Selbstleuchtendes Nummernschild

Selbstleuchtende Nummernschilder (Abk. „SLN“, auch „selbstleuchtendes Kennzeichen“ oder „selbstleuchtendes Kennzeichenschild“ genannt) sind Kfz-Kennzeichen, die bei Dunkelheit nicht von einer externen Lichtquelle angeleuchtet werden müssen, um lesbar zu bleiben, sondern selbst Licht abstrahlen.

Technologie

Zurzeit existieren zwei verschiedene Verfahren:

  • Die Beschriftung wird durch Prägen einer transluzenten weißen reflektierenden Kunststoffplatine erreicht, hinter der sich weiße LEDs befinden. Dieses System wurde von 3M entwickelt. Das Kraftfahrtbundesamt hat für dieses Verfahren am 10. Juli 2006 unter der Nummer K513 eine Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) erteilt, seit November 2006 sind diese Kennzeichen im Handel.
  • Die Beschriftung wird auf eine transparente Folie gedruckt, die wiederum auf eine Elektrolumineszenz-Folie geklebt wird. Die Elektrolumineszenzfolie leuchtet, wenn an sie eine elektrische Spannung angelegt wird. Nummernschilder nach diesem Prinzip werden unter dem Namen G-elumic (entwickelt von LIGHTTECH) vertrieben; sie verfügen über die Zulassung des Kraftfahrtbundesamtes (ABG K555 vom 27. Februar 2007). Dieses Verfahren war es auch, das erstmalig eine allgemeine Straßenzulassung erhielt (im VW Phaeton), die im April 2005 auslief. Hersteller war die FER Fahrzeugelektrik GmbH.

Hintergrund

In den meisten europäischen Ländern muss eine Kennzeichenbeleuchtung von außen mittels herkömmlicher Glühlampen erfolgen. In Deutschland erlaubte zunächst die Kennzeichen-Ausnahmeverordnung die ausnahmsweise Zulassung von selbstleuchtenden Kennzeichen bis zum 29. April 2005. Im März 2006 erhielt 3M in Deutschland die Erlaubnis, 300 Fahrzeuge mit selbstleuchtenden Kennzeichen auszustatten und probeweise im öffentlichen Straßenverkehr zu betreiben. Im Juli 2006 folgte die Allgemeine Bauartgenehmigung. Grundlage hierzu ist die geänderte, dementsprechend angepasste, ehemalige STVZO, jetzt FZO, unter der TA 22.

Vor- und Nachteile

Als Vorteile führen die Entwickler von selbstleuchtenden Kennzeichen an:

  • bessere Lesbarkeit durch gleichmäßige Ausleuchtung des Hintergrundes und das Fehlen von Schatten (im Vergleich zu den derzeit in den meisten Ländern auf Kennzeichen üblichen erhabenen Schriftzeichen)
  • bessere Sichtbarkeit
  • die gleichmäßige Ausleuchtung verbindet optisch die Rückleuchten des Fahrzeugs und erlaubt anderen Autofahrern ein bessere Zuordnung der Rückleuchten zu Fahrzeugen und damit einen besseren Überblick über die Verkehrssituation bei vielen Fahrzeugen
  • geringerer Stromverbrauch
  • ansprechendere Optik
  • mehr Freiheit beim Automobildesign, da die Kennzeichen nicht mehr vertieft eingebaut werden müssen („Eingrabung“ entfällt, bis zu 7 cm)

Ein deutlicher Nachteil ist der höhere Preis: Das selbstleuchtende Nummernschild von 3M ist seit November 2006 als Set für 69,90 € im Handel erhältlich, hinzu kommen noch ca. 30 € an Kosten für die Platine und die Prägung derselben.

Zudem weisen Kunststoffkennzeichen einen deutlich niedrigeren Schmelzpunkt auf, wodurch sie im Brandfall in kurzer Zeit vollständig zerstört werden. Im Gegensatz hierzu ist bei Verwendung herkömmlicher Metallkennzeichen das schnelle Identifizieren selbst von vollständig ausgebrannten Fahrzeugen in vielen Fällen noch möglich, was eine schnelle Benachrichtigung des Besitzers oder (z.B. bei Unfall) Angehörigen ermöglicht.

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