| Scuol | |
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Graubünden |
| Bezirk: | Inn |
| BFS-Nr.: | 3762 |
| PLZ: | 7550 |
| Koordinaten: | (817117 / 187141) |
| Höhe: | 1'250 m ü. M. |
| Fläche: | 144.14 km² |
| Einwohner: | 2196
(31. Dezember 2005) |
| Website: | www.scuol.ch |
| Karte | |
Scuol (dt. Schuls) ist eine Gemeinde im Kreis Suot Tasna, Bezirk Inn des Schweizer Kantons Graubünden. Sie zählt 2161 Einwohner (Ende 2003).
Bis 1943 hiess die Gemeinde offiziell Schuls. Von 1943 bis 1970 nannte man sie dann Bad Scuol/Schuls. Seit 1970 ist nur noch der rätoromanische Name Bad Scuol offizieller Gemeindename und seit etwa 7 Jahren hat der Ort den Titel Bad abgelegt. "Scuol" leitet sich vom lateinischen scopulus (Klippe, aufragende Bergspitze) her.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung: In Gold eine schwarze Brunnenschale mit vier blau-silbernen Wasserstrahlen. Das Wappen symbolisiert Scuol als bedeutenden Badeort und wurde durch Vereinfachung des Gemeindesiegels entworfen. Die Vierzahl der Wasserstrahlen steht für die verschiedenen Mineralquellen auf Gemeindegebiet.
Scuol ist Hauptort des Unterengadins. Die Hauptsprache ist, wie im ganzen Unterengadin, rätoromanisch, man spricht aber auch Schweizerdeutsch. Der Ort Scuol teilt sich in ein Oberdorf (Scuol Sura) und ein Unterdorf (Scuol Sot) auf. Neu ist der oberhalb der Umfahrungsstrasse seit einigen Jahren kontinuierlich wachsende, wegen seiner Lage am Sonnenhang beliebte Bereich Schinnas und Crastuoglia der zum "angesagtesten" Wohngebiet in Scuol wurde.
Das Unterengadin ist für sein sonniges Klima bekannt und zählt zu den trockensten Regionen der Schweiz, gar der gesamten Alpen. Es gehört zum westlichen Ausläufer der inneralpinen Trockenzone der Ostalpen, jedoch muss als Begründung für das besonders sonnige und trockene Klima ferner die spezielle orographische Gegebenheit in Scuol berücksichtigt werden. Das Unterengadin wird sowohl gen Norden von der Silvrettagruppe, als auch gen Süden durch die Engadiner Dolomiten von mächtigen Bergketten abgeschirmt. Dadurch scheint im Unterengadin oft auch dann die Sonne, während es am Alpennord-oder Südhang in den Staulagen regnet. Anders als das Oberengadin, kann das Unterengadin klimatisch nicht zur Alpensüdseite gezählt werden, denn es dominiert im Gegensatz zum südöstlicheren, höher gelegenen Oberengadin der Wettereinfluss aus Nordwesten, nicht aus Süden. Das Unterengadin bildet eine eigene, kleine Klimaprovinz, wo das Wetter sich nicht selten kaum um die Prognose schert. Die kontinentale Prägung der Region um Scuol sorgt im Winter folglich für dominierend trocken-kaltes Wetter, der Niederschlagsschwerpunkt liegt im Sommer. Der Monat mit der geringsten Niederschlagssumme ist der Februar. Nebelbildung ist extrem selten (1,4 Nebeltage im Jahr), der Wind weht in der Regel im Talboden nur sehr schwach, jedoch sorgt das Tal-Berg-Windsystem besonders Nachts für eine sehr kräftige Abkühlung. Die Temperaturen im Winter erreichen bei Strahlungslagen durchaus -20°C oder weniger, der Dezember und Januar weisen eine für die Höhenlage überdurchschnittliche Zahl an 15 Eistagen auf. Trotz der relativen Trockenheit liegt fast immer genug Schnee im Winter, da sowohl von Norden als auch Süden Schneefälle für ausreichend Schnee sorgen. Scuol hat Vorteil, dass es zumeist bei ausgeprägten "Süd-" oder Nordjahren nie mit schwerem Schneemangel zu tun hat. Der als Schneefresser bekannte Föhn ist in Scuol aufgrund der inneralpinen Lage in der klassischen Form kaum existent, was die Schneesicherheit untermauert.
