Selbstwahrnehmung oder Eigenwahrnehmung ist die Wahrnehmung des Selbst, der eigenen Person. Als Gegenbegriff zur Selbstwahrnehmung gilt die Fremdwahrnehmung.
Das Selbstbild wird in der Psychologie durch die Summe der Selbstwahrnehmungen geformt, ergänzt durch Mitteilungen aus Fremdwahrnehmung. Selbstwahrnehmung geschieht durch nach außen gerichtete Wahrnehmung durch die Exterorezeptoren, also von Gesichts-, Gehör-, Geruchssinn u. a., und nach innen gerichtete Wahrnehmung durch die Propriozeptoren, also Schmerz- und Muskelsinn usw., zusammen mit Informationen der Selbstbeobachtung und -Bewertung (Introspektion).
Die Selbstwahrnehmung kann beeinträchtigt werden durch Verzerrung, Verleugnung oder Verdrängung, und dadurch zu Selbsttäuschungen führen. Ursache sind unerreichte eigene (oder zu eigen gemachte fremde) Wunschbilder darüber, wie man gerne sein möchte, plus die Angst dabei entdeckt zu werden oder die Scham darüber nicht so zu sein wie man gerne sein möchte. Ein entsprechend nach außen getragenes falsches Selbstbild führt bei gleichzeitig dazu unpassendem Verhalten zu sozialen Problemen.
Nach Ansicht des Philosophen René Descartes („Cogito ergo sum.“) ist Selbstgewissheit nicht eine Sache der Selbstwahrnehmung, sondern Ergebnis eines Denkakts. Das heißt: dass ich bin, weiß ich nicht daher, dass ich mich selbst wahrnehme, sondern das folgt unzweifelhaft aus meiner Feststellung, dass ich denke.
In der Sinnesphysiologie wird mit Tiefensensibilität oder Propriozeption die eigene Körperwahrnehmung bezeichnet.