Ein Segnungsgottesdienst ist eine eigenständige Gottesdienstform, bei dem eine liturgische Segnungshandlung im Mittelpunkt steht. Segnungsgottesdienste sind eine alte Tradition der christlichen Kirche, sind aber gegen Ende des 20. Jahrhunderts erst wieder durch neue spirituelle Bewegungen (z.B. feministische Theologie, Pfingstbewegung) in der Öffentlichkeit bekannt geworden und heute auch von den meisten Landeskirchen durchgeführt.
In praktisch allen größeren Kirchen ist es heute möglich, Segnungsgottesdienste auf ökumenischer Basis durchzuführen, wobei sowohl die Mitglieder der beteiligten Kirchen wie auch andere Christen und Nichtchristen willkommen sind.
Von daher werden Segnungsgottesdienste von den Kirchen oft auch als Möglichkeit gesehen, sich bewusst für Leute zu öffnen, die wenig Kontakt zur Kirche haben oder der Kirche ganz fern stehen.
Segnungsgottesdienste wenden sich gewöhnlich an eine bestimmte Menschengruppe. In der charismatischen Tradition gibt es allgemeine Segnungsgottesdienste, zu denen jeder eingeladen ist, der sich aus einem persönlichen Grund segnen lassen möchte, beispielsweise in einer persönlichen oder gesundheitlichen Krise oder für eine neue Lebensphase.
Segnungen werden in der römisch-katholischen Kirche unter die sogenannten Sakramentalien gezählt.[1] Grundsätzlich fallen Segnungen (als Sakramentalien) "in die Zuständigkeit des Priestertums aller Getauften"[2]. Allerdings gilt, dass "Je mehr eine Segnung das kirchliche und sakramentale Leben betrifft, desto mehr ist ihr Vollzug dem geweihten Amt (Bischöfen, Priestern und Diakonen) [Vgl. Ben 16; 18] vorbehalten."[3]. Die römisch-katholische Kirche benutzt für Segnungen ein besonderes liturgisches Buch, das sogenannte Benediktionale (abgekürzt: Ben).
Inhaltsverzeichnis |
An vielen Orten haben Segnungsgottesdienste auch einen Platz im Kirchenjahr gefunden, in einigen Fällen als kirchliche Antwort auf weltliche Anlässe:
Viele Kirchen bieten Segnungsgottesdienste für Lebensübergänge oder für prägende Lebenssituationen an, beispielsweise
Segnungsgottesdienste finden in der Regel zusätzlich zu den normalen Gottesdiensten statt, oft am Samstag- oder Sonntagabend oder auch an einem Abend unter der Woche.
Passende Musik ist sehr wichtig, zur Einstimmung und zum Ausklang, aber oft auch während Einzelsegnungen stattfinden, ebenso zum Thema passende Lieder, deren Stil das Zielpublikum anspricht. In der Regel wird besonders darauf geachtet, dass die Teilnehmer Gelegenheit finden, sich aus ihrer Lebenssituation heraus einzubringen. Das kann durch Lieder oder einfache Wechselgebete geschehen, aber auch durch eine Gelegenheit seine eigenen Erfahrungen zu schildern.
Die Grundstruktur einer Segensfeier in den meisten Konfessionen besteht aus
Oft werden nach der Begrüßung, Schriftlesung und Ansprache Lieder eingefügt, die gewissermaßen die Antwort der Teilnehmer darstellen.
Neben Segnungsgottesdiensten gibt es auch Segenshandlungen, die ausserhalb des eines Gottesdienstes stattfinden, beispielsweise: