Sendeturm Gleiwitz

Sendeturm Gleiwitz
Sendeturm Gleiwitz

Der Sendeturm Gleiwitz ist der 1935 errichtete Sendeturm des Sender Gleiwitz in der Tarnowitzer Landstraße in Gleiwitz, einer Großstadt im damals deutschen Oberschlesien. Heute gehört Gleiwitz (polnisch Gliwice) zu Polen.

Er wurde 1935 als Ersatz für den 1925 in der Raudener Straße in Gleiwitz errichteten Rundfunksenders errichtet, der als Antenne eine T-Antenne verwendete und die an zwei 75 Meter hohen freistehenden Stahlfachwerktürmen aufgehängt war. Der Sendeturm Gleiwitz wurde zusammen mit der neuen Sendeanlage zwischen dem 1. August 1934 und dem 23. Dezember 1935 errichtet. Der Sendeturm Gleiwitz ist eine (einschließlich des 8 Meter hohen Antennenmastes auf seiner Spitze) 118 Meter hohe Konstruktion aus Lärchenholz, welche von Bronzedübeln zusammengehalten wird. In 40,4 m, 55,3 m, 80,0 m und 109.70 m Höhe hat der Turm begehbare Plattformen. Die Plattform auf der Spitze, die über eine Leiter mit 365 Sprossen zugänglich ist, misst 2,13 x 2,13 m. Da er in seiner Bauweise an den Eiffelturm erinnerte, obwohl die Ähnlichkeiten nicht so groß sind, trug er gelegentlich auch den Spitznamen "Schlesischer Eiffelturm".

Sendetürme in Holzbauweise wie der Sendeturm Gleiwitz wurden bis 1935 in Deutschland (Grenzen von 1937) an den meisten Sendestellen errichtet, wobei der höchste dieser Bauwerke in Mühlacker stand. Die meisten dieser Türme sind schon vor 1950 verschwunden. Seitdem im Herbst 1990 der Holzsendeturm des Senders Żórawina wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, ist der Sendeturm in Gleiwitz der mit Abstand höchste Holzturm der Welt und einer der wenigen Sendetürme in Holzbauweise überhaupt. Der Sendeturm Gleiwitz besitzt in seinem Innern eine Drahtantenne, welche von der Turmspitze zum Abstimmhaus unter den Turmfüßen führt. Diese Drahtantenne wurde als Sendeantenne für Mittelwellenrundfunk verwendet, wobei die Sendeleistung 5 Kilowatt und die Sendefrequenz bis 1945 1231 kHz betrug. Am 31. August 1939 erfolgte der fingierte Überfall auf die Sendestelle. Der Sendeturm in Gleiwitz, der dem 2. Weltkrieg unbeschadet überstand, wurde bis 1950 als Hauptsender und bis 1955 als Reservesender des polnischen Rundfunks für Mittelwellenrundfunk in Oberschlesien verwendet. Nach 1955 diente der Sendeturm Gleiwitz möglicherweise als Störsender, um den Empfang des im Mittelwellenbereichs von Radio Free Europe in Holzkirchen verbreiteten polnischen Radioprogramms zu stören und/oder als Messturm für Messungen an Antennen, welche in den zu einer Produktionsstätte für Antennen umfunktionierten Sendegebäude hergestellt wurden, wofür er durch seine Holzbauweise ähnlich den Türmen in Brück gut geeignet wäre. Heute trägt der Turm zahlreiche Mobilfunkantennen und Sendeantennen für leistungsschwache lokale UKW-Sender, wie für CCM Radio auf 93,4 MHz mit einer Sendeleistung von 2 Kilowatt. Die Sendeantenne für Mittelwelle ist noch vorhanden, allerdings ist die ursprüngliche Sendeeinrichtung nicht mehr funktionsfähig, da gegen Ende der 80er Jahre, vermutlich nach Einstellung der Störsenderaktivität die Senderendstufe demontiert wurde.

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