Unter Sekundärmetallurgie versteht man die Nachbehandlung von Stahl nach dem Frischen.
Die Einführung der Sekundärmetallurgie hat zu grundlegenden Veränderungen in der Stahlindustrie geführt. Während früher der Stahl nach dem Frischen fertig war, schließt sich heute üblicherweise eine Reihe von Nachbehandlungen an, um die geforderte Qualität des Stahls zu erreichen.
In speziellen Aggregaten werden beispielsweise Legierungselemente eingebracht, die Schmelze homogenisiert − Schwefel, Phosphor oder anderen Elemente entfernt und der genaue Kohlenstoffgehalt eingestellt.
Es gibt folgende Verfahren der Sekundärmetallurgie:
Um besonders hochwertige Stahlsorten herstellen zu können ist es nötig, bestimmte Fremdstoffe wie Schwefel und Phosphor so weit wie nötig zu entfernen. Sie bewirken Seigerungen(Entmischung der Schmelze) und führen zur Versprödung des Stahls. In der Schmelze sind vielfach Gase gelöst, die zu Lunkern (Hohlräumen im Stahl) und ebenfalls zur Versprödung führen. Um diese sicher zu entfernen, wird die Nachbehandlung unter Vakuum durchgeführt. In der Vakuumanlage wird über Dampfstrahler ein Tiefvakuum erzeugt (mit einem Restdruck von ca. 5 mbar).
Anlagenbauformen sind :
Eine Teilmenge (ca 25 %) des flüssigen Stahls wird in ein Gefäß unter Vakuum angesaugt. Das Gefäß taucht dabei in die Schmelze von oben ein, dann wird das Gefäß evakuiert. Über zwei Kanäle steigt ein Teil der Schmelze in dem Gefäß nach oben. Man spricht daher von einer Teilmengenentgasungsanlage. In den einen Kanal wird dann kontinuierlich Argon eingeblasen, damit steigt der flüssige Stahl auf. Weiters wird Schmelze in das Vakuumgefäß transportiert und somit zu einer Umwälzung geführt. Der so geförderte Teil der Schmelze fließt durch den anderen Kanal wieder in die Schmelzpfanne zurück. Man spricht deswegen vom Vakuumumlaufverfahren.
Bei einer DH-Anlage wird das Gefäß ebenfalls in die Schmelze eingetaucht. Das Gefäß wird dann zyklisch gehoben und gesenkt und unter Vakuum behandelt, man spricht deswegen vom Vakuumheberverfahren. Dabei wird intensiv mit Argon in der Pfanne gespült um die Schmelze in Bewegung zu halten. Auch hierbei handelt es sich um eine Teilmengenentgasungsanlage.
Dabei wird die gesamte Schmelzpfanne in einen hermetisierbaren Gefäß einem Vakuum ausgesetzt und von unten mit Inertgas gespült.
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