| Sendmail | |
|---|---|
| Entwickler: | Sendmail, Inc. |
| Aktuelle Version: | 8.14.1 (3. April 2007) |
| Betriebssystem: | diverse Unix-Derivate |
| Kategorie: | Mail Transfer Agent |
| Lizenz: | proprietär |
| Deutschsprachig: | nein |
| Website: | sendmail.org |
Sendmail ist ein so genannter Mail Transfer Agent, d. h. ein Computerprogramm, das E-Mails von einem Computer zum anderen transportiert. Es ist das klassische und bekannteste seiner Art für UNIX-Betriebssysteme. Neben einer Open-Source-Version existiert auch eine kommerzielle Version von sendmail, vertrieben durch Sendmail, Inc., für welche der Name sendmail ein eingetragenes Warenzeichen ist.
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Sendmail ist der Standard-Mail Transfer Agent (MTA) vieler kommerzieller Unix-Derivate (z. B. AIX, Solaris, HP-UX), diverser Linux-Distributionen (z. B. RedHat, Slackware) und BSD-Systemen (z. B. FreeBSD, OpenBSD). Laut eigenen Angaben ist es der meistgenutzte MTA, allerdings existieren nur eingeschränkt gültige Statistiken. Sendmail ist einer der flexibelsten MTAs und beherrscht auch exotische Protokolle zur Übermittlung von E-Mail (z. B. über UUCP).
Sendmail stammt ursprünglich vom Arpanet-Programm delivermail ab. Die erste Version wurde in den 80er Jahren von Eric Allman geschrieben. In den Anfängen des Internet war sendmail der einzige Mailserver und wurde dementsprechend oft eingesetzt. Doch während der 90er Jahre wurden mehr und mehr Sicherheitslücken bekannt, und man suchte nach sicheren Alternativen. Dadurch konnten sich andere Mail Transfer Agents wie Exim, Postfix oder qmail etablieren.
2001 liefen nach einer Studie von Dan Bernstein noch 42 % aller Mailserver mit sendmail.
Die nächste Version von sendmail wird MeTA1. Die Entwicklung einer Version Sendmail X (zuvor als sendmail 9 bezeichnet) wurde eingestellt. Derzeit (Stand: Mai 2007) ist nur eine frühe Alphaversion (PreAlpha) von MeTA1 verfügbar.
Sendmail wird zumeist als zu schwer zu pflegen charakterisiert. Weiterhin läuft die Software oftmals, wie viele andere Programme auch, ohne Warnung an den User, und entgegen der Empfehlung ihrer Autoren, unter dem UNIX-Nutzer root. Dies stellt im Falle eines erfolgreichen Angriffs gegen sendmail ein ernsthaftes Risiko dar, da der Angreifer mit einem eventuellen Fehler im sendmail-Programm gleich die volle Kontrolle über das betroffene System erlangen kann.