Die Sendung ohne Namen (SoN) war eine unkonventionelle Fernsehsendung des ORF, gekennzeichnet durch ihren thematischen Plot und assoziative Bildbeiträge dazu, begleitet mit einem kritischen, teils (auch selbst-) ironischen bis zynischen Text. Zu einzelnen Begriffen wurden mehr oder weniger klar assoziative, sehr kurze Bildausschnitte von einer Sekunde bis circa zehn Sekunden gezeigt. Für die Zuschauer ist es meist schwierig, alle Darstellungen zu erkennen. Vielfach lösen Sätze und/oder Bilder Assoziationen und weiter führende Gedankenketten aus, während bereits weitere gefolgt sind.
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Erfinder des innovativen Konzepts, das 2002 von der Europäischen Rundfunkunion zum eigenen Genre erklärt wurde, sind David Schalko und Fred Schreiber. Weitere kreative Autoren der Sendung sind die Kabarettisten Martin Puntigam und Clemens Haipl (auch ein Drittel des Projekt X) sowie die Gestalter Sebastian Brauneis, Marie Kreuzer, Leopold Lummerstorfer und Thomas Grusch. David Schalko ist ebenfalls der Regisseur und Konzeptionist von „Sunshine Airlines“, „Kupetzky“ und „Dorfers Donnerstalk“ mit Alfred Dorfer. Fred Schreiber ist Moderator bei FM4 und Sänger der Band Die falschen Freunde. Zwischen dem 17. Oktober 2002 und 26. April 2007 lief die mittlerweile erfolgreiche Sendung fast jede Woche und erfreute sich einer ständig wachsenden Fangemeinde. Im Jahr 2003 wurde das damals völlig neue Fernsehkonzept mit dem österreichischen TV-Fernsehpreis Romy ausgezeichnet.
Die Sendung wurde im Rahmen der Programmschiene Donnerstag Nacht gezeigt. Nach der dritten Staffel, die im Januar 2005 auslief, wurde eine Kreativpause eingelegt. Fans vermuteten schon die Einstellung der Sendung, blieben aber mangels offizieller Stellungnahme im Ungewissen. Ab 6. Oktober 2005 sendete der ORF weitere Folgen der SoN. Am 13. Oktober wurde die 75. Sendung ausgestrahlt. Am 16. März 2006 wurde eine erneute Pause eingelegt. Eine Fortführung der Sendung, bis zur mindestens 100. Sendung, wurde allerdings von den Machern selbst in der letzten ausgestrahlten Sendung sowie auf einem „Fest ohne Namen“ versprochen. Ein „Fest ohne Namen“ (kurz FoN) ist eine Zusammenkunft von SoN-Fans in einer von den Machern ausgewählten Lokalität. Dabei präsentieren die Autoren, die anwesend und für den offenen Gedankenaustausch mit den Fans bereit sind, ihr neuestes Werk - meist mit einer Minute „Vorsprung“ vor der offiziellen ORF-Ausstrahlung. Das FoN findet jeden ersten Donnerstag eines Ausstrahlungsmonats in einer Wiener Lokalität statt, die einige Tage zuvor von Fred Schreiber im Forum der SoN-Website (siehe weiter unten) bekannt gegeben wird.
Seit 5. Oktober 2006 wurde die Sendung wieder auf ORF 1 ausgestrahlt. Allerdings wurden die geplanten 14 Folgen vom ORF auf 5 reduziert. Am 28. Dezember wurde die 100. Sendung ausgestrahlt. Das Jubiläum wurde mit einem Special begangen, in dem in kleinen Spielszenen auf satirische Weise "hinter die Kulissen geblickt" wurde. Die Sendung ohne Namen beteiligte sich auch am Themenschwerpunkt Klimawandel des ORF in der Woche vom 22. bis 27. Jänner 2007. Am 25. Jänner enthielt die Sendung dementsprechend Assoziationen, die im engeren und weiteren Sinne mit Wetter, Klima und Klimawandel zu tun hatten.
Die Sendung ohne Namen wurde am 26. April 2007 mit der 114. Folge und einer Wiederholung der ersten Folge nach nunmehr 5 Jahren eingestellt. Bereits zwei Tage später wurde durch Fans die „Petition ohne Namen“ zur Wiedereinführung der Sendung initiiert.
Das Logo der Sendung ohne Namen war das Prozentzeichen „%“ (eigentlich das dazu spiegelverkehrte Zeichen für Seitenwechsel, wie es in Briefen verwendet wird). Es sollte ursprünglich auch als Titel dienen, doch dem stellten sich Hürden in den Weg, und so wurde der Sendung ein aus diesem Umstand abgeleiteter Titel verpasst. Anfängliche Versuche, die Sendung durch Mitbestimmung der Seher umzubenennen, schlugen fehl, somit behielt die Sendung ihren (ohne-)Namen endgültig.
Die Autoren schaffen durch den geschickten Einsatz von Filmausschnitten, Musikstücken, Interviews von Prominenten und einzelnen Texten eine neue Form von Erzähltechnik ähnlich einer freien Assoziationskette. Ein (nie sichtbarer) Erzähler führt den Zuseher durch die Sendung und erzählt dabei seine Gedanken zu bestimmten Ereignissen oder Dingen. Die dabei behandelten Themen waren sowohl aktuelles Tagesgeschehen im In- und Ausland, als auch weltgeschichtliche Ereignisse aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur usw.. Während die Off-Stimme (gesprochen von Fred Schreiber) den Hauptteil der Sendung bildete, wurden dazu gehörige Bilder gezeigt - von geradlinig unterstützend über assoziative Wortspiele und Interpretationen nahe legend bis auf unterschiedlichste Weise kontrastierend oder konterkarierend. Die zeitweilig erscheinenden Inserts (Namen, Alternativbezeichnungen, Daten und Fakten, Zitate usw.) komplettieren die Informationsflut mit ergänzenden Kommentaren oder stellen eine eigene Handlung auf.
Die Filmausschnitte sind teilweise selbst gedreht, teilweise auch Ausschnitte aus dem ORF-Archivmaterial und bekannten Filmen. Die Prominenten (häufig Musiker & Bands) werden zu den behandelten Themen interviewt und können auch neue Gedanken dazu beitragen, ebenso wie die Inserts (s. Ende des vorigen Absatzes).
Die erste und einzige Anlaufstelle im Internet bietet die inoffizielle Seite ohne Namen, mit Übersichten von allen Sendungen, Screenshots von Inserts und dergleichen mehr. Eine offizielle, vom ORF betreute, Seite gibt es nicht, auch keinen ORF-Link zur inoffiziellen Seite. Deren Forum wird aber auch von den Machern der Sendung ohne Namen frequentiert.
Zeitweilig wurden die Episoden der Sendung im Internet direkt zum Download angeboten. Nach der Schließung der Seite durch den ORF wurde die Seite mit „legalen“ eDonkey-Links relauncht.