Sebastian Rinz

Sebastian Rinz (* 11. Januar 1782 in Haidhausen bei München, † 8. April 1861 in Frankfurt am Main) war Stadtgärtner in Frankfurt am Main.

Sein Vater betreute in der Nähe von München den noch ganz im Rokokostil gehaltenen Park eines gräflichen Schlosses. Im Jahr 1796 wurde Sebastian in die Lehre bei der Kurfürstlichen Hofgärtnerei in Schleißheim geschickt. Nach ersten Gesellenjahren in Würzburg kam der junge Rinz 1801 nach Schönbusch bei Aschaffenburg, wo er unter Hofgärtner Franz Ludwig Bode mit dem neuen, „englischen“ Gartenstil vertraut wurde.

Derweil suchte Jakob Guiollett in Frankfurt am Main den richtigen Mann, um die auf Befehl Napoleons abgerissenen Befestigungsanlagen der Stadt in einen Park umzugestalten. Guiollett witterte darin ein Projekt für seinen Brotherrn Karl Theodor von Dalberg, den soeben ernannten Fürstprimas und späteren Großherzog von Frankfurt, um die Sympathien der Bürger für den neuen Landesherrn von Napoleons Gnaden zu gewinnen. Allerdings zeigte sich der damalige Stadtgärtner Georg Fliedner dieser Aufgabe nicht gewachsen: Er konnte zwar Wege rechen und Hecken stutzen, hatte aber keinerlei gartenarchitektonisches Talent. Guiollett wandte sich deshalb nach Aschaffenburg, Dalbergs zweiter Residenz, wo ihm Hofgärtner Bode seinen Assistenten Rinz empfahl.

So kam Rinz 1806 in den Dienst der Stadt. Er gestaltete zunächst die Wallanlagen, die dem Verlauf der alten Stadtbefestigungen folgten. Diese wurden zwar in den napoleonischen Kriegen zunächst wieder zerstört. Er legte sie dann aber 1813 ein zweites Mal an. 1828 gestaltete er den Hauptfriedhof vor den Toren der Stadt, der den alten Peterskirchhof in der Neustadt ersetzte. 1838 folgte im Auftrag von Amschel Mayer Rothschild der Günthersburgpark in Bornheim. 1858 schuf er auf dem Gelände des aufgelassenen Peterskirchhofs einen Landschaftsgarten, von dem jedoch heute nur wenig erhalten ist. Auch der Park der Hochschule Sankt Georgen in Oberrad geht auf einen Landschaftsgarten zurück, den Rinz Mitte des 19. Jahrhunderts für den damaligen Besitzer des Anwesens, Georg von Saint-George, gestaltete.

Sein letztes Werk war das Nizza, eine Grünanlage am Mainufer, für die 1860 ein alter Mainarm (der Kleine Main) zugeschüttet wurde, um eine Verbindung zur Insel Mainlust zu schaffen. Seinen Namen trägt das Nizza wegen der zahlreichen exotischen Pflanzen, die hier aufgrund des günstigen Mikroklimas gedeihen und die an die Gärten der Französischen Riviera erinnern.

In der Friedberger Anlage, in der Nähe des Bethmann-Parks, wurde ein Denkmal zu Ehren von Sebastian Rinz errichtet. Außerdem wurden in Frankfurt und Umgebung einige Straßen nach ihm benannt.

Literatur

Werner Helmberger: Schloss und Park Schönbusch. München 1991.


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