Eine Seilschaft ist eine Gruppe von Bergsteigern, die ein Seil miteinander verbindet. Im allgemeineren Sinn wird eine Bergsteigergruppe, die gemeinsam unterwegs ist, immer als Seilschaft bezeichnet.
Das Seil dient beim Bergsteigen als Klettersicherung. Bei Gletscherwanderungen und auf leichten Bergtouren ist eine Seilschaft verbunden: die anderen können eine angeseilte Person auffangen, falls sie in eine Gletscherspalte fällt oder am Hang ausrutscht (so genanntes Gehen am Seil). Beim Klettern im steilen Gelände wird zusätzlich am Fels gesichert. Dabei ist immer eine Person in einem so genannten Stand fix mit dem Fels (oder allenfalls mit dem Eis) verbunden und passt die Länge des Seils, welches zur kletternden Person führt, laufend an.
Im übertragenen Sinn ist eine mehr oder weniger große Gruppe von einander „verbundenen“ Personen eine Seilschaft. Sie fördern sich gegenseitig und häufig unabhängig von Leistung z. B. in ihrer Karriere (in Politik und Wirtschaft). Auch die Begriffe Vitamin P (=Protektion) und Vitamin B (=Beziehung) stehen für vorteilhafte, berechnende informelle Verbindungen. Der Begriff Seilschaft ist negativ besetzt, als solche werden vorzugsweise die Beziehungsgeflechte der Anderen, beispielsweise des politischen Gegners, bezeichnet. Die eigenen Verbindungen zwecks Erlangung persönlicher Vorteile nennt man dagegen heute gern (modisch) Netzwerk oder Vertrauensliste (Wikipedia). Andererseits gibt es die Unterscheidung: nur Seilschaft stehe für gegenseitige Unterstützung unabhängig von einer bestmöglichen Eignung für eine Aufgabe; während Netzwerk auf letztere abziele.