gibt es unterschiedliche Meinungen besonders bei Wortwitzen bzw. -spielen auf Englisch und in Szenen, wo im englischen Original Deutsch gesprochen wird sowie Witze, die außerhalb der USA wohl nicht verstanden werden könnten; Szenen also, die nicht übersetzt werden können, ohne den Witz zu verändern oder ihn zu verlieren. Ein Beispiel ist Folge 19 der fünften Staffel („Mein Freund, der Hausmeister“). Hier wird der Hausmeister zufällig gebeten, bei einer Patientin die Beine festzuhalten, um bei der Behandlung zu helfen. Dabei sagt er im englischen Original „…Dr. Jan Itor“. Im Deutschen wurde daraus „…Dr. House-Bindestrich-Meister!“ Hier konnte das englische „Dr. Jan Itor“ nicht unübersetzt gelassen werden, ohne zu verwirren. Der deutschen Übersetzung gelingt es jedoch den Running-Gag der Serie zu erhalten, indem sie ihn verzerrt, in diesem Fall sogar mit einer Anspielung auf die Fernsehserie „Dr. House“ erweitert.
Scrubs wird produziert von Bill Lawrence’ Firma Doozer und Disneys Dependance Touchstone Television. Die Pilotfolge wurde ursprünglich im Auftrag des firmeneigenen Senders ABC erstellt. Nachdem dieser die Fortführung der Kooperation aufkündigte, sprang die Konkurrenz von NBC in die Bresche und erwarb die Erstausstrahlungsrechte.
Im deutschsprachigen Raum sind bis jetzt die ersten vier Staffeln auf DVD erschienen, die Veröffentlichung der fünften Staffel wurde auf Mitte Oktober 2007 verschoben.
Eine Auflistung der Folgen und Beschreibungen der einzelnen Episoden können unter anderem auf folgenden Seiten gefunden werden: