Ein Seidentuch ist ein zur weiblichen oder auch männlichen Kleidung gehörendes Accessoire (s. auch Foulard oder silk scarf), meist als quadratisches Stück Stoff aus reiner Seide gefertigt.
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Ein Seidentuch, übrigens das zweithäufigste Accessoire nach der Handtasche, kann auf verschiedene Art und Weisen getragen werden:
Bauchtanzende Frauen benutzen fast immer ein Seidentuch (teilweise mit Fransen versehen und Pailletten und Strasssteinen bestickt), um die tänzerischen Bewegungen durch das fließende Schwingen des Tuches zu unterstreichen. Auch Tänzerinnen, die den Bauchtanz kommerziell betreiben, hüllen sich in mehrere Seidentücher, die sie, um die erotische Komponente zu betonen, nach und nach fallen lassen.
Seidentücher gibt es in vielen Größen: Ein kleines sogenanntes Nickituch hat etwa die Größe 50cm x 50cm. Andere klassische Standardgrößen sind 70cm x 70cm, 90cm x 90cm oder 110cm x 110cm. Ein längliches Seidentuch wird im Allgemeinen als Schal oder Seidenschal (frz. Foulard) bezeichnet. Seidentücher können einfarbig, selbstbemalt oder aufwendig bedruckt sein. Auch gibt es unzählige Seidenarten und -qualitäten: Crêpe Satin, Chiffon, Crêpe de Chine, Twill, Satin, Habotai, Pongée, Jacquard, Bourée, Georgette oder Wildseide. Das klassische Seidentuch ist quadratisch, aus reinem Seidentwill und 90cm x 90cm groß. Es kann äußerst vielfältig gebunden werden.
Auf Gemälden abgebildete Seidentücher bei der Porträt- und Stillebenmalerei sind ein allegorisches Zeichen für die Vergänglichkeit der Schönheit. Ein beliebtes Hobby ist die Seidentuchmalerei, eine Art Batiktechnik zur Verschönerung einfarbiger Tücher. Ein bekannter Internetanbieter listet alleine etwa 250 verschiedene Bücher zu dieser Freizeitbeschäftigung auf.
Ein Seidentuch hat durch die vielen nützlichen und hervorragenden Eigenschaften der Seide einen großen Reiz und wird daher sehr gerne Frauen getragen. Überhaupt wird es schon immer als weibliches Pendant zur männlichen Krawatte betrachtet. (Siehe dazu auch in der Literatur: Mit Seidentuch und ohne Schlips)
Erstaunlicherweise werden Seidentücher heute seltener getragen als in den 50er oder 70er Jahren. Leider tragen die stark angestiegenen Seidenpreise dazu bei. Mutige Frauen mit Hang zum Besonderen greifen dennoch zum Tuch.
Mittlerweile setzen sich auch die neuen Standardgrößen 110 x 110 cm , etwas zögerlicher 140 x 140 cm - meist mit Fransenrand von etwa 20 cm in unterschiedlicher Knüpftechnik - im Angebot auf dem Markt in der Hobbymalerei immer mehr durch. Bedingt durch die neuen Techniken und Hilfmittel wie Fließmittel, lassen sich auch große Flächen immer besser und gleichmäßiger bearbeiten oder großzügier mit Effekten versehen. Dies kommt natürlich auch den Frauen mit Übergröße entgegen. So können Kostüme und Mäntel mit den Tüchern geschmückt werden. Die größeren Flächen, die hier bemalt werden können, kommen gerade bei Frauen mit größerer Fülligkeit erst richitg zur Wirkung und stellen ein modisches Accessoire dar, das noch viel zu selten in positivster Weise eingesetzt wird.
Die klassische Grundlage der Hobby-Seidenmalerei ist Pongée, aber auf Crêpe Satin und Chiffon können stärkere Farbeffekte und schärfere Konturen erzielt werden. Die Konturmittel können farbig oder farblos (Gutta) sein, letzteres lässt sich nach dem Malen auswaschen, wodurch interessante farblose Konturen erreicht werden können. Man kann zuerst die Konturen zeichnen und nach dem Trocknen die Flächen ausmalen - die Seidenmalfarbe zerläuft schnell, färbt aber die Stellen, auf die Konturmittel aufgetragen worden sind, nicht an. Moderne Seidenfarben kann man einfach durch Bügeln fixieren. Sie sind meistens farb- und waschecht, weswegen bei der Arbeit besondere Vorsicht geboten ist: sie kann aus anderen Textilien, wie etwa aus Baumwolle, schwer oder oft gar nicht entfernt werden.