Scuol befindet sich inmitten des "Unterengadiner Fensters", einer geologisch bedeutenden Erosionslücke in der sonst gasundurchlässigen Gneis- und Granitschicht. Im Bereich des "Fensters" können Gase aus dem Erdinneren durch Risse und weichen Schiefer nach oben dringen, sich mit dem Grundwasser vermengen und so über 25 Mineralquellen bilden, die im Umkreis von Scuol-Vulpera-Tarasp als Heilquellen genutzt werden. Aus vielen Scuoler Brunnen sprudelt Mineralwasser, alkalische Glauber- bzw. Bittersalzquellen und Eisensäuerlinge, deren verdauungsfördernde Wirkung schon die alten Römer gekannt haben. Unter diesen Quellen ist auch die mineralreichste Glaubersalzquelle Europas mit dem Namen "Luzius" und einer Gesamtmineralisation von 17 g/l.
Viele dieser Mineralwasserquellen enthalten natürliche Kohlensäure, was manche unwissende durstige Gäste stutzig macht, wenn sie an den Brunnen Wasser trinken. Die öffentlichen Brunnen sind nämlich meist mit zwei Wasserhähnen ausgerüstet, aus dem einen fliesst normales Trinkwasser, aus dem anderen kohlensäurehaltiges Mineralwasser.
Ursprüngliche Sprache der Einwohnerschaft ist das Vallader , eine bündnerromanische Mundart. Doch bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte die Gemeinde eine deutschsprachige Minderheit bekommen. Dennoch konnte sich das Romanische bis zum Zweiten Weltkrieg gut behaupten. 1880 gaben 81.7%, 1910 63.99% und 1941 wieder 71.1% als Muttersprache Romanisch an. Bis 1970 fiel der romanischsprachige Anteil auf 61.80%, erholte sich kurz - und ist seither stark gefallen. Im Jahr 2000 waren die Romanischsprachigen nur noch eine relative Mehrheit. Dennoch unterstützen Gemeinde und Schule das Romanische, welches 1990 von 77.7% und 2000 von 70.3% der Einwohnerschaft verstanden wurde. Die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten zeigt folgende Tabelle:
| Sprachen in Scuol GR | ||||||
| Sprachen | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
| Deutsch | 484 | 27,75 % | 651 | 34,46 % | 831 | 39,16 % |
| Rätoromanisch | 1130 | 64,79 % | 1087 | 57,54 % | 1049 | 49,43 % |
| Italienisch | 76 | 4,36 % | 77 | 4,08 % | 82 | 3,86 % |
| Einwohner | 1744 | 100 % | 1889 | 100 % | 2122 | 100 % |
1533 wurde im Ort die Reformation eingeführt.
Von den Ende 2005 2196 Bewohnern waren 1764 (= 80.33%) Schweizer Staatsangehörige.
Sehenswert sind die spätgotische Kirche St. Georg von 1516 und die guterhaltenen Bürgerhäuser. Obwohl sie grösste Gemeinde und Verwaltungszentrale mit vielen Neubauten ist, finden sich im Unterdorf "Scuol Sot" sehr schöne alte Häuser und ein malerischer Dorfplatz mit einem grossen Brunnen und ein historisches Museum.
Der in Scuol gelegene Bahnhof Scuol-Tarasp ist der östliche Endpunkt der Engadiner Bahnstrecke der Rhätischen Bahn (RhB) sowie Ausgangspunkt diverser Buslinien.
