Seckel

Seckel, (auch Seggel, Seggl) (maskulin) besitzt im schwäbisch-alemannischen Dialekt mehrere Bedeutungen:

  • In der Ursprungsbedeutung bezeichnet er den männlichen Hodensack, regional die männlichen äußeren Geschlechtsorgane insgesamt. Als Ausdruck des Erstaunens oder einer massiven Ablehnung wird er in der Form "Ach leck mich am Seckel" verwendet.
  • Als Schimpfwort bezeichnet der Begriff eine dumme männliche Person. Er wird nicht auf weibliche Personen angewandt, es gibt auch keine feminine Form.


Quellenangaben
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  • Der Begriff steht synonym für Idiot oder Dummkopf. Hierbei ist die Verwendung gegenüber einem Sprecher des Idioms in der Form "du Seckel" weniger scharf als in der Verwendung gegenüber einem Nichtsprecher ("Sie Seckel"). Während letztere Form sich bereits im Bereich der strafbewehrten Beleidigung bewegt, ist die erste Form oft sogar freundschaftlich gemeint. Die wirkliche Bedeutung erschließt sich dabei nur aus der Sprachmelodie oder dem Zusammenhang bzw. den Kombinationen mit anderen Begriffen (siehe unten).
  • Du Schôfseckel ist die gängige, bedauernde bis beleidigende Rüge einem Menschen gegenüber, der eine Handlung begangen hat, mit der man nicht einverstanden ist oder deren Konsequenzen man persönlich tragen muss.
  • Den Begriff wird auch selbstbezeichnend verwendet, wenn eine größere Dummheit begangen wurde ("Ach, i Seckel!" oder "Ben i an bleder Seckel!")
  • Mit dem Begriff wird oft ein Mensch bezeichnet, der als Schuldiger für irgendein Vorkommnis herangezogen wird ("Der isch am Ende der Seckel" = der Sündenbock, der Dumme)
  • Im Pforzheimer Sprachgebrauch hat der Begriff keine beleidigende Bedeutung. Der Pforzheimer Seckel steht gleichgbedeutend neben Karlsruher Briganten, Freiburger Bobbele, und Konstanzer Seehasen. Dieser Begriff bezieht sich vermutlich auf Säckel als einem Geldsack und ist daher als Synonym für Wohlstand positiv besetzt. Dagegen ist Halbseckel auch in Pforzheim eine Beleidigung. Dieser Begriff steht für einen halbleeren Säckel, was bei einem Schwaben als Manko angesehen wird. Eine andere Deutung sieht den Begriff Pforzheimer Seckel als übernommenen Eigennamen an, der ähnlich wie das Schwabenalter ins Positive umgedeutet wurde. Gefährlich ist, als Karlsruher oder Pforzheimer das an sich harmlose Wort einige Kilometer weiter östlich im dann schwäbischen Dialektraum zu benutzen, da dasselbe Wort dort als sehr ordinär empfunden wird. Ein "badischer Seckel" ist harmlos, ein "schwäbischer Seckel" dagegen eine schwere Beleidigung.
  • nicht zu verwechseln mit Segel

Weblinks

Wiktionary
Wiktionary: Säckel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Quelle:
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