Seeburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Dallgow-Döberitz im Landkreis Havelland in Brandenburg. Durch die Gemeinde- und Gebietsreform des Jahres 2003 wurde Seeburg, bis dato eigenständige Gemeinde, Dallgow-Döberitz angegliedert.
Bei Seeburg, einem märkischen Straßendorf, dessen historische Grundstrukturen auch heute noch deutlich ablesbar sind, kann von einer deutschen Gründung ausgegangen werden. Bereits 1283 kann eine erste urkundliche Erwähnung als „Seheberge“ nachgewiesen werden. Die Existenz einer Pfarrstelle und damit verbunden einer Kirche lässt sich bis in das Jahr 1313 zurückverfolgen. Das gesamte Dorf „Seheborgk“ wird im Landbuch von 1375 als Besitz des Klosters Spandau geführt. Zum Dorf gehörten damals etwa 45 Hufen Ackerland.
Die gesamte Gemeinde fiel nach der Auflösung des kirchlichen Grundbesitzes im Zuge der Reformation an den Kurfürsten. Die Verwaltung wurde dem Amt Spandau übertragen. Zu dieser Zeit lebten in Seeburg 12 Familien, überwiegend Bauern, die große Ackerflächen bewirtschafteten.
Im Schlosskataster von 1624 wurden 11 Hüfner, ein Hirt mit Knecht und ein Schmied gezählt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden große Teile des Dorfes verwüstet und mehrere Bauernhöfe von ihren Besitzern verlassen. Auf diesen Flächen wurde um 1652 eine Meierei des Amtes Spandau eingerichtet.
Nach einer weitgehend kontinuierlichen Entwicklung bestand die Gemeinde um 1840 aus 27 Wohnhäusern, Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Seeburg neben 9 Bauern auch verschiedene Handwerker (Bäcker, Müller, Schmied, Maurer, etc.) und einen Lehrer. Obwohl die Landwirtschaft nach wie vor überwog, war sie nicht mehr alleiniger Erwerbszweig in der Gemeinde. Um die Jahrhundertwende lebten in Seeburg etwa 400 Personen.
Die Kirchstelle, die nach 1450 nur noch Staakener Filiale war und durch das Pfarramt in Dallgow betreut wurde, konnte bis 1945 in dem mehrfach erweiterten und umgebauten Kirchengebäude untergebracht werden. Noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, als Seeburg heftig umkämpft wurde, brannte das Gebäude vollständig aus und ist inzwischen wieder aufgebaut worden.
Im Zuge der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetischen Besatzungszone durchgeführten Bodenreform wurden 373 Hektar Land an 38 ehemals landlose Dorfbewohner vergeben. 1953 gründeten 6 Seeburger Bauern die LPG „Einheit“, die sich 6 Jahre später mit der Groß-Glienicker LPG zusammenschloss. Bis 1989 war Seeburg weiterhin landwirtschaftlich geprägt.
Nach dem Mauerfall entwickelte sich Seeburg schnell zu einem Ort mit großflächigen Freizeit- und Erholungsangeboten. Dazu gehören ein Poloclub mit ausgedehnten Freiflächen und die 1993 eingeweihte Havellandhalle.
Brockhaus-1809: Brandenburg · Brandenburg, die Mark Brandenburg
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DamenConvLex-1834: Brandenburg (Geographie) · Adelheid von Brandenburg
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