Die Semasiologie (von griechisch semeion: Zeichen) ist innerhalb der Semiotik und als Teilgebiet der Semantik die Lehre von den Wortbedeutungen. Semasiologische Fragestellungen sind beispielsweise "Was bedeutet das Wort Arbeit?" oder "Was ist der Unterschied zwischen (bzw. die Gemeinsamkeit von) Konzern und Unternehmen?". Da ein Wort als Homonym oder Polysem je nach Kontext verschiedene Bedeutungen haben kann, untersucht die Semasiologie auch immer den Zusammenhang zwischen Text und Wort, ohne den sich solche Mehrdeutigkeiten nicht auflösen lassen.
Die Semasiologie wurde 1825 von Christian Carl Reisig mit seinen "Vorlesungen über lateinische Sprachwissenschaft" begründet. Die Untersuchungen über diese Thematik wurden vor allem von Friedrich August Eckstein, Gerhard Franz, Friedrich Haase, Ferdinand Heerdegen, H. Lehmann, Hermann Peter, Richard Chenevix Trench u.a. fortgesetzt. Dabei wurde die Semasiologie zunächst vorwiegend historisch betrieben und war somit im Wesentlichen an Bedeutungswandel interessiert.
Heinz Kronasser bemühte sich in seinem Handbuch der Semasiologie um eine psychologische Erklärung der Veränderung der Wörter. Weitere bedeutende Arbeiten zur Semasiologie lieferten u.a. Stephen Ullmann, Kurt Baldinger und Otto Duchácek.
Aus allen diesen Untersuchungen ging hervor, dass sich die Semasiologie im wesentlichen auf die Erforschung der wechselseitigen Beeinflussung von Wörtern und die daraus folgenden Resultate beschränkte. Ein wichtiges Resultat dieser Untersuchungen im Zusammenhang mit der Onomasiologie erbrachte den eindeutigen sprachwissenschaftlichen Beweis, dass Wort und Begriff nicht identisch sind.
Das Gegenteil der Semasiologie ist die Onomasiologie, die die Benennungen von Begriffen untersucht.
Mit der Herkunft und Geschichte von Wörtern beschäftigt sich die Etymologie, die auch Fragen zur Bedeutung von Wörtern umfasst.
Die Namenforschung geht speziell auf die Geschichte, Bedeutung und Verbreitung von Namen ein.