Sekundärströmung ist ein Begriff aus der Strömungslehre, also der Bewegung beispielsweise von Luft oder Wasser.
Man versteht darunter eine zusätzliche Strömung vergleichsweise geringer Geschwindigkeit in der Ebene quer zur Hauptströmungsrichtung.
Zusammen mit der leicht vorstellbaren Hauptströmung führen Sekundärströmungen zu spiraligen oder komplexeren Bahnlinien und machen strömungstechnische Vorhersagen und Berechnungen zu einer schwierigen Angelegenheit.
Ausgelöst werden Sekundärströmungen oft durch Ungleichmäßigkeiten wie Hindernisse, Reibung oder die Veränderung eines Querschnitts. Da sie zusätzliche Geschwindigkeiten bewirken, wird für Sekundärströmungen oft auch zusätzliche Energie benötigt und es können zusätzliche Kräfte auftreten. Deshalb sind Sekundärströmungen in der Technik meist unerwünscht; in Sonderfällen können sie aber auch bewusst herbeigeführt werden, um wünschenswerte Effekte herbeizuführen (beispielsweise Vermischung und Ausgleich oder Stabilisierung).
Bekanntestes Beispiel für eine Sekundärströmung ist die Strömung im Innern einer Teetasse: Beim Umrühren ist die Hauptströmungsrichtung kreisförmig innerhalb der waagerechten Ebene. In der Bodengrenzschicht bewegen sich die Wasserteilchen aber in spiralförmigen Bahnen nach innen. Es liegt also eine Sekundärströmung in Richtung auf den Mittelpunkt der Teetasse hin vor. Dieses zur Tassenmitte hin fließende Wasser muss irgendwo hin; es steigt nach oben zum Flüssigkeitsspiegel, von dort zum Tassenrand und an der Wandung der Tasse abwärts zum Boden. Ein Nebeneffekt ist, dass im Moment des Aufstiegs nach oben die schwereren Teeblätter der Bewegung nicht mehr folgen können und in der Mitte des Tassenbodens abgelagert werden.