Sebastian Stief (* 16. Januar 1811 in Tengling bei Tittmoning, damals zu Salzburg gehörig; † 28. Juli 1889 in Salzburg) war ein Salzburger Maler in der Zeit des späten Biedermeiers.
Den ersten Zeichenunterricht erhielt Sebastian Stief bei Johannes Neumüller, die weitere künstlerische Ausbildung an der Münchner Kunstakademie vor allem von Peter Cornelius und Julius Schnorr. Zuerst war Stief Miniaturmaler in Passau und Regensburg. Eine Blechspielzeugfabrik in Seekirchen, die er geerbt hatte, gab er 1838 wegen der großen Nürnberger Konkurrenz auf. Fast alle Salzburger Honoratioren, Bürger, Geistliche etc. ließen sich von dem bekannten Maler porträtieren. Er gehörte stilistisch den Nazarenern an. Oft dominiert ein romantisches Wunschdenken die spätbiedermeierlichen Bilder.
Seit 1838 arbeitete Stief in Salzburg. Hier schuf er zumindest 60 Altarbilder in der Stadt Salzburg (St. Sebastian, Apsis in der Pfarrkirche Maria-Hilf - Leopoldskron-Moos), im Bundesland Salzburg (Ebenau, Hallwang, Piesendorf, St. Aegidi bei St. Michael im Lungau), weiters Seitenaltäre in Seekirchen und Thomatal sowie viele sakrale Bilder in Kirchen im angrenzenden Oberbayern. Besonders bekannt sind sein Bild "Ankunft des Hl. Rupert im zerstörten Juvavum" (Rupert blickt auf die Ruinen des römischen Munizipiums Iuvavum), und "Erbauung des ersten Salzburger Domes durch den Heiligen Virgil". Sein Werkverzeichnis listet 821 einzelne Werke auf.