Die Gegend ist für viele touristischen Aktivitäten interessant: Insbesondere für Wanderer, Biker und Gleitschirmflieger ist Scuols Hausberg Motta Naluns ein idealer Ausgangspunkt. Auf der rechten Talseite befindet sich das Wander- und Tourengebiet des Val S-charl mit dem angrenzenden Nationalpark und der Lischanahütte des SAC.
Das für Schweizer Verhältnisse mittelgrosse Skigebiet bietet den Gästen im Winter diverse Abfahrten. Das Iglu-Dorf, wo auf 2200 m ü.M. übernachtet werden kann, deckt den Erlebnistourismus ab.
Das Skigebiet Motta Naluns (1250–2785 m) zählt mit 80 km präparierten Pisten und 12 Liftanlagen zu den mittelgrossen Skigebieten der Schweiz. Ein Vorteil ist die Kompaktheit von Skigebiet und Erschliessungsanlagen, die kurze Anfahrten ermöglichen.
Der überwiegende Teil der Pisten ist leicht bis mittelschwer, schwierigere Abfahrten finden sich vor allem am Mot da Ri und Salaniva. Der Bereich Salaniva–Champatsch–Salez ist ein grosses Freeridegelände. Neben der ersten Liftanlage befindet sich ein "Fun-Park" für Snowboarder und Skifahrer, der aus sämtlichen Kickern, Boxen und als Abschluss aus einem Iglu-Dorf besteht, welches täglich zur Besichtigung geöffnet ist und auch Übernachtungsmöglichkeiten mit geführten Schneetouren bietet.
Highlight der Region ist die 10 km lange und im unteren Teil auf 3 km künstlich beschneite "Traumpiste" nach Sent (1430 m), die vor wenigen Jahren auch noch 2 km länger bis Scuol (1250 m) führte. Weitere Pisten sind die vollbeschneite, mittelschwere Talabfahrt "Derby" nach Scuol (5,5 km) sowie die Talabfahrt nach Ftan (1684 m).
Für erfahrene Ski- und Snowboardfahrer stehen auch noch verschiedene Varianten-Abfahrten zur Verfügung. So zum Beispiel die Abfahrt vom Champatsch ins Val Lavair hinein, oder die Variante um den Clünas herum hinein ins Val Tasna. Auch gibt es noch die Möglichkeit von der Traumpiste aus in Richtung Spital abzubiegen. Man sollte aber auf jeden Fall ortskundige Führer dabei haben.
Das Beschneiungssystem ist in den letzten Jahren stark erweitert worden, neben der nun mit Lanzen vollbeschneiten Talbfahrt werden noch weitere Pisten durch Lanzensysteme beschneit. Ferner stehen einige Niederdruck-Schneekanonen an neuralgischen Punkten.
Das Unterengadin bietet insgesamt 72 km Langlaufloipen für Klassisch und Skating an, darunter die 28 km lange Loipe Scuol-Martina entlang des Flusses Inn, die auf den ersten fünf Kilometern sogar mit Kunstschnee präpariert werden kann. Die Loipe ist in der Regel jedoch sehr schneeseicher aufgrund der Lage im Talboden. Weitere Loipen gibt es in Ftan, Tarasp und in anderen Orten des Unterengadins. Schneesicher bis April ist die Sechs-Kilometer-Höhenloipe auf Motta Naluns (2146 m) im Skigebiet von Scuol.
Scuol ist dank Heil- und Thermalquellen auch als Kurort bekannt. Scuol besitzt mit dem Bogn Engiadina Scuol ein Thermalbad. [1]
Ardez | Ftan | Fuldera | Guarda | Lavin | Lü | Müstair | Ramosch | Samnaun | Sta. Maria V.M. | Scuol | Sent | Susch | Tarasp | Tschierv | Tschlin | Valchava | Zernez
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