Die Seeschlacht bei Lowestoft, fand am 13. Juni 1665 statt. Sie ist die erste von drei großen Flotten-Schlachten, die im Rahmen des "Zweiten Englisch-Niederländischen Seekriegs" (1665 - 1667) ausgetragen werden.
Der englische Oberbefehlshaber ist der Bruder von König Charles II., der Duke of York und spätere König Jakob II.. Als Lord High Admiral führt er die Flotte gemeinsam mit Prince Rupert und Admiral Edward Montagu, 1. Earl of Sandwich. Er kann auf eine durchmischte Flotte von 109 Schiffen zurückgreifen, davon 35 Linienschiffe.
Die holländische Flotte besteht aus 103 Schiffen, die in der Regel kleiner und leichter gebaut sind, als die englischen Schiffe. Zudem hat die holländische Flotte ihre Ausrüstung noch nicht abgeschlossen. Dennoch hat sie 700 Geschütze mehr an Bord, allerdings von kleinerem Kaliber. Admiral Jakob van Wassenaer führt an Bord der Eendragt, neben ihm Jan Evertsen der Ältere und Cornelis Tromp, außerdem Egbert Bartholomeusz Kortenaer und Auke Stellingwerft.
Beide Flotten bringen außerdem Brander, Avisos und eine Anzahl von Kauffahrern ins Gefecht.
Am frühen Morgen des 13. Juni 1665 treffen die Holländer, von Südosten kommend, auf die englische Flotte. Diese hält, gemäß der zeitgemäßen Flottentaktik, eine strikte Kiellinien-Formation. Dagegen bilden die sieben holländischen Geschwader einen lockeren Pulk.
Nach längerem Manövrieren gibt es zweimal ein Artillerie-Duell bei dem sich die Flotten auf nord-südlichem Gegenkurs passieren. Etwa um zehn Uhr vormittags schwenkt die englische Flotte in einem präzisen Manöver ebenfalls auf Südkurs und es entwickelt sich ein längeres Artilleriegefecht, bei dem beide Flotten nebeneinander herlaufen. Da die Holländer nicht der strengen, formalen Linientaktik folgen, verdecken einige ihrer Schiffe das Schußfeld für andere Schiffe und können so auch nicht die volle Breitseite der gesamten Flotte einsetzen. Als sich am frühen Nachmittag einige Holländer zur Flucht wenden, dringt die englische Flotte in die Reihen der Holländer ein. Die "Eendragt" wird eingeschlossen und fliegt mitsamt dem Flottenbefehlshaber in die Luft. Immer mehr Holländer wenden sich zur Flucht und Evertsen und Tromp müssen den Rückzug der verbliebenen Schiffe decken.
Die Engländer bleiben Sieger, sie verlieren zwei Schiffe und 800 Mann, auch zwei Admirale. Die Verluste der Holländer sind deutlich höher: 17 Schiffe und 4000 Mann, unter ihnen die Admirale Cortenaer, Stellingwerft und van Wassenaer.
Obwohl die holländische Flotte arg mitgenommen ist und viele Schiffe ersetzt werden müssen, ziehen die Engländer kaum Vorteil aus dieser für sie günstigen Lage. Es gelingt ihnen nicht einmal, einen größeren holländischen Konvoi in Bergen zu erobern. de Ruyter kann ihn nach Holland bringen und die Themsemündung blockieren. Im Herbst bricht in England die Pest aus, so dass weitere Kampfhandlungen unterbleiben.
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