Seepocken

Seepocken
Seepocken und Miesmuscheln in Galicien
Seepocken und Miesmuscheln in Galicien
Systematik
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Krebstiere (Crustacea)
Klasse: Kieferfüßer (Maxillopoda)
Ordnung: Rankenfußkrebse (Cirripedia)
Familie: Seepocken
Wissenschaftlicher Name
Balanidae
Leach, 1817

Seepocken (Balanidae) sind Rankenfüßer, die zu den Krebsen gehören, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht als Tiere erscheinen. Man sieht lediglich kleine weiße Kegel, die sich im erwachsenen Zustand (im Gegensatz zu fast allen anderen Krebsen) nicht mehr von der Stelle rühren können. Ihre Arme, Beine und Scheren sind zu Rankenfüßen umgebildet.

Inhaltsverzeichnis

Lebensraum

Krabbe mit Seepocken
Krabbe mit Seepocken

Seepocken kann man weltweit an Küsten finden. Sie setzen sich auf Steinen und Felsen, aber auch auf Krebsen, Muscheln (besonders häufig auf Miesmuscheln) oder Schnecken fest, mit denen sich die Seepocken den Lebensraum teilen. In Deutschland sind nur einige Arten heimisch, durch Anheftung an Schiffe sind allerdings auch andere Arten nach Deutschland gelangt.

Körperbau

Seepocke (Balanidae), Mission Beach National Park, Queensland, Australia, 2002
Seepocke (Balanidae), Mission Beach National Park, Queensland, Australia, 2002

Den Weichkörper umgeben sechs kleine Kalkplättchen. Diese Plättchen sind weißlich bis hellgrau und oft an den Rändern ausgefranst. An der Öffnung befinden sich zwei Paar Verschlussdeckelchen, mit deren Hilfe die Seepocken sich vor Austrocknung schützen können. Mit verschlossenen Deckeln können sie tagelang ausharren und auch größere Schwankungen des Wasserstands gut ertragen. Auf der Unterseite schließt sich eine Kalkplatte an, die fest auf dem Untergrund haftet. Alle Extremitäten sind in Fangarme umgewandelt. Der Durchmesser der Tiere beträgt 1 bis 1,5 cm.

Ernährung

Zur Nahrungsaufnahme bilden sie ein feinmaschigen Korb aus ihren Rankenfüßen, mit dem sie Plankton aus dem Wasser filtern.

Fortpflanzung und Entwicklung

dichter Bestand erleichtert die Befruchtung
dichter Bestand erleichtert die Befruchtung

Seepocken sind Zwitter, sie können sich jedoch nicht selbst befruchten. Der Partner muss sich aufgrund der Ortsgebundenheit des adulten Tieres in unmittelbarer Nähe befinden. Zur Fortpflanzung tasten sie mit dem im Tierreich, bezogen auf die Körpergröße, längsten Penis [1] den Platz um sich herum ab und suchen nach anderen Seepocken.

Nach der Befruchtung der Eier verbleiben diese im Kalkpanzer. Wenn die Larven schlüpfen, sind sie von einem kleinen Panzer umgeben. Nach Verlassen des Gehäuses als Naupliuslarve (1. Larvenstadium) im Frühling verwandeln sie sich in die Cyprislarve. Diese trifft die wichtigste Entscheidung ihres Lebens - wo sie ihr restliches Leben verbringen wird. Sie siedelt immer dort, wo schon viele Seepocken sind, damit sie sich auch paaren kann. Dafür heftet sie sich irgendwo an, dreht den Rücken zum Boden und zementiert sich ein. Nach der Zementierung häutet sie sich mehrmals innerhalb des Panzers, um erwachsen zu werden. Die Wachstumsgeschwindigkeit wird von der Wassertemperatur und dem Nahrungsangebot bestimmt.

Fressfeinde

Seepocken werden von Krebsen, Seeigeln und Schnecken gefressen, in kalten Wintern auch von Meerstrandläufern (aus der Familie der Schnepfenvögel), Austernfischern und Steinwälzern.

Quellenangaben

  1. Barnacle general biology. Museum Victoria (1996).

Weblinks

Commons